25
Februar
2020

Wahrheit oder Lüge

Fake News: Medienkompetenz für Jugendliche

„Flüchtlinge schlachten und essen Streichelzootiere“, „Zwei Dunkelhäutige stechen zwei Jogger nieder“ oder „Sozialamt der Stadt Graz verteilt Freikarten für Bordellbesuche an Geflüchtete“. Schlagzeilen wie diese kommen jedem Menschen unter, der sich privat oder beruflich mit Sozialen Netzwerken beschäftigt. Gemeinsam haben sie jedoch nur eines: Sie alle sind frei erfunden und so nie passiert. Ganz klassisch: Fake News. (fake-nachrichten.info [2018])

Erfundene Geschichten wie diese sind es, die einerseits dafür sorgen, dass Themen wie die Fluchtbewegung von 2015, aber auch Klimaschutz oder Ernährung in der heutigen Zeit so ungemein stark polarisieren und stellen andererseits das „El Dorado für Werbeeinnahmen“ sozialer Netzwerke dar. Während die erzeugte Polarisierung Einzug in Gesellschaft und Politik hält und in Teilen der Bevölkerung für Unsicherheit und Angst sorgt, ermöglichen solche, stark emotionalisierenden Schlagzeilen und Geschichten in sozialen Netzwerken eine höhere Interaktionsrate und somit längere Verweildauer der Nutzer*innen. Dadurch können die Nutzer*innen auch längere Zeit mit Werbung berieselt werden und sorgen so für höhere Einnahmen für die Unternehmen hinter diesen Social Media Plattformen. Besonders im Kontext von Social Media ist das Thema Fake News somit relevanter denn je: Eine von saferinternet.at in Auftrag gegebene Studie aus dem Jahr 2017 zeigt etwa, dass 86% der Heranwachsenden zwischen 14 und 18 Jahren ihre Informationen zu aktuellem Geschehen über Soziale Netzwerke und Medien wie Youtube, WhatsApp, Instagram und Facebook beziehen. Gleichzeitig verdeutlicht die Studie, dass die Jugendlichen diese Informationen äußerst kritisch betrachten, denn nur 10% der Jugendlichen halten diese Quellen für vertrauenswürdig und sind sich dieses Dilemmas durchaus bewusst. Häufig wissen Jugendliche aber nicht, wie sie aus dieser Informationsflut für sie relevante und vor allem glaubwürdige Informationen herausfiltern können. (Saferinternet.at [2017])

Hier setzt das Erasmus+ Projekt „Fake Off!“ an, welches Mitte Jänner im Karmeliterhof präsentiert wurde. Es ist ein Versuch, Jugendliche für Fake News zu sensibilisieren und ihre Selbstkompetenz in der Identifizierung und im Umgang mit Fake News zu erhöhen. Produkt des Projekts der LOGO Jugendinfo und mehreren internationalen Partnern sind Materialien, die die Arbeit mit dem Thema erleichtern sollen, ein didaktisches Konzept sowie eine App (im Google Play Store bereits erhältlich, für iPhones folgt die App demnächst). Letztere beinhaltet ein Quiz zum Thema sowie ein Detektivspiel, beides mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden. Die Ergebnisse dieses Projekts sollen es ermöglichen, Jugendliche in die kritische Debatte der Medien- und Internetinhalte zu integrieren, gleichzeitig ihre Informations- und Medienkompetenz zu steigern und die Heranwachsenden dazu zu befähigen, ihre Informationen objektiv bewerten und beurteilen zu können. (fake-off.eu [2020])

Schulsozialarbeit legt sowohl in Neuen Mittelschulen, als auch in Volksschulen großes Augenmerk auf die Internetnutzung Jugendlicher. In Workshops kann die verantwortungsvolle Nutzung von Apps, Spielen und Social Media Plattformen geübt werden, während abstrakte Begriffe wie Datenschutz, Urheberrecht, Vorratsdatenspeicherung und nicht zuletzt Cybermobbing besprochen werden können. Die App Fake Off! bietet nun eine zusätzliche Möglichkeit, Jugendliche und deren Eltern im Umgang mit Sozialen Netzwerken zu stärken.

Weitere Infos:

www.fake-off.eu – Website des Projekts Fake Off!

www.saferinternet.at – Website der Initiative Safer Internet mit Materialien und vielfältigen Infos

www.mimikama.at – Website des Vereins zur Aufklärung über Internetmissbrauch. Fake News Datenbank.

www.hoaxmap.org – Website mit interaktiver Landkarte betreffend Fake News im Zusammenhang mit Menschen mit Fluchthintergrund.

Quellenangaben:

Saferinternet.at (2017): Aktuelle Studie zum Thema „Gerüchte im Netz“: Jugendliche verunsichert durch Fake News. In: www.saferinternet.at. URL: https://www.saferinternet.at/presse-detail/aktuelle-studie-zum-thema-geruechte-im-netz-jugendliche-verunsichert-durch-fake-news/ [abgerufen am 28.01.2020]

fake-off.eu (2020): Fake Off! In: www.fake-off.eu. URL: https://www.fake-off.eu/de/fake-off-de/ [abgerufen am: 28.01.2020)

Fake-nachrichten.info (2018): Beispiele für Fake News. In: www.fake-nachrichten.info. URL: https://fake-nachrichten.info/beispiele-fuer-fake-news/ (abgerufen am 28.01.2020)

 

 

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11
Februar
2020

Elterncafé in der Volksschule Graz-Hirten

Kindergesundheit ist ein sehr wichtiges Thema. Vor allem im Volksschulalter sind Kinder häufig von typischen Kinderkrankheiten betroffen. Um über Kindergesundheit zu informieren, organisierten die Schulsozialarbeiterinnen der Volksschule Graz-Hirten gemeinsam mit der Schulleitung ein Elterncafé dazu und luden eine Kinderärztin als Referentin ein.

Das Angebot richtete sich an die Eltern von Kindern der zweiten und dritten Schulstufe. Die Schulsozialarbeit teilte in Zusammenarbeit mit der Direktorin und den Klassenlehrerinnen Einladungen aus. Ein paar Tage vor der Veranstaltung wurden Erinnerungen ins Elternheft geschrieben, um möglichst viele Eltern zu erreichen.

Um sprachliche Barrieren zu vermeiden, wurde mittels der Einladung erhoben, für welche Sprachen Dolmetscher*innen notwendig waren. Diese organisierte der Schulleitung in Arabisch, Türkisch, Russisch, Ungarisch und Bosnisch/Kroatisch/Serbisch.

In gemütlicher Atmosphäre bei Tee und Kuchen trug die Kinderärztin fachlichen Input vor und behandelte Praxisbeispiele. Die Eltern nutzten die Möglichkeit, sich mit einer Expertin auszutauschen und stellten Fragen. Die Kinderärztin besprach mit den Eltern die Essgewohnheiten der Kinder und informierte über gesunde Ernährung. Dabei thematisierte sie auch das Thema Zahnhygiene. Typische Kinderkrankheiten wurden erörtert und Hintergrundwissen dazu wurde vermittelt. Weiteres wurden Fallbeispiele behandelt, bei denen sich die Eltern überlegen sollten, wie sie in den vorgegeben Situationen reagieren würden. Die Ärztin klärte auf, wann ein Besuch beim Arzt notwendig ist, wann die Eltern ihre Kinder in die Kinderklinik und wann in die Kindernotambulanz bringen müssen. Außerdem informierte sie darüber, dass es auf der Kinderklinik auch die Möglichkeit gibt, eine Dolmetscherin oder einer Dolmetscher zu organisieren.

Das Angebot wurde von den Eltern gut genutzt und es gab einen regen Austausch zwischen den Eltern und der Kinderärztin.

 

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4
Februar
2020

Kinderrechte: Eine Einführung

Kinder und Jugendliche haben ebenso wie Erwachsene Rechte. Es ist wichtig, dass Kinder über ihre Rechte informiert werden, um diese auch leben zu können. Die Verantwortung, dass sie diese kennen, tragen die Erwachsenen. Kinder, die von klein auf erfahren, dass sie geachtet werden, lernen dadurch auch ihre Mitmenschen zu respektieren und sich dafür stark zu machen (vgl. Deutscher Kinderschutzbund Landesverband Sachsen e.V. 2014, S. 1).

Dieses wichtige Thema ist auch für das Zusammenleben in der Schule sehr wichtig, weil die Schule ein wesentlicher Teil der Lebenswelt der Kinder ist. Deshalb ist es auch die Aufgabe der Erwachsenen in der Schule, Schüler*innen über ihre Rechte aufzuklären und zu informieren (vgl. Student 2015, S. 3).

In den Lehrplänen für Schulen sind viele Inhalte zu dieser wichtigen Thematik festgeschrieben. Schüler*innen sollen für ihre Rechte sensibilisiert werden und sie sollen deren Bedeutung begreifen lernen. Ihnen soll die Möglichkeit gegeben werden, an demokratischen Entscheidungen im Rahmen Schule mitzuwirken und sich Entscheidungsfähigkeit anzueignen. Weiters wird festgehalten, dass es eine Vielfalt des Zusammenlebens gibt und Gleichberechtigung und -behandlung eine tragende Rolle spielen. Mittels der Schlagworte Toleranz bzw. Akzeptanz sollen Kinder Verständnis für verschiedene Kulturen, Lebensweisen und Traditionen entwickeln sowie erkennen, dass jede/r das Recht z.B. auf Religionsfreiheit hat. Geschützt vor Gewalt und sozialer Ausgrenzung sollen Schüler*innen erlernen und erleben, wie es ist, ein gleichwertiges Mitglied in der (Schul-)Gesellschaft zu sein (vgl. BMBWF 2012, S. 91ff.).

Aufgrund der oben genannten Punkte ist es den ISOP Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeitern ein besonderes Bedürfnis, das Thema Kinderrechte zu bearbeiten. In den Volkschulen und NMS werden die Inhalte mit unterschiedlichen Methoden altersadäquat vermittelt.

 

 

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28
Januar
2020

Tanz-Tutorium an der NMS Engelsdorf

Im heurigen Schuljahr bieten erstmals fünf Schülerinnen der vierten Klasse in Zusammenarbeit mit der Schulsozialarbeit und einer Turnlehrerin der NMS Engelsdorf ein Tanz-Tutorium für Schüler*innen aus den ersten und zweiten Klassen an.

Die fünf Schülerinnen aus der vierten Klasse haben bereits im letzten Schuljahr eine Choreografie selbst entwickelt, einstudiert und am Schulfest vorgeführt. Von einer Turnlehrerin der Schule wurden die Mädchen besonders gefördert, indem diese ihr Talent betonte und vorschlug, als Tutorinnen tätig zu werden und jüngeren Schüler*innen Tanz-Choreografien beizubringen. In Zusammenarbeit mit der Schulsozialarbeit entstand somit die Idee, ein Tanz-Tutorium zu gründen, welches einmal pro Woche stattfindet und wo sich interessierte Schüler*innen aus den ersten und zweiten Klassen anmelden können.

Die Tutorinnen nehmen ihren Job sehr ernst und stellen durch regelmäßige Teilnahme, konkreten Überlegungen (Verhaltensregeln aufstellen, Choreografien in Kleingruppen üben, Achten auf Details etc.) und kindgerechten Umgang mit den jüngeren Mitschüler*innen ihre Selbstständigkeit und ihr Verantwortungsbewusstsein unter Beweis. Ihre Vorbildfunktion ist ihnen bewusst und sie haben Spaß an ihrer Aufgabe. Die Motivation und Freude der jüngeren Teilnehmer*innen bemerkt man an deren regelmäßigen Teilnahme und am konzentrierten Mitmachen.

Seit Mitte Oktober treffen sich nun jeden Donnerstag ca. 15 Schüler*innen von 14:30 bis 15:30 Uhr im Turnsaal der Schule und studieren poppige Moves zu aktuellen Hits ein.

Sehr beliebt sind dabei „TikTok-Dancemoves“, die viele der Teilnehmer*innen bereits aus ihrer Freizeit und durch ihre Handynutzung kennen. „TikTok“ (ehem. „Musical.ly“) ist eine App, wo kurze Musikclips angeschaut, aber auch aufgenommen und mit Spezialeffekten und Filtern bearbeitet werden können. Mit einem Account können zu einer bestimmten Hintergrundmusik eigene Moves oder Interpretationen kreiert werden, die dann wiederum von anderen Nutzer*innen angeschaut, bewertet oder kommentiert werden können (Österreichisches Institut für angewandte Telekommunikation [2019])

Man muss in diesem Zusammenhang aber auch erläutern, dass die App „TikTok“ nicht ohne Grund sowohl von Jugendschutz- und Datenschutzbeauftragten als auch von Pädagog*innen immer wieder kritisch hinterfragt wird und auch in mehreren Punkten angeklagt wurde:

  • Die Nutzung ist in Österreich erst ab dem 14. Lebensjahr erlaubt (und das auch nur mit Zustimmung der Eltern), wobei das tatsächliche Alter der Nutzer*innen aber weit darunter liegt (Österreichisches Institut für angewandte Telekommunikation [2019]).

  • Der Plattform wird auch vorgeworfen, zu wenig gegen Sexismus und Cybermobbing in den Kommentaren vorzugehen (Duhm, L. [2018]).

  • Da es ein chinesisches Videoportal ist, werden (im Sinne der chinesischen Regierung) auch politische, religiöse und homosexuelle Inhalte zensiert und damit die Meinungsfreiheit der Nutzer eingeschränkt (Wittenhorst, T. [2019]).

Nichtsdestotrotz beschäftigen sich insbesondere Mädchen im Alter von 9-15 Jahren viel mit dieser App, da sie auch die Möglichkeit zur Kreativität und Selbstinszenierung schafft. Im Rahmen des Tanz-Tutoriums kann die Schulsozialarbeit Einblick in die Freizeitwelt der Kinder und Jugendlichen erlangen und es bietet sich z.B. die Gelegenheit, mit ihnen neben Tanz und Spaß auch über ihr Nutzungsverhalten zu sprechen.

Da nun die teilnehmenden Mädchen bereits viele Moves und Choreografien zu bestimmten Musikclips kennen, sind die Lernerfolge recht schnell erkennbar und die Freude, Motivation und auch das Engagement sind auf beiden Seiten spürbar.

Wir fiebern schon sehr dem ersten gemeinsamen Auftritt entgegen!

Quellenangaben:

Österreichisches Institut für angewandte Telekommunikation (2019): TikTok. In: www.saferinternet.at. URL: https://www.saferinternet.at/privatsphaere-leitfaeden/tiktok/ [abgerufen am: 10.12.2019]

Duhm, Lisa (2018): WhatsApp, Instagram und Co.: Jugendschützer halten viele Apps für nicht kindgerecht. In: Spiegel Online. URL: https://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/whatsapp-instagram-tiktok-wo-der-jugendschutz-zu-wuenschen-uebrig-laesst-a-1228011.html [abgerufen am 17.12.2018]

Wittenhorst, Tilmann (2019): Videoplattform TikTok blockiert Inhalte mit Bezug zu Homosexualität. In: heise online. URL: https://www.heise.de/newsticker/meldung/Videoplattform-TikTok-blockiert-Inhalte-mit-Bezug-zu-Homosexualitaet-4542800.html [abgerufen am 17.12.2019]

 

 

Empfehlung:

www.saferinternet.at/news-detail/ratgeber-was-eltern-ueber-tiktok-wissen-muessen/

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22
Januar
2020

Freizeitangebot Buddy-Spielenachmittag

Von Schulsozialarbeit initiiert und begleitet gibt es an der NMS Karl Morre schon seit etlichen Jahren das Buddy-Projekt. In diesem Rahmen werden die Erstklässler*Innen beim Schuleinstieg von Schüler*innen aus den vierten Klassen begleitet und unterstützt.

Die Erfahrung hat gezeigt, dass diese Begleitung für die Erstklässler*innen vor allem im Herbst wichtig ist. Bis zu den Weihnachtsferien haben sie sich dann soweit in der neuen Umgebung eingelebt, dass sie ohne ihre Buddies zurechtkommen, weshalb jedes Jahr vor Weihnachten als letzter Höhepunkt und gleichzeitig Abschluss des Buddy-Projekts gemeinsame Freizeitaktivitäten von Buddies und Erstklässler*innen stattfinden.

In diesem Schuljahr entschieden sich die Buddies dafür, ihre „Schützlinge“ zu gemeinsamen Spielenachmittagen einzuladen. Für jede der beiden ersten Klassen war ein Nachmittag mit verschiedenen Brett- und Kartenspielen geplant. Organisation und Aufsicht wurden von der Schulsozialarbeit übernommen, die Buddies überreichten den Kindern persönlich die Einladungen. Auch für ausreichend Getränke und Knabbereien war gesorgt, sodass entspannten und lustigen Spielenachmittagen nichts mehr im Weg stand.

Zahlreiche nutzten Kinder die Chance, noch einmal gemeinsam mit ihren Buddies Zeit zu verbringen und verschiedene Spieleklassiker wieder und manches zum ersten Mal zu spielen!

Mit diesen beiden Nachmittagen entließen die Buddies die jüngeren Kinder aus ihrer Obhut, und konzentrieren sich jetzt voll und ganz auf den Schulabschluss.

Liebe Buddies: Wir sagen „Danke!“ für euer großartiges Engagement.

 

 

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14
Januar
2020

Wir basteln Schneeflocken!

In der Volksschule Bertha von Suttner warten die Schüler*innen bereits ungeduldig auf den ersten Schnee in Graz… das dauert aber noch! An einem kreativen Eltern-Kind-Nachmittag konnten sie sich nun selbst gebastelte Schneeflocken für Zuhause mitnehmen.

Im Rahmen der Schulsozialarbeit wurden die Eltern der 1. Und 2. Klassen der Volksschule zu einem Eltern-Kind-Kreativnachmittag eingeladen. Die Leiterin der Schule stellte dafür extra den Konferenzraum zur Verfügung.

Bei Eltern-Kind-Aktivitäten werden die Eltern der Schüler*innen in die Schule eingeladen, um die Schule GEMEINSAM mit ihren Kindern zu erleben. So passiert – in angenehmem Rahmen – eine positive Anbindung an die Schule. Wichtig ist dabei auch, dass Kinder und Eltern zusammen Zeit verbringen und etwas gemeinsam tun. Auch kommt es dabei zu vielen Gesprächen unter Eltern, die sich noch nicht so gut kennen. Nebenbei können sie auch Fragen an die Schulsozialarbeit stellen.

An diesem Nachmittag wurden aus Papiertüten Riesen-Schneeflocken gebastelt. Die Familien durften die Schneeflocken mit nach Hause nehmen. Eine Anleitung dazu findest du als pdf-Datei hier: Anleitung_Schneeflocke

Die Einladungen wurden zahlreich angenommen und bald tummelten sich viele Mamas, Papas und Kinder im Konferenzzimmer. Es wurde fleißig gebastelt, sich gegenseitig geholfen und viel gelacht. Wenn auf den nächsten freien Klebestift gewartet werden musste, plauderten die Eltern bei Kaffee und Kuchen. Nach dem Kleben und Schneiden der Brottüten ist ein besonderer Moment, wenn endlich die Schneeflocke geöffnet werden konnte: Kinder und Eltern standen mit staunenden Augen da, ebenso wie jüngere Geschwister, die mit dabei und begeistert waren. Auch die Schulleiterin selbst half fleißig mit und brachte sich tatkräftig ein.

Im Februar wird es den nächsten Kreativ-Nachmittag in der Volksschule Bertha von Suttner geben… bis dahin haben uns hoffentlich schon ECHTE Schneeflocken in Graz beglückt…

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8
Januar
2020

Feedbacks aus 10 Jahren Schulsozialarbeit in der Steiermark

„Die Kinder haben so ein Bedürfnis zu reden und wahrgenommen zu werden. Dafür haben wir einfach keine Zeit und deshalb ist es toll, dass ihr das macht.”

Lehrer*in einer NMS zur Schulsozialarbeit

„Als ihr am Anfang gekommen seid hab ich mir gedacht: Schon wieder Neue und die kosten so viel Geld. Und jetzt, wo ich sehe, was ihr tut, muss ich sagen, dass das gut ist  was ihr da so macht.“

Schulwart zur Schulsozialarbeit

„Die gute Vernetzung mit Eltern, Lehrer*innen und Schüler*innen ist besonders bedeutsam. Die Schulsozialarbeit übernimmt hier eine sehr wichtige Rolle und berät Eltern bei Bedarf auch darin, sich die geeignete außerschulische Unterstützung zu holen.“

Lehrer*in einer NMS

„In diesem Schuljahr gab es zum Beispiel einen Mobbingvorwurf an der PTS, wo der Dienst der Schulsozialarbeit sofort zum Einsatz gekommen ist und äußerst kompetent mit allen Beteiligten gearbeitet wurde.“

Schulleiter*in einer NMS, PTS

„Schulsozialarbeit hat mir sehr viel Stress erspart, da es ganz kurzfristig möglich war jemanden zu bekommen, der sich um ein aktuelles Problem oder eine Krise  kümmern konnte, für die ich erst viel später Zeit gehabt hätte.“

Lehrer*in einer NMS

„Schulsozialarbeit bringt neue Ideen für den Umgang mit Eltern und schwierigen Situationen an die Schule.“

Lehrer*in einer NMS

„Das Projekt der Schulsozialarbeit kam genau zum richtigen Zeitpunkt, als Probleme mit verhaltensauffälligen SchülerInnen sehr präsent waren und einige Kolleg*innen dringend Hilfe benötigten. Diese kam sehr zielgerichtet und niederschwellig – durch die Schulsozialarbeit.“

Schulleiter*in einer Volksschule

 „Schulsozialarbeit ist eine große Unterstützung in akuten Krisen und bei der kontinuierlichen Arbeit mit SchülerInnen mit entsprechendem Bedarf.“

Schulleiter*in einer PTS

„Als Pädagogin ist die Schulsozialarbeit für mich eine sehr wertvolle Unterstützung, ein wichtiger Teil für das große Ganze. Die Aufgabe der Schule ist es, nicht nur Wissen zu vermitteln, sondern auch soziale Kompetenzen zu stärken. In der Praxis ist das oft ein sehr breiter Spagat, den man bewältigen muss.“

Lehrer*in einer NMS

„Ich finds gut, dass du heute noch hier bist, wer weiß wie es so manchen Kindern geht, wenn sie ihr Zeugnis bekommen.”

Lehrer*in zur Schulsozialarbeit am letzten Schultag

„Eigentlich hab ich gar kein Problem, ich möchte dir heute nur erzählen, dass ich sooo  glücklich bin!”

Schüler*in zur Schulsozialarbeit

„Ich bin froh, dass Sie hier sind. Sie bringen eine gute Stimmung in die Schule.”

Mutter zur Schulsozialarbeitg

„Der hat mich angemault und ich wollte ihn echt schlagen, das hätte er verdient. Aber dann hab ich gedacht, was werden die Schulsozialarbeiter wohl sagen, wenn sie erfahren, dass ich ihn geschlagen habe und dann habe ich es nicht getan und habe ihn einfach ignoriert, echt das war so!”

Schüler*in zur Schulsozialarbeit

„Für die Dynamiken in meiner Klasse ist das Gewaltpräventionsprojekt der Schulsozialarbeit genau richtig gekommen und hat einige positive Veränderungen  bewirkt.“

Lehrer*in einer Volksschule

„Mit dir kann ich reden. Mit meinem Vater geht das nicht so.”

Schüler*in zur Schulsozialarbeit

„Gestern war ich auf einer Fortbildung bei der ein Experte erzählt und präsentiert hat, wie wichtig Soziale Arbeit in Schulen ist. Da musste ich schmunzeln, weil das bei uns schon seit Jahren passiert und funktioniert. Da habe ich wieder gesehen, wie glücklich wir sein können, weil wir etwas haben, das nur wenige haben.”

Lehrer*in zur Schulsozialarbeit

„Du, ich muss dir das jetzt noch erzählen: Zwei Schülerinnen haben sich gestritten, und dann wollte ich das mit ihnen besprechen. Sie haben dann gemeint dass sie sich das schon selbst ausgeredet und einen Vertrag gemacht haben. Also so wie sie das bei euch machen. Und das haben sie jetzt selbst gemacht, ich find das so super!”

Lehrer*in zur Schulsozialarbeit

„Die Schulsozialarbeit wirkt sich äußerst positiv auf den gelebten Schulalltag aus. Unsere Schulsozialarbeiterin arbeitet direkt an der Schule, ist vor Ort persönlich erreichbar und  bei Bedarf auch spontan ansprechbar.“

Lehrer*in über Schulsozialarbeit

„Du und die Beratungslehrerin seid der Grund, warum ich – trotz der ganzen Vorfälle – noch gerne in der Früh in der Schule gehe. Auch wenn wir Lehrer*innen mit manchen Situationen überfordert sind, weiß ich: Morgen kommst du oder die Beratungslehrerin und dann werden wir gemeinsam einen Weg finden, um mit dem Ganzen umzugehen.”

Schulleiter*in zur Schulsozialarbeit

„Es ist schon gut, wenn man so einen Erwachsenen hat, der nett ist.“

Schüler*in zur Schulsozialarbeit

 

 

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19
Dezember
2019

Kindness Challenge

Throw Kindness around like confetti

„Kindness” bedeutet: the quality of being friendly, generous, and considerate. Im Deutschen wird das Wort oft mit Freundlichkeit, Herzlichkeit, Nettigkeit oder auch Entgegenkommen übersetzt.

Weihnachten wird nachgesagt, dass es das Fest der Liebe sei. Schulsozialarbeit arbeitet mit den Kindern das gesamte Schuljahr über auf verschiedene Arten und Weisen daran, freundlich, respektvoll und achtsam zueinander zu sein. Besonders um die Weihnachtszeit werden diese Themen aber auch medial und gesellschaftlich propagiert. Schulsozialarbeit nimmt sich das Fest der Liebe zum Anlass, um mit den Kindern die Fähigkeit zu „kindness and love” noch mehr zu verinnerlichen. In den Grazer Schulen kommen Kinder unterschiedlicher Herkunft, Kulturen oder Religionen zusammen, weshalb typisch österreichische Weihnachten nicht allen bekannt ist. Viele kennen gewisse Bräuche wie z.B. Adventkranz, Adventkalender, Christbaum oder sich gegenseitig beschenken. Einige Bräuche sind in vielen Kulturen üblich, nur eventuell an anderen Tagen. Was die Familien zu Weihnachten machen, egal aus welchem Land sie kommen oder welcher Religion sie angehören, ist gemeinsam gut zu essen, gemeinsam Zeit zu verbringen und sich gern zu haben. Die Kinder sind sich daher alle einig: „Im Dezember wollen wir Liebe schenken.“

Schulsozialarbeit bastelt deshalb mit den Kindern in verschiedenen Klassen (auch in der mehrsprachigen Klasse) an einem ganz besonderen Adventkalender, nämlich an der „Kindness Challenge”.

  • jemanden freundlich grüßen

  • jemanden anlächeln

  • jemandem die Tür aufhalten

  • jemandem einen Witz erzählen

  • jemanden etwas vorlesen

  • jemanden zuhören

  • mit jemandem neuen Spielen

  • jemandem aufhelfen, wenn er hingefallen ist, etc.

Jeden Tag im Dezember dürfen sich die Kinder eine Aufgabe aussuchen, die sie an diesem Tag machen möchten. Sie dürfen sich natürlich auch selbst etwas überlegen und ihren eigenen „act of kindness” machen. Hier haben die Kinder zum Beispiel geschrieben:

  • Ich helfe meinen Eltern

  • Ich lese meinem kleinen Bruder/meiner kleinen Schwester etwas vor

  • Ich helfe einem Freund/einer Freundin bei der Aufgabe

  • Ich helfe beim Aufräumen

Zusätzlich gibt es bei der „kindness challenge” auch die Option, dass Kinder auf Karten eine Zeichnung machen, ein Kompliment für jemanden schreiben oder eine Geschichte erzählen und diese Karten in der Klasse oder in der Schule weitergeben, um die Freundlichkeit auch außerhalb der eigenen Klasse zu teilen. Es gibt auch kleine Notizzettel auf die die Kinder entweder Herzen oder das Wort „smile”‚ „hug” oder auch „high five” malen können, welche ebenfalls (wie Konfetti) verteilt werden, um so Liebe und Freundlichkeit zu schenken.

Im Dezember haben die Kinder Unmengen an Freundlichkeit und Liebe verschenkt und geteilt. Sie haben Herzen an Klassentüren oder das Zimmer der Schulleitung gehängt, sie haben Karten geschrieben, um jemanden einen schönen Tag zu wünschen, Lehrer*innen und Kinder haben Briefe bekommen, in denen gestanden ist, dass sie einen schönen Tag haben sollen oder dass sie wundervoll sind. Die Kinder haben sich Karten geschrieben und gegenseitig Komplimente gemacht und sich umarmt, angelächelt und liebgehabt. Sie haben die „kindness” auch nach Hause mitgenommen, den Eltern beim Aufräumen oder beim Kochen oder einem jüngeren Geschwisterkind bei der Aufgabe geholfen oder ihnen etwas vorgelesen.

In der letzten Stunde vor den Weihnachtsferien haben sich die Kinder gemeinsam mit Schulsozialarbeit die guten Taten und die Liebe noch einmal ins Klassenzimmer geholt, darüber reflektiert und erzählt, wie es den Kindern dabei gegangen ist, was die Kinder im Gegenüber ausgelöst haben und was „kindness” für sie bedeutet und was sie für sich mitgenommen haben.

Folgend ein paar Antworten der Kinder:

Was ist die „kindness challenge”? Was bedeutet „kindness” für mich?

  • In der „kindness challenge” verteilt man Liebe

  • dass ich nett bin, lieb bin und mit jemandem spiele

  • dass ich einen Witz mache, um jemanden fröhlich zu machen oder dass ich jemanden tröste

  • dass ich Menschen ein Kompliment sage

  • dass man die Liebe teilt

  • etwas Nettes zu tun und dass man sich hilft

  • dass man mit der Schwester nicht mehr streitet, sondern mit ihr etwas spielt

  • dass ich gut bin und für die Liebe bin

  • dass ich anderen helfe und die Tür für jemanden aufmache

  • dass ich jemandem ein Wasser gebe, wenn er traurig ist

  • dass man etwas Nettes und Liebes für andere tut

  • dass man mit anderen spielt, um gemeinsam glücklich zu sein

  • dass ich jemanden tröste, wenn er traurig ist und ihm helfe

  • dass man teilt

  • dass man gemeinsam Spaß hat

  • dass man helfen soll und nicht einfach zuschaut und weggeht

  • dass ich meinen Eltern helfe

  • dass ich meiner Mama geholfen habe

  • dass ich mit meinem Vater gespielt habe und wir gemeinsam froh waren

Schulsozialarbeit wünscht Ihnen/Euch eine schöne Weihnachtszeit und einen guten Start ins neue Jahr!

Sie/Ihr sind/seid herzlich dazu eingeladen, bei der „kindness challenge” mitzumachen und im neuen Jahr Liebe und Freundlichkeit wie Konfetti zu (ver)teilen.

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16
Dezember
2019

Freizeitnachmittag – Wir basteln einen Adventkalender

Die Weihnachtszeit ist ja bekanntlich die schönste Zeit im Jahr. Um den Schüler*innen die Wartezeit bis zu den Weihnachtsferien zu verkürzen, wurde bereits vor ein paar Jahren die Idee geboren, gemeinsam mit den Schüler*innen der NMS & PTS Mürzzuschlag im Rahmen eines Freizeitnachmittags einen Adventkalender zu basteln.

Bei der Gestaltung ihrer Säckchen hatten die Schüler*innen freie Wahl und der Kreativität wurden keine Grenzen gesetzt. Sie konnten die unterschiedlichsten Materialien – wie Sticker mit Weihnachtsmotiven, Washi-Tapes oder einfaches Geschenkpapier – verwenden. Um genügend Zeit für die Gestaltung des Kalenders zu haben, trafen wir uns alle an zwei Nachmittagen für jeweils 2 Stunden. Auch der Direktor war von unserem Projekt ganz angetan und so konnten wir den Kreativraum in der Schule nutzen, um uns dort mit all unseren Materialien auszubreiten.

Der Adventkalender wurde dann im Beratungsraum der Schulsozialarbeit schön in Szene gesetzt und aufgehängt. Ende November durfte jedes Kind, das teilgenommen hat, eine Nummer ziehen und das eigene Kästchen wurde dann am entsprechenden Tag abgeholt.

Das aufregende an einem Adventkalender ist natürlich das Öffnen der Kästchen. Jedes einzelne Säckchen wurde mit vielen lieben Kleinigkeiten befüllt. Die Schüler*innen erwarten brauchbare Utensilien für die Schule wie Bleistift, kleine Radiergummi etc., aber auch Süßigkeiten in jeglicher Geschmacksrichtung.

Die Idee ist bei den Schüler*innen so gut angekommen, dass sie bereits jetzt gesagt haben, auch im nächsten Schuljahr unbedingt wieder einen Kalender basteln zu wollen.

In diesem Sinne wünschen wir Frohe Weihnachten und eine ruhige, stressfreie und besinnliche Adventzeit.

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10
Dezember
2019

Festakt „10 Jahre Schulsozialarbeit in der Steiermark“

Seit das Land Steiermark im Rahmen eines Pilotprojekts die Caritas der Diözese Graz-Seckau und ISOP – Innovative Sozialprojekte GmbH erstmals damit beauftragte, Schulsozialarbeit an mehrere Pflichtschulen im Bundesland zu bringen, sind zehn Jahre vergangen. Anlässlich dieses Jubiläums lud die Fachabteilung 6 Gesellschaft des Amts der Steiermärkischen Landesregierung am 14. November 2019 zu einem großen Festakt im Wartingersaal des Steiermärkischen Landesarchivs. Als Moderatorin führte Dr.in Michaela Marterer von der STVG – Steirische Volkswirtschaftliche Gesellschaft durch den Nachmittag.

 

Dr.in Michaela Marterer

Zum Auftakt ließen Mag.a Ursula Lackner als zuständige Landesrätin für Bildung und Gesellschaft sowie HRin Mag.a Alexandra Nagl als Leiterin der Fachabteilung 6 Gesellschaft die Erfolgsgeschichte von „Schulsozialarbeit in der Steiermark“ von den noch zaghaften Anfängen bis zum etablierten Angebot an Pflichtschulen in allen Bezirken des Landes Revue passieren. Mag. Herbert Beiglböck, MBA, Direktor der Caritas der Diözese Graz-Seckau, und Mag. Robert Reithofer, Geschäftsführer von ISOP-Innovative Sozialprojekte, brachten in einem Interview die Erfahrungen der Auftragnehmer*innen ein, die seit der ersten Stunde dabei sind.

LRin Mag.a Ursula Lackner

 

HRin Mag.a Alexandra Nagl

 

von links nach rechts: Dr.in Michaela Marterer – Mag. Herbert Beiglböck, MBA – Mag. Robert Reithofer

Die Ergebnisse der Evaluation der Jahre 2015 bis 2018, die vom Team rund um Univ.-Prof. Mag. Dr. Arno Heimgartner, Karl-Franzens-Universität Graz und X-Sample Sozialforschung, durchgeführt wurde, sowie die Entwicklung von Schulsozialarbeit in der Steiermark aus der Sicht der Projektleiterin von ISOP-Schulsozialarbeit, Mag.a Sandra Jensen, waren Gegenstand von zwei Kurzvorträgen. Monika Tragner, Bakk. phil., Projektleiterin Schulsozialarbeit der Caritas der Diözese Graz Seckau, präsentierte Videobotschaften von Expert*innen, Schulsozialarbeiter*innen, Schüler*innen, Schulleiter*innen und Eltern zum 10-jährigen Jubiläum.

Univ.-Prof. Mag. Dr. Arno Heimgartner

 

Mag.a Sandra Jensen

 

Monika Tragner, Bakk. phil.

Im Anschluss konnten die Anwesenden die Ausstellung von ISOP bewundern, Methoden der Schulsozialarbeit von verschiedenen Auftragnehmer*innen kennenlernen und sich nicht nur am Buffet stärken, sondern sich auch in ungezwungener Atmosphäre miteinander austauschen.

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