24
Juni
2019

Ein Buch für Eltern

Es ist ein offenes Geheimnis, dass sich alle Eltern machmal mit ihrer Rolle überfordert fühlen. Die einen früher, die anderen später. Die einen mehr, die anderen weniger. Um ihnen in solchen Krisensituationen zu helfen, hat das Schwedische Komitee gegen Kindesmissbrauch vor einigen Jahren ein kleines Buch für Eltern herausgegeben

Die kurzen Geschichten darin handeln von ganz normalen Müttern und Väter, die auf typische  Überforderungssituationen in der Erziehung ihrer Kinder ganz automatisch so reagieren, wie sie es von ihren Eltern gelernt haben, oder gar nicht wissen, wie sie damit umgehen sollen. Das Ende jeder Geschichte zeigt beispielhaft die eine oder andere Bewältigungsstrategie, die auf lange Sicht weit besser für das Kind ist.

Unter Materialien steht Ein Buch für Eltern auf diesem Blog in folgenden Sprachen als pdf-Download zur Verfügung:
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12
Juni
2019

Glück im Glas am Eltern-Kind-Nachmittag

Was bedeutet Glück für dich?

Glück ist etwas gut zu machen
Glück ist sich überall fröhlich zu fühlen
Glück ist lachen
Glück ist gemeinsam spielen
Glück ist, wenn man gewinnt
Glück ist einfach glücklich zu sein

So beantworten die Kinder der 2. Schulstufe der VS Graz-Hirten die Frage, was Glück bedeutet. Beim gemeinsamen Eltern-Kind-Nachmittag möchte die Schulsozialarbeit Glück und Glücklichsein vermitteln. Gemeinsam basteln die Kinder mit ihren Mamas, Papas und/oder älteren und jüngeren Geschwistern sogenannte Glückskäfer-Gläser. Aus alten Marmelade-, Honig- oder anderen, ähnlichen Gläsern sind viele einzigartige Glückskäfer-Gläser entstanden. Die Kinder haben sie mit ihren Eltern individuell bemalt, beklebt und verziert. Die Gläser werden mit kleinen Notizen befüllt, auf denen Momente festgehalten werden, in denen die Kinder glücklich waren. Schon beim Eltern-Kind-Nachmittag schreiben die Kinder ihre Glücksmomente auf kleine Zettel, die sie in der Schule, zu Hause mit der Familie, beim Spielen im Park und überhaupt erlebt haben. Die Kinder schreiben zum Beispiel:

„ich liebe meine Familie“
„ich mag mit gerne mit meiner Mama einkaufen gehen“
„ich spiele gerne mit meinem Bruder im Hof“
„ich liebe gemeinsam mit meiner Familie essen“
„ich lese meiner kleinen Schwester vor“
„in der Pause habe ich mit meiner besten Freundin gespielt und gegessen“
„ich mag gerne Fahrrad fahren“

Auch zu Hause dürfen Eltern, Geschwister und die Kinder selbst das Glas weiter befüllen. Nach Belieben kann das Glas geöffnet und die kleinen Notizen gelesen werden. Mit ihren Eltern können die Kinder sich gemeinsam an diese Momente erinnern, darüber erzählen, zurückdenken und das Glück spüren. Beim Eltern-Kind-Nachmittag haben sich Kinder und Eltern fröhlich gefühlt, sie haben gemeinsam gelacht, gespielt, Glück gewonnen und es selbstverständlich unbeschreiblich gut gemacht! – Ein Nachmittag, an dem wir alle einfach glücklich waren.

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4
Juni
2019

Freizeitnachmittag „Picknick im Freien” der NMS Mürzzuschlag

Hurra, hurra der Sommer ist da.
Und macht das Wetter keine Zicken,
kann man wieder draußen…
picknicken!

Das Schuljahr ist bald zu Ende und die SchülerInnen der NMS Mürzzuschlag wollen an unserem letzten Freizeitnachmittag auch heuer wieder etwas Besonderes unternehmen.

Bereits im Schuljahr 2016/2017 haben wir uns das erste Mal Gedanken darüber gemacht, etwas Außergewöhnliches für die letzte Schulwoche zu planen. Die Idee, ein Picknick zu veranstalten, ist durch das gemeinsame Brainstorming von SchülerInnen und der Schulsozialarbeiterin entstanden. Schnell stellte sich heraus, dass unsere Aktivität in der Natur stattfinden und die Dauer von drei Stunden haben soll. Nach langem Überlegen stand schlussendlich fest, dass wir am Ende des Schuljahres ein Picknick im Grünen veranstalten werden.

In ein paar Wochen findet unser Freizeitnachmittag unter dem Motto „Picknick im Freien“ bereits zum 3. Mal statt.

Was darf bei einem Picknick nicht fehlen? Natürlich eine gute und gesunde Jause. Diesbezüglich haben sich die SchülerInnen ausführlich Gedanken gemacht und Rezepte zu verschiedensten Aufstrichen und Smoothies recherchiert. Außerdem werden leckeres Brot, Obst und Gemüsesticks mit passenden und selbstgemachten Dips gereicht. Um die Jause vorbereiten bzw. zubereiten zu können, bedarf es dementsprechender Räumlichkeiten. Damit dies umgesetzt werden kann, besteht eine Kooperation zwischen Schulsozialarbeit und dem „JugendKulturZentrum HOT“ in Mürzzuschlag. Die Zusammenarbeit mit dem Jugendzentrum funktioniert einwandfrei und so können während dem Schuljahr Freizeitnachmittage zu den unterschiedlichsten Themengebieten angeboten werden. Im Anschluss an das Vorbereiten unserer Jause mussten wir uns ein schönes Plätzchen in der Natur suchen. Dies konnten wir auf einer großen grünen Wiese, umgeben von Bäumen und der Mürz, finden. Der perfekte Platz für unser Picknick.

Nach dem Verzehr unserer selbstgemachten Jause konnten es die SchülerInnen kaum erwarten, die von uns vorbereiteten Spiele zu spielen. Mittlerweile hat sich gezeigt, dass „Verstecken spielen“ das absolute Lieblingsspiel geworden ist.

Das Angebot des Freizeitnachmittages bietet eine gute Möglichkeit, mit SchülerInnen in Kontakt zu treten und in einem Setting außerhalb der Schule zu reden. Dadurch kann Vertrauen zwischen SchulsozialarbeiterIn und SchülerIn aufgebaut bzw. die Beziehung zueinander gestärkt werden. Außerdem nehmen am Freizeitnachmittag SchülerInnen aller Schulstufen teil und haben durch die lockere Atmosphäre die Gelegenheit, sich gegenseitig besser kennenzulernen.

Mittlerweile ist das Picknick in der letzten Schulwoche zu einem festen Bestandteil geworden und wird natürlich auch dieses Jahr wieder umgesetzt und die Vorfreude auf diesen wundervollen und lustigen Nachmittag steigt.

 

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28
Mai
2019

Gesundheitstag an der NMS St. Marein

Seit mehreren Jahren findet an der NMS St. Marein/Mürztal der Gesundheitstag statt und schon seit Beginn der Tätigkeit von Schulsozialarbeit (Schuljahr 2009/10) darf diese auch Teil davon sein. Sei es um selbst Workshops durchzuführen, um Workshops von externen ExpertInnen zu organisieren oder auch um den Elternvortrag mitzugestalten.

Dieser Tag ist gekennzeichnet von einem Schwerpunkt zur physischen und psychischen Gesundheit, der für alle SchülerInnen aller Klassen aufbereitet wird.

Eines ist für alle gleich: Der Tag beginnt mit einer gemeinsamen Sporteinheit im Turnsaal. Daraufhin gehen alle SchülerInnen in ihre Klassen und nehmen gemeinsam ein gesundes und vitales Frühstück ein. Nach dieser Stärkung geht es in den verschiedenen Workshops weiter:

  1. Klassen: Body Percussion und Jonglieren

  2. Klassen: Body Percussion und Radfahrschule

  3. Klassen: Jiu Jitsu und Workshops „Rollenbilder Mädchen“ durch die Schulsozialarbeit sowie „Rollenbilder jugendliche Männer“ durch den Verein für Männer- und Geschlechterthemen

  4. Klassen: sexualpädagogische Workshops

Nach vier Stunden in den verschiedenen Workhops wird von den Klassenvorständen noch eine Reflexion und Evaluation erarbeitet.

Wie schon weiter oben erwähnt, durfte die Schulsozialarbeit heuer den Mädchenworkshop für die dritten Klassen durchführen und den für die jugendlichen Buben organisieren. Die Mädchen wurden jeweils in zwei Gruppen unterteilt, die in zwei Stunden verschiedene Themenstellungen zu weiblichen Rollenbilder erarbeiten konnten.

Begonnen wurde mit einer Sammlung von Stereotypen und Klischees von Buben und Mädchen aus der Sicht der Jugendlichen. Daraufhin diskutierten die Jugendlichen, ob sie selbst all ihren aufgeschriebenen Klischees entsprechen, und über Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Der Tenor war: „Wir haben 2019, da ist ja eh schon alles erlaubt“. Beim genaueren Hinsehen kam aber die Erkenntnis, dass selbst heute noch nicht immer alles gleich ist und Mädchen und Buben teilweise anders handeln bzw. auch anders behandelt werden. Vor allem zeigten sich Unterschiede im Elternhaus, jedoch kristallisierte sich ebenfalls die Kernaussage heraus, dass die Väter 2019 viel präsenter sind und für die jugendlichen Mädchen wichtige Ansprechpartner sind.

Des Weiteren wurden zwei Werbespots über unterschiedliche Zugangsweisen und Zuschreibungen von Frauen und Männern angesehen (https://www.youtube.com/watch?v=88qK5nOBKjw und https://www.youtube.com/watch?v=XlcaDhRu1AQ), deren Inhalte danach mittels eines Arbeitsblattes analysiert und diskutiert wurden.

Der zweite Teil des Workshops widmete sich dem Phänomen Influencerinnen bzw-. Youtouberinnen. Die Mädchen durften sich selbst Influencerinnen aussuchen, diese beschreiben und dazu ein Plakat gestalten. Im Folgenden mussten die Mädchen für sich selbst den „Genderfilter“ darüber legen und analysieren, wofür diese Influencerinnen stehen und wie es wäre, wenn Burschen die gleichen Youtube-Videos gestalten würden. Hierzu beschäftigten sich die Mädchen mit einem Zeitungsartikel (https://www.wuv.de/medien/maenner_haben_mehr_ausdrucksmoeglichkeiten).

Es wurde reichlich darüber diskutiert, dass wir wie schon erwähnt das Jahr 2019 schreiben, aber es auch in den sozialen Netzwerken noch Unterschiede zwischen Buben und Mädchen gibt. Wenn Buben die gleichen Youtube-Videos drehen würden, würden sie sich der Lächerlichkeit preisgeben und umgekehrt würden Mädchen als burschikos wirken und nicht wirklich viele Follower haben.

Zum Abschluss wurde den Mädchen noch ein Lied einer Poetry Slammerin mitgegeben, das sie sich zum Abschluss selbst anhören konnten, ohne weitere Diskussion.
https://www.youtube.com/watch?v=qvEL48-BZMc

 

 

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22
Mai
2019

Zeig dein Gesicht gegen Diskriminierung

Es ehrt mich, dass ich gegen Diskriminierung in der Funktion als Botschafterin der Antidiskriminierungsstelle Steiermark mitmachen darf – im Namen aller ISOP-SchulsozialarbeiterInnen!

👧KINDERRECHTE👦🏾
Soziale Arbeit ist eine Menschenrechtsprofession. Im Bereich Schulsozialarbeit spielen die Kinderrechte eine zusätzlich wichtige Rolle. Kinder und Jugendliche haben einen Anspruch auf förderliche Entwicklungschancen – da haben Diskriminierungen jeglicher Art keinen Platz! Wir fühlen uns privilegiert die Zukunft unserer Gesellschaft einen Stück auf ihrem Lebensweg begleiten zu dürfen.
❤️ Sandra Jensen

Foto: Anna Molander

 

 

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20
Mai
2019

Bubengruppe im Sozialraum 3 in Graz

Die Stadt Graz bietet für Jugendliche und junge Erwachsene im Rahmen der offenen Jugendarbeit viele Möglichkeiten. So wurden etwa in den letzten Jahren einige Jugendzentren neu- bzw. umgebaut, die der Zielgruppe in Kooperation mit anderen Organisationen vielfältige Angebote – von sportlichen Aktivitäten, über gemeinsames Kochen bis hin zu Tonstudios, Berufs- und Ausbildungsberatung und Lernhilfe – offerieren. In der täglichen Arbeit der Schulsozialarbeiter*innen kann jedoch regelmäßig festgestellt werden, dass der Bedarf an Freizeitangeboten auch schon im Kindesalter bzw. vor dem Erreichen des, durch die Träger der offenen Jugendarbeit definierten Alters ihrer Zielgruppe, besteht.

Basierend auf der bereits seit mehreren Jahren etablierten Mädchengruppe, die sich speziell an Mädchen im Alter von 10 bis 12 Jahren richtet, die per Definition noch nicht zur Zielgruppe der Einrichtungen der offenen Jugendarbeit gehören, entstand im Schuljahr 2018/2019 die Idee, auch eine entsprechende Bubengruppe einzurichten. Gemeinsam mit der AG Sozialraum 3, Jugend am Werk, den Kinderfreunden und der Offenen Jugendarbeit der ISOP GmbH wurde ein vielfältiges Programm mit Schwerpunkten erstellt, die interessierte Buben zuvor selbst erarbeitet und festgelegt haben. Diese Schwerpunkte reichen vom gemeinsamen Eislaufen, über einen Filmnachmittag, gemeinsames Kochen bis hin zum Besuch eines Tonstudios und einem gemeinsamen Ausflug in ein Freibad.

Besonderer Vorteil der Bubengruppe ist, dass interessierte Buben ihre Freizeit so in einem sicheren Rahmen, mit ihnen vertrauten Personen aus dem Schulalltag verbringen, gleichzeitig auch Kontakt zu den handelnden Personen der offenen Jugendarbeit und Kinder- und Jugendhilfe aufbauen und dadurch im Idealfall auch Barrieren bzgl. der selbstständigen Freizeitgestaltung abgebaut bzw. Brücken zu anderen Einrichtungen geschlagen werden können. Außerdem besteht die Möglichkeit, nachhaltigere Beziehungsarbeit zu leisten, da sich die Kinder außerhalb der Schule natürlich in einem völlig anderen Regelrahmen bewegen und das Grundprinzip der Freiwilligkeit schon im Vorhinein für gänzlich neue Rahmenbedingungen sorgt. Selbstverständlich wird versucht, alle Freizeitangebote im Rahmen der Bubengruppe für die Kinder und ihre Eltern gratis anzubieten, um das Angebot möglichst niederschwellig zu gestalten.

Die ersten Termine der Bubengruppe zeigten eindeutig, wie groß der Bedarf an einem solchen Angebot ist und wie dankbar die Buben dafür sind. Zusätzlich konnte festgestellt werden, dass die Beziehungsarbeit, die im Rahmen der Freizeitangebote geleistet wird, auch im Schulkontext Früchte trägt und es den Schulsozialarbeiter*innen stark erleichtert, mit den an der Bubengruppe teilnehmenden Kindern zu arbeiten.

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13
Mai
2019

„Jugend(t)raum“ an der NMS Graz-Engelsdorf

Im Schuljahr 2017/18 entstand die Idee, an der NMS Engelsdorf einen Raum einzurichten, wohin sich SchülerInnen  zurückziehen und wo sich wohlfühlen, unter sich sein oder einfach nur „chillen“ können. Der Wunsch nach Rückzug und mehr Privatsphäre im Schulalltag tauchte mehrmals im SchülerInnenparlament auf, sodass die Schulsozialarbeit gemeinsam mit der Direktorin der NMS Engelsdorf und den KlassensprecherInnen aller Klassen beschloss, einen „Jugendraum“ zu verwirklichen. Hierfür kam das Schulärzte-Zimmer infrage, da es ein wenig genutzter Raum im Schulhaus war (die Funktion des Schulärzte-Zimmers blieb in Absprache mit unserer Schulärztin natürlich erhalten).

Im zweiten Schulhalbjahr wurde begonnen, das Schulärzte-Zimmer mit SchülerInnen umzugestalten, die Wände farbig zu streichen und mit einer Sitzgelegenheit einzurichten. Im BE-Unterricht wurden von einigen SchülerInnen Schablonen für den Schriftzug „JUGEND(T)RAUM“ gefertigt und die Wände damit verziert. Dem Beispiel einer anderen Grazer Schule folgend, in der mit der dortigen ISOP- Schulsozialarbeit so ein Raum für die SchülerInnen zum ersten Mal verwirklicht wurde, haben auch wir unseren Raum nun „Jugend(t)raum“ getauft.

Seit dem Schuljahr 2018/19 ist der Jugend(t)raum nun eröffnet und bietet den SchülerInnen immer dienstags, donnerstags und freitags die Gelegenheit, ihre zweite Hofpause gemeinsam mit der Schulsozialarbeit dort zu verbringen. Meist werden Spiele gespielt und Musik gehört oder es wird einfach nur gequatscht.

Auch wenn es nur 20 Minuten am Schultag sind – für die Kinder bedeutet dies eine Auszeit vom Schulalltag und vom Pausentrubel auf dem Schulhof, ein Zusammensein mit Gleichaltrigen und auch ein näheres Kennenlernen untereinander.

Der Jugend(t)raum ist ein besonders niedrigschwelliges Angebot und es ergibt sich dadurch für die Schulsozialarbeit eine tolle Gelegenheit, auch mit jenen Kindern und Jugendlichen in Kontakt zu treten, die über Beratung oder Freizeitangebote weniger gut erreicht werden können.

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7
Mai
2019

Achtsamkeit im Arbeitsalltag

Wir achten auf uns und andere

Die Arbeit als SchulsozialarbeiterIn ist eine sehr abwechslungsreiche und herausfordernde Tätigkeit, die phasenweise viel Energie und Zeit in Anspruch nimmt. Genau aus diesem Grund ist es wichtig, dass wir auch gut auf uns selbst achten, um in dieser verantwortungsvollen Tätigkeit so präsent wie möglich zu sein.

Die Arbeitsgruppe mit dem Namen „Achtsamkeit“ entstand genau aus diesem Bedürfnis heraus – nämlich bei Bedarf, die Energiereserven schnell und zuverlässig auftanken zu können. Oder vielleicht sogar noch zielführender, mit im Alltag gut integrierbaren Übungen, die Energiereserven konstant in einem guten Lot zu behalten. Denn auch hier ist nicht Intervention langfristig die zielführende Methode, sondern Prävention.

Jedoch nicht nur wir Erwachsenen stoßen wiederholt an unsere Grenzen, auch Kinder erleben tagtäglich eine Vielzahl an Herausforderungen, denen sie sich stellen müssen. Aus diesem Grund liegt ein weiteres Hauptaugenmerk unserer Arbeitsgruppe auch bei ihnen. Die Übungen solltendaher schnell umsetzbar und sowohl für Kinder- und Jugendliche als auch für Erwachsene geeignet sein, und zwar in der Gruppe ebenso wie im Einzelsetting.

Das neu erworbene Wissen möchten wir in regelmäßigen Abständen auf dem Blog teilen, damit auch Sie angeregt werden, innezuhalten und aufzutanken, damit auch Sie gestärkt den großen und kleinen Herausforderungen des Lebens zu begegnen.

Die Quellen unserer Recherche sind vorrangig Bücher, jedoch gibt es auch im Internet eine Vielzahl an empfehlenswerten, angeleiteten Übungen.

Nachfolgende Übung stammt aus dem Buch „Kinder-Mentaltraining. Kinder für das Leben stärken“ von Saskia Baisch-Zimmer und Gabriela A. Petrig. Das Buch teilt sich in drei Hauptkapitel, zum einen in „Die Grundlagen des Kindermentaltrainings“, zum anderen in „Übungen des Kindermentaltraining“. Das dritte Kapitel beschäftigt sich mit den Kinderaffirmationskarten „Bärenstarke Gedanken“.

Nun zur angekündigten Übung:

  • Loslassen nach einer anstrengenden Arbeit
    (geeignet für Kinder ab 4 Jahren und Erwachsene )

Diese Atemübung verfolgt das Ziel, nach einer intensiven Arbeitsphase die Entspannung anzuregen.

Anleitung:

Setz dich bequem auf einen Stuhl und stelle deine Füße nebeneinander auf den Boden. Lege dabei deine Hände auf die Oberschenkel. Stell dir vor, dass du heute schon richtig schwer gearbeitet hast. Vielleicht hast du schwere Dinge getragen, im Garten gearbeitet oder musstest dich in der Schule lange konzentrieren.

Und nun hast du es geschafft – du bist mit deiner Arbeit fertig.

Atme tief durch die Nase ein und halte für kurze Zeit den Atem an. Vielleicht zählst du dabei langsam bis 3, wenn du magst. Beug’ dich jetzt mit deinem Oberkörper nach vorne und lass deine Atemluft mit eine tiefen Seufzer aus dir heraus. Scheu dich nicht, lass alle Anstrengungen wegfließen. Gehe mit deine Oberkörper wieder nach oben und atme tief durch die Nase ein. Halte nun wieder für kurze Zeit den Atem an und beuge dich deinen Oberkörper wieder nach vorne. Dabei atmest du die Luft mit einem tiefen Seufzer aus. Mach das nun einige Male, solange es dir gut tut.

Lege abschließend deine Hände auf deinen Bauch, atme noch ein paar Mal ruhig ein und aus und fühle dich erfrischt und entspannt.

– – –

Die zweite und dritte Übung haben als Quelle das Buch „Mindful@work. Anleitungen für einen achtsamen Arbeitsalltag“. In diesem Buch von Ralf Braun (2018) sind in sieben Kapiteln kurze Übungen zusammengefasst, die sich mit den Themen Entschleunigung, Pausieren, Sitzen-Stehen-Gehen, Wahrnehmen, was jetzt ist, und den berufsspezifischen Schwerpunkten Teamsitzung und Digitalisierung befassen.

Ralf Braun beschreibt darin den „monkey-mind“ (vgl. Ralf Braun, Mindful@work. Anleitungen für einen achtsamen Arbeitsalltag, Stuttgart 2018, S.46). Dieser aus der buddistischen Tradition entlehnte Begriff steht für den menschlichen Geist, der ab und an herumrennt und nicht stillsitzen kann. Um den Affen zu beruhigen, bekommt er eine Banane. Damit er sich zumindest einem kurzen Augenblick auf das Schälen und Essen dieser konzentrieren muss und somit zur Ruhe kommen kann. Um den menschlichen Geist zu beruhigen, bedarf es ebenso solch einer „Banane“ in Form von Achtsamkeitsübungen. „Die grundlegende Übung der Achtsamkeit besteht im Lenken der Aufmerksamkeit auf den Körper und die im Körper spürbaren Empfindungen“(siehe S. 21). Das bewusstere Wahrnehmen dessen, was gerade ist, ermöglicht bewusstere Entscheidungen hin zu einer Reaktion, die im Hier und Jetzt angemessen ist, und weg von automatisierten Bewertungen der Situation (vgl. Ralf Braun, Mindful@work. Anleitungen für einen achtsamen Arbeitsalltag, Stuttgart 2018, S. 19)

Beispielsweise zwei kurze Übungen – jederzeit und überall anwendbar:

  • Eine Minute in Stille lauschen (siehe S. 38)

Halte eine Minute still und lausche auf die Geräusche, die du in deiner Umgebung oder auch im Inneren deines Körpers wahrnehmen kannst.

  • A-L-I Atmen-Lächeln-Innehalten (siehe S. 38/39)

Unterbrich für eine vorher gewählte Zeit, beispielsweise eine Minute, das, was du gerade tust. Richte nun deine Aufmerksamkeit auf die Atembewegung, die du in deinem Körper spürst. Dabei gilt es nur zu spüren, wie der Körper den Atem bewegt.

Zaubere nun ein deutliches Lächeln auf dein Gesicht und beobachte, wie sich deine Gesichtsmuskulatur verändert.

Verweile nun mit deiner Aufmerksamkeit beim Atmen und Lächeln.

Nach der zuvor festgelegten Zeit setze deine Tätigkeit fort.

Diese Übung hilft dem Körper Glückshormone auszuschütten – ganz ohne Schokolade.

– – –

Diese und die vorhergehende Übung sollen eine kleine Anregung sein, innezuhalten und Energie zu tanken. Viel Spaß beim Üben.

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30
April
2019

Perspektivenwechsel für mehr Achtsamkeit

In der Lebenswelt Schule treffen Kinder und Jugendliche auf ein sekundäres Bezugs-, Betreuungs- und Beziehungssystem. Viele Bindungstheoretiker bestätigen, dass auch die Beziehung zu sekundären Bezugspersonen bedeutend für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen ist. Diese bringen immer wieder Gefühle, Ängste, Sorgen und belastende Erlebnisse von zu Hause mit und zeigen sich im schulischen System „auffällig“. In der Schule gilt Schulsozialarbeit als wichtiger Ansprechpartner für soziale Problemlagen und andere herausfordernde Themenstellungen der Kinder und Jugendlichen. Schulsozialarbeit wird so viel Vertrauen von Seiten der Kinder und Jugendlichen geschenkt, dass sie in der Lage ist, etwaige Monologe, die in den Köpfen der SchülerInnen geführt werden, zur Sprache zu bringen. Dies wiederum ermöglicht einen Dialog mit den Kindern und Jugendlichen, um einerseits ein vertrauensvolles Beziehungsangebot zu stellen, andererseits aber auch bestmöglich in der inner- und weiterführend in der außerschulischen Lebenswelt der Kinder zu unterstützen und zu vermitteln.

Schulsozialarbeit präsentiert hier einen beispielhaften Monolog eines Schülers. Der innere Monolog soll einerseits die Botschaften, die hinter den offensichtlichen Verhaltensauffälligkeiten und dem Widerstand stecken, übersetzen und andererseits Einblick in die inneren „Gewitter“ von unbeachteten Kindern und Jugendlichen geben.

Ein Perspektivenwechsel kann ein Startschuss zum Dialog sein:

 

Innerer Monolog: Through the eyes of a child
Lebenswelt Schule – Ein Perspektivenwechsel

Er

Während ich die letzten Stufen hinaufgehe werden die Stimmen lauter. Obwohl ich bereits die Pausenhalle betreten habe, die erfüllt ist mit Lachen, drängen meine Stimmen die aufgeregten Klänge in den Hintergrund. Sie sagen mir: „Er hat es auf dich abgesehen. Mach ihn fertig.“ Ich weiß genau von wem sie sprechen. Er sitzt auf dem runden Tisch vor der Klasse. Rund um ihn scharen sich die anderen. Sie sind wie er. Sie feuern ihn an, sie himmeln ihn an. Er hat die Macht. Mein Gesicht verberge ich unter meiner Kapuze.

Du siehst mich nicht. Ich husche einfach schnell an dir vorbei. Nur keine Berührungspunkte. Setze dich auf den Platz und versuche ruhig zu atmen.

Ich versuche, die Stimmen abzuwehren. Mein Atem wird flacher als ich dem runden Tisch näherkomme. Ich spüre wie sich seine Blicke in meinen Rücken bohren, obwohl ich nicht zu ihm aufschaue. Ich höre höhnisches Lachen hinter mir. Plötzlich berührt mich jemand am Oberarm. „Zieh sofort die Schuhe aus! Kapuze runter!“ Die Lehrerin erinnert mich an die Schulregeln.

Scheiße, jetzt muss ich nochmal an ihm vorbei. Ich muss mein Gesicht zeigen. Ich kann es nicht. Ich will es nicht.

Wütend reiße ich mich los und hechte in Klassenzimmer. Die haben alle keine Ahnung. Ich würde ja die Regeln befolgen, aber dann müsste ich auch noch an ihr vorbei. Mein Spint liegt auf dem Weg zu ihrem Klassenzimmer. Sie würde mich wertlos und kalt anblicken. Nein sie würde mich nicht anblicken, sie würde direkt durch mich hindurchblicken als hätte ich kein Herz. Als wäre ich kein Mensch. Und die Kapuze, wieso versteht es niemand, sie schützt mich vor den Blicken. Sie ist wie ein Helm, der das Gelächter, die abwertenden Blicke und dieses alberne Kinderlachen abschirmt. Ich hasse es.

„Ich werde deine Eltern anrufen. Du schaffst es nicht einmal dich an die simpelsten Regeln zu halten!“, ruft die Lehrerin mir hinterher als ich panisch auf meinem Stuhl verkrieche.

Mir doch egal. Als würde das meine Eltern interessieren. Die kümmert es doch kein Bisschen, was ich mache. Und wenn ich totgeschlagen werde, das ist denen egal.

Die Klassentür geht zu, endlich Ruhe. Der Unterricht beginnt. Mathematik. Das interessiert mich genauso wenig, wie meine Eltern Interesse an mir zeigen. Ich versuche seinen Blicken zu entkommen. Obwohl wir nicht nebeneinandersitzen, starrt er mich an. Ich spüre es. Eiskalt ist er. „Tu jetzt sofort die Kapuze runter. Hast du noch nie etwas von Respekt gehört?“

Schon wieder diese Lehrerin. Die geht mir sowas von auf die Nerven. Hat die keine anderen Probleme. Die checkt gar nichts. Nicht mal im Traum werde ich die Kapuze runter tun. Soll ich mich ihm ausliefern, seinen Blicken, seinen Hohn, seiner Provokation. Es wird wieder gleich enden. Diesmal aber, werde ich ihn ruhigstellen. Ich habe trainiert. Er wird nicht mehr gewinnen.

„Geh jetzt raus. Ich dulde das in meinem Unterricht nicht. So kann ich nicht unterrichten.“

Was die Lehrerin schon wieder herumstresst, kann ihr doch völlig egal sein, ob ich die Kapuze trage oder nicht. Sie hat mir allerdings die Erlaubnis gegeben, das Klassenzimmer zu verlassen. Endlich kann ich ihm entkommen.

Wortlos stehe ich auf und gehe hinaus. „Nicht einmal zehn Minuten Unterricht und du bist schon draußen? Wieso bemühst du dich nicht?“

Die nächste Lehrerin die mir auf die Nerven geht. Was heißt hier nicht bemühen. Ich bemühe mich, seitdem der Wecker geläutet hat, ihm zu entkommen, ihr zu entkommen, meinem Leben zu entkommen.

Ich antworte ihr nicht und setze mich auf einen freien Sessel. Ich bin müde. Ich lege meinen Kopf auf den Tisch. „Du hast aber keine Freistunde. Mach den Mathe-Zettl, oder willst du wieder ein Jahr wiederholen? Wieso verstehst du nicht, dass du dir selbst dein Leben schwermachst?“

Jetzt redet die Lehrerin noch immer mit mir, dabei habe ich doch gar nichts gesagt. Ich bin doch ruhig auf dem Platz gesessen. Ich bin nur müde. Sie haben den ganzen Abend gestritten. Sich angeschrien, sich beschimpft, ich habe das Geschirr zerspringen gehört. Jedes Mal, wenn etwas zerbricht, spüre ich wie mein Herz dabei kaputt geht. Sie könnten einfach auseinanderziehen, wenn sie sich nicht verstehen. Ich würde bei beiden gleich oft bleiben. Ich liebe sie doch, auch wenn ich sie nicht interessiere.

Ich habe die Frühwarnung auf den Küchentisch gelegt. Mein Vater beschuldigt meine Mutter. Sie wäre an allem schuld, dass ich so ein Trottel bin. „Er ist genauso ein Trottel wie du, das kann er nur von dir haben“, schreit meine Mutter. Ich bin wirklich ein Trottel. Ich schaffe nichts. Ich weiß es. Aber es versteht mich niemand. Keiner hört mir zu. Die könnten einmal meinen Körper tauschen.

„Ich gebe es auf mit dir. Du willst dich ja gar nicht ändern!“ – die Lehrerin spricht immer noch. Ich weiß nicht was sie dazwischen gesagt hat. Ich habe zu viele Gedanken. Ich kann nicht mehr. Diese Stimmen, seine Blicke, seine Provokation. Ich mag nicht im gleichen Gebäude sein wie sie. Sie, mit ihren wunderschönen braunen Augen, dieser unglaubliche Duft, der sie umgibt. Sie hat mich bestimmt auch aufgegeben, weil ich so dumm bin. Ist eigentlich eh klar.

Die Lehrerin hat aufgehört, auf mich einzureden. Endlich. Ich schließe meine Augen. Im Hintergrund flüstern meine Stimmen immer noch. „Du bist so dumm. Ich wusste du schaffst es wieder nicht. Lass ihn nicht gewinnen. Schlag ihn nieder. Du musst das Blut sehen, dann wird er aufhören.“ …

Die Klassentüren schlagen gegen die Betonmauer. Scheinbar ist die Stunde aus. Hastig stehe ich auf und flüchte aufs Klo. Noch habe ich ihn nicht gesehen. Ich lasse kaltes Wasser über meine Hände laufen, sie sind heiß. Die Klotür geht auf. „Da bist du ja!“ Er steht direkt hinter mir. „Du versteckst dich? Hast du Angst vor mir? Ich mache doch nur Spaß.“ Ich möchte mich nicht umdrehen. Ich weiß wie er mich ansehen wird, mit diesen starren Augen, die sich bis in meine Knochen bohren. Er wird dabei lächeln, weil es ist alles nur Spaß. Ich brauche mehr Wasser, eiskaltes Wasser, bis in meine Hände pocht mein Puls. Ich bekomme kaum Luft. Was mach ich jetzt?

Er tritt mich in die Ferse. „Na komm schon du kleiner Hurensohn. Es passiert dir nichts. Schau mir in die Augen, wenn du dich traust.“ Ich versuche mich an ihm vorbei zu drängen. Er versperrt mir den Weg. „Hast du heute nichts zu sagen?“ „Geh mir aus dem Weg“, rufe ich. „Oh, hast du Angst du kleiner Wixer, machen wir 1 gegen 1. Du wirst wieder verlieren.“ Ich versuche seinen Arm von der Wand zu lösen, um vorbeizukommen, meine Stimmen schreien mich an: „Schlag ihn nieder, bis du das Blut siehst!“ Sein Arm ist wie festgefroren, er ist so stark. „Lasst mich in Ruhe!“, schreie ich alle gleichzeitig an, ihn und meine Stimmen. Er beginnt zu lachen. „Du bist so hoffnungslos. Du bist so ein Opfer. Ich fick deine Mutter!“

Plötzliche Stille. Mein Stimmen sind verstummt. Er sagt nichts mehr. Vor meinen Augen sehe ich tiefrotes Flackern. Meine Hitze hat sich verwandelt. Ich spüre klirrende Kälte, meine Hände sind kalt. Endlich sind alle einmal leise.

Die Klotür wird aufgerissen, zwei seiner Freunde stürmen herein und zerren mich an der Kapuze hinaus. Sie packen mich am Hals. Der eine hält mich so fest, dass ich meinen Puls nun in meinen Schläfen spüre. Ich ringe nach Luft. Der andere tritt auf mich ein. Auf einmal sind sie wieder überall. Aufgeregte Klänge. Alle schreien. Schon wieder. Immer schreien alle. Ich falle zu Boden, ich spüre wie mein Kopf auf den Boden schlägt. Es wird schwarz um mich. Stille.

Sie

Aufgeregt laufen sie zu mir. „Er hat ihn blutig geschlagen. Er war sogar bewusstlos! Dann haben die ihn rausgezerrt. Das ist am Klo passiert. Jetzt ist er auch bewusstlos. Komm schon. Wir müssen in die Pausenhalle.“

Scheiße. Jetzt ist er völlig durchgedreht. Seine Eltern haben sicher wieder gestritten. Der gestörte Junge kann ihn auch nicht in Frieden lassen. Ich muss zu ihm.

Sofort laufe ich mit ihnen in die Pausenhalle. Alle tummeln sich vor dem Klo. Die Lehrer versuchen sich durchzudrängen. „Ruft die Rettung!“, höre ich eine rufen. „Geht in die Klassen. Ihr habt Unterricht!“, ruft eine andere. Ich nähere mich dem Schülerauflauf. Ich dränge mich durch und sehe ihn am Boden liegen. Regungslos. Durch die halboffene Klotür sehe ich den gestörten Jungen liegen. Es läuft Blut über seinen Kopf. Der liegt ebenfalls regungslos am Boden. Alle schreien durcheinander. Ein Lehrer zerrt mich weg. „Geh sofort in deine Klasse!“ „Greif mich nicht an!“, schrei ich als ich mich von ihm losreiße. „Schrei mich nicht an und geh aus dem Weg!“, brüllt er. „Du schreist selbst du Idiot. Das ist mein Freund!“

Die schreien selbst und ich soll leise sein? Als ob ich in die Klasse gehe. Ich liebe ihn. Keiner darf es wissen. Mein Herz ist gebrochen. Lebt er noch? Sag doch was. Mach die Augen auf. Scheiße. Ich hätte ihn nicht verlassen dürfen. Nicht jetzt, wo seine Eltern noch mehr Stress machen. Ich bin schuld.

Meine Gedanken überschlagen sich, während ich zu Allah bete, dass er wieder aufwacht.

 

Abschlussworte

LehrerInnen haben den Auftrag, den Schülerinnen Wissen zu vermitteln. Bestenfalls tun sie das kreativ, flexibel, dynamisch und passgenau für die individuellen Bedürfnisse jedes einzelnen Kindes, was eine große Herausforderung ist! Wenn LehrerInnen sich zusätzlich zum Bildungsauftrag auf weitere Lebenswelten und Themenstellungen, die aus dem außerschulischen Kontext in die Schule mitgebracht werden, konzentrieren und darauf eingehen sollen, stoßen sie immer wieder an ihre Grenzen. Dabei dürfen sie ihre Vorbildwirkung als Erwachsene im Schulsystem auch nicht vergessen.

Für eine gesunde Entwicklung ist das Gefühl von Empathie und Mitgefühl von achtsamen Personen in der Umgebung essentiell – sowohl sie von diesen zu spüren als auch sie zu selbst zu entfalten und zu vertiefen, um in den Kontakten und Beziehungen zu anderen Menschen positive Gefühle zu erlangen und Vertrauen wachsen lassen zu können.  Achtsame Fragen von Seiten der Erwachsenen geben den Kindern und Jugendlichen das Gefühl, beachtet zu werden:

Fragen Sie nach: „Wie geht es dir heute?
Fragen Sie nach: „Wie war dein Tag?
Frage Sie nach: „Was hast du heute gemacht?“

Sagen Sie den Kindern und Jugendlichen:

„Ich mag dich“
„Ich bin stolz auf dich“
„Du schaffst das“
„Schön, dass wir zusammen sind“
„Ich glaube an dich“
„Danke, dass du mir (…) erzählt hast“
„Das hast du gut gemacht“
„Trau dich, du kannst das!“

Haben Sie Spaß und nehmen Sie sich Zeit zum Spielen!

 

 

Quelle Achtsamkeitsstudie:

Ziegler, H. & Saalfrank, K. & Siggelkow, B. (2017): Achtsamkeit in Deutschland: Kommen unsere Kinder zu kurz?. Universität Bielefeld.

Presse-Information (2017): „Meine Eltern interessiert das nicht“: Jedes dritte Kind in Deutschland fühlt sich unbeachtet. Presse Beyer.

 

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