5
Dezember
2019

Traudi!-prämierte Mädchengruppe

Ein Kooperations-Projekt mit ISOP Schulsozialarbeit

Am 15. November 2019 wurde unser Projekt einer Mädchengruppe im festlichen Rahmen der Kinderrechtegala im Grazer Dom im Berg mit dem TrauDi!, dem Steirischen Kinderrechtepreis –1.Preis in der Kategorie außerschulische Projekte– geehrt.

Fotocredit: © Clemens Nestroy, Kinderbüro – Die Lobby für Menschen bis 14

Die Idee, ein spezielles Freizeitangebot für Mädchen zu kreieren, entstand bereits 2015 auf Wunsch einiger Mädchen des Jugendzentrums EggenLend in Graz. Sie wollten ganz unter sich Sport machen und themenspezifische Gespräche führen können, also sozusagen eine „bubenfreie“ Zone für sich erschließen. Diesem Bedürfnis wurde nachgegangen und in Zusammenarbeit mit affido-pflegefamilien-kinderdörfer-familienarbeit Gmbh, der ISOP Schulsozialarbeit und dem Jugendzentrum EggenLend ein Mädchenprojekt im Grazer Sozialraum 4 (Bezirke Lend, Eggenberg, Gösting) gegründet.

Offizielle Projektträger sind das Amt für Jugend und Familie der Stadt Graz und die AG SR4. Konkret daran beteiligt sind die Schulsozialarbeiterinnen und Schülerinnen der NMS Karl Morre, NMS Algersdorf und NMS Kepler, die Mitarbeiterinnen des Jugendzentrums EggenLend sowie Mitarbeiterinnen der sozialräumlichen Familienarbeit von affido.

Das Angebot ist aufgrund der sozio-ökonomischen Bedingungen der Familien kostenlos, niederschwellig und offen für alle Mädchen aus dem Sozialraum. Indem ihnen neue Räume und Möglichkeiten des Selbstausdrucks gegeben werden, werden insbesondere Mädchen aus bildungsferneren und sozial benachteiligten Familien gefördert. Um in die Gruppe kommen zu können, werden von den Gruppenleiterinnen die Kontaktdaten der Eltern anhand eines Anmeldeformulars eingeholt.

Die Mädchengruppe findet 14-tägig immer nachmittags zur selben Uhrzeit und an fixen Standorten (Turnsaal BORG Dreierschützengasse und Jugendzentrum EggenLend außer bei Ausflügen) statt. Die Angebote richten sich grundsätzlich an alle 10- bis 18-Jährigen, jedoch sind die meisten Teilnehmerinnen derzeit im Alter von 10 bis 14 Jahren. Es kommen Mädchen der Einzelfallhilfe des Jugendamtes, Mädchen aus dem Frauenhauswohnhaus Haus Franziska der Caritas und Mädchen, die über die Schulsozialarbeiterinnen und Besucher*innen des Jugendzentrums EggenLend zur Gruppe stoßen.

Das konkrete Programm wird mit dem Mädchen partizipativ erstellt und beinhaltet verschiedene Aktivitäten wie Sport, Tanz, Kochen, kreative Angebote, Besuche von anderen Institutionen und Bildungseinrichtungen, Workshops zu speziellen Themen uvm. Vor allem aber wird den Mädchen im Projekt ein Raum gegeben, wo sie einfach sie selbst sein sowie sich neu entdecken und gemeinsam wachsen können. So wird beobachtet, dass die Mädchen sich offener zeigen, selbstbewusser auftreten und über Themen sprechen, die sie vor Buben nicht besprechen möchten. Ebenso wurden/werden neue Freundschaften geknüpft und bestehende vertieft.

Mit der Einreichung des Projekts für den TrauDi! Kinderrechtepreis wollten wir als Projektdurchführende darauf aufmerksam machen, dass Mädchen ein Recht auf Freizeit, Spiel und Teilhabe im öffentlichen Raum haben, sowie mögliche Nachahmer*innen motivieren, ähnliche Projekte für Mädchen zu initiieren. Die erhaltene Auszeichnung bestätigt uns auf unserem Weg.

Wie gut die Mädchengruppe bei allen Beteiligten ebenso wie bei Eltern, Leitungen und Schulen ankommt, zeigt das folgende Feedback einer Mutter nach dem Besuch der Kinderrechte-Gala:.

„Danke noch einmal für die Einladung. Meine Tochter hat sich sehr gefreut und es war lustig. Ihr seid echt ein tolles Team, wirklich. Ihr seid eine Bereicherung für die Jugendlichen, manche haben es nicht leicht und ihr unterstützt sie sehr. Also ich bewundere eure Arbeit und ihr leistet sehr viel und es gehört eigentlich viel mehr getan für die Jugendlichen. Sie brauchen Menschen wie ihr seid.“

Das Preisgeld des TrauDi! kommt – natürlich – direkt den Mädchen zu Gute. Geplant ist ein spezielles Angebot basierend auf Vorschlägen der Teilnehmerinnen an der Mädchengruppe selbst, über die sie demokratisch abstimmen werden.

Abschließend soll nochmals die hervorragende Kooperation zwischen ISOP-Schulsozialarbeit, offener Jugendarbeit sowie Kinder- und Jugendhilfe unterstrichen werden, die maßgeblich zum Erfolg des Projekts beiträgt.

Und zu guter Letzt: Ein Ausbau des Projekts Mädchengruppe ist bereits in Planung!

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26
November
2019

Demokratie vermitteln – Kinderrechteworkshops in der NMS Dr. Renner

Alljährlich im November finden in den zweiten Klassen der NMS Dr. Renner in Graz Workshops zum Thema „Kinderrechte“ statt. Die Deklaration der Menschrechte und schließlich auch die Kinderrechtekonvention zählen zu sehr großen Errungenschaften der Menschheit, die es wert und wichtig sind, vermittelt zu werden, und jedes Kind hat auch das Recht diese vermittelt zu bekommen.

Am 20. November 1989 verabschiedete die Generalversammlung der Vereinten Nationen die KRK – Konvention über die Rechte des Kindes. Alle Kinder der Erde, egal welcher Hautfarbe, Nationalität, ethnischer oder religiöser Zugehörigkeit erhielten verbriefte Rechte auf Überleben, Entwicklung, Schutz und Beteiligung (weitere Informationen auf  https://unicef.at/kinderrechte-oesterreich/kinderrechte,  Zugriff: 08.11.2019)

Die Erarbeitung der Thematik im Rahmen des Workshops beginnt mit der Vorstellung des mitgebrachten Hundestofftieres „Wauzi“. Wauzi ist schon sehr alt und hat schon viel erlebt, auch überlebt. Er lebt seit meinem ersten Weihnachtsfest bei mir zu Hause. Aber was glaubst du braucht „Wauzi“, damit es ihm gut geht? Was braucht er zum Überleben? Die Kinder dürfen hier nun kurz zu zweit und dann in der Großgruppe Ideen sammeln, die auf der Tafel aufgeschrieben werden. Essen und Trinken, Spielzeug und eine Hundehütte sind die häufigsten Antworten der Kinder. In diesem Jahr sagten die Schüler*Innen auch Liebe, eine oder einen Besitzer, Gesundheit und medizinische Versorgung, Freunde zum Spielen und einen Frisör .

In einem zweiten Schritt werden die Schüler*Innen in Kleingruppen aufgeteilt. An den Wänden werden vier Plakate aufgehängt mit folgenden Fragen:

  • Was brauchen Kinder um glücklich zu sein?

  • Was brauchen Kinder zum Überleben?

  • Wovor muss man Kinder schützen?

  • Welche Kinder brauchen besonderen Schutz?

Jede Gruppe kann zu jedem Plakat etwas beitragen. Schön zu sehen sind die eifrigen Diskussionen der Schüler*Innen, vor allem wenn es darum geht, was gebraucht wird, um glücklich zu sein. Hier fallen ganz oft Begriffe wie Playstation, Handy und Internet. Alle Beiträge werden aber auch im Plenum diskutiert und ergründet. Mit der Frage „Haben Kinder ein Recht auf all diese diskutierten Beiträge?“ wird übergeleitet auf die Thematik der Kinderrechte. Ein Video wird gemeinsam angesehen und wir besprechen die wichtigsten Punkte und Grundsätze der Kinderrechtskonvention.

Auch eine kreative Ausgestaltung und Ausarbeitung der Kinderrechte findet im Rahmen dieser Workshopreihe statt. Die Schüler*Innen bekommen die Aufgabe, ihr persönliches „Lieblings“-Kinderrecht kreativ umzusetzen. Sei es als Zeichnung, im Rahmen eines Textes oder einer Collage. Viele tolle Sachen entstehen. Die kreative Gestaltung dient dazu, sich selbst nochmals auf einer anderen Ebene mit der Konvention auseinanderzusetzen.

Den Abschluss der Workshopreihe ist jedes Jahr der Besuch der Kinderrechteworkshops, der vom Kinderbüro organisiert und gestaltet wird. Ein tolles Event im Dom im Berg mit dem Highlight für die Schüler*Innen, an diesen Workshops teilnehmen zu können. In diesem Jahr fand die Veranstaltung am 15.11.2019 statt. Vormittags die Workshops für die Schulklassen und am Abend die Kinderrechte-Gala, die für Jung und Alt alles zum Thema „Kinderrechte“ bot.

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25
November
2019

Was tun bei Mobbing?

Wer den blog von Kinderbüro nicht kennt, sollte sich ihn anschauen:

https://kinderbuero.at/blog/

Der Beitrag über Mobbing und über Verantwortung aller Beteiligten ist sehr empfehlenswert!

Aufklären – Hinschauen – Nachfragen – Unterstützung holen – Stützen – Grenzen setzen

Dabei bei Bedarf auf die Unterstützung von KIJAs neue Koordinierungsstelle bei Mobbing kontaktieren!

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19
November
2019

Monat der Kinderrechte an der NMS St. Peter

Der November ist der Monat der Kinderrechte. Aus diesem Anlass fanden in der NMS St. Peter Workshops zu diesem wichtigen Thema statt. Die Kinder wurden dabei über ihre Rechte aufgeklärt und informiert. Durch verschiedene Übungen und Diskussionen wurden die nötigen Grundlagen gegeben. Die Kinder beschäftigten sich mit der Frage, was sie brauchen, um glücklich zu sein, und setzten sich so mit ihren Bedürfnissen und Wünschen auseinander.

Die 1a Klasse machte auch eine Phantasiereise ins Land der Kinderrechte. Dabei entstanden wunderbare Zeichnungen, wie sie sich ihr Wunsch-Kinderrechte-Land vorstellen.

Abschließend wurden die Kinderrechte-Workshops vom Grazer Kinderbüro im Dom im Berg besucht, bei der auch die Kunstwerke ausgestellt wurden und von allen Besucher*innen bewundert werden konnten.

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14
November
2019

Zehn Jahre ISOP Schulsozialarbeit im Bezirk Bruck-Mürzzuschlag

Mittlerweile sind nun schon zehn Jahre vergangen, seit Schulsozialarbeit auch im Bezirk Bruck-Mürzzuschlag Jugendliche beim Erwachsenwerden mit all seinen Herausforderungen begleitet und unterstützt. Es waren ereignisreiche, spannende, herausfordernde, manchmal traurige, aber auch sehr schöne Jahre, in denen sich das spannende Arbeitsfeld stetig weiterentwickelt hat.

Hier ein kurzer Rückblick auf die vergangenen zehn Jahre:

Im November 2009 startete Schulsozialarbeit im damaligen Bezirk Bruck/Mur an insgesamt vier Standorten, und zwar an den (mittlerweile zusammengelegten) HS/RS Bruck Schillerstraße und HS Bruck Kirchplatz sowie an der HS Kapfenberg Stadt und der HS St. Marein im Mürztal. Obwohl die zusätzliche Unterstützung im Schulalltag durchaus als sehr positiv erkannt wurde, begegneten die Beteiligten ihr doch erst einmal mit etwas Skepsis. Schließlich war Schulsozialarbeit noch ein völlig neues und damit unbekanntes Arbeitsfeld nicht nur für Schüler*innen, Schulleitungen, Lehrer*innen, Beratungslehrer*innen, Bezirksschulinspektor, Eltern bzw. Erziehungsberechtigte und überhaupt alle, die mit Schule zu tun hatten, sondern auch für die zwei Schulsozialarbeiterinnen selbst. Im Vordergrund standen daher am Anfang das gegenseitige Kennenlernen von Schulsozialarbeiterinnen und Schüler*innen ebenso wie Lehrer*innen und das Bekanntwerden mit den Gegebenheiten an den Schulen.

Die Schüler*innen selbst nahmen das Angebot der Schulsozialarbeit recht schnell an. Sie kamen mit ihren Anliegen im Rahmen von Beratungen zu den Schulsozialarbeiterinnen und beteiligten sich auch rege an den verschiedenen Gruppen- und Freizeitangeboten, die es seit dem Start von Schulsozialarbeit an jedem Standort an zwei Tagen pro Woche gab wurden (und immer noch gibt). Schulleitungen und Lehrer*innen bedurften einer etwas längeren Aufwärmphase, aber nach und nach erkannten auch sie den Nutzen von Schulsozialarbeit und öffneten sich immer mehr, wodurch sich die Zusammenarbeit kontinuierlich verbesserte.

Nachdem Schulsozialarbeit sich im Bezirk Bruck/Mur bereits gut bewährt hatte, wurde sie im Jahr 2011 auch an vier Standorten im damaligen Bezirk Mürzzuschlag eingeführt, nämlich an den beiden (mittlerweile zusammengelegten) Neuen Mittelschulen in Kindberg sowie an der NMS Mürzzuschlag und der Polytechnischen Schule Mürzzuschlag. Auch hier etablierte sich Schulsozialarbeit rasch als wichtiges Unterstützungsangebot für Schüler*innen, aber auch Lehrer*innen und Eltern bzw. Erziehungsberechtigte.

Im Jahr 2013 wurden die Bezirke Bruck/Mur und Mürzzuschlag im Zuge der Verwaltungsreform des Landes Steiermark zum gemeinsamen Bezirk Bruck-Mürzzuschlag fusioniert. Die Schulsozialarbeiter*innen des Bezirks bildeten im folgenden Schuljahr 2014/15 das gemeinsame Team Obersteiermark Ost, was die schon davor gepflegte Zusammenarbeit und gegenseitige Unterstützung im Arbeitsalltag erleichterte und intensivierte.

Trotz Schulzusammenlegungen in Bruck/Mur und Kindberg, durch die sich die Schulstandorte mit Schulsozialarbeit von sieben auf nunmehr fünf Neue Mittelschulen und eine Polytechnische Schule verringert haben, ist die Zahl der vom Land Steiermark gemeinsam mit dem Sozialhilfeverband Bruck-Mürzzuschlag im Bezirk finanzierten Stellen gleich geblieben.

Derzeit betreuen vier Schulsozialarbeiterinnen und ein Schulsozialarbeiter an ihren Schulen insgesamt rund 1085 Schüler*innen im Alter zwischen 10 und 15 Jahren. Im Schuljahr 2018/19 führten sie insgesamt 1726 Beratungen sowie 671,4 Einheiten an Workshops bzw. Freizeitaktivitäten durch. Die Haupthemen bei Beratungen waren wie in den Jahren davor Schule, Konflikte unter Gleichaltrigen und Familie. Die Palette an Workshops, die angeboten wurde, war wie immer breit und reichte von Kennenlernen und Team Building über Konfliktmanagement und Mobbing bis hin zu Genderthemen.

Wie schon dieser kurze Rückblick beweist, ist in den vergangenen zehn Jahren viel passiert, vor allem aber hat Schulsozialarbeit im Bezirk Bruck-Mürzzuschlag ihren Platz gefunden. Die Zusammenarbeit mit den Schulleitungen und Lehrer*innen verläuft in guten Bahnen und verbessert sich weiterhin stetig. Dank gebührt an dieser Stelle aber nicht nur ihnen, sondern allen anderen, die uns im Laufe der Jahre mit Rat und Tat oder manchmal einfach nur moralisch unterstützt haben!

Das bereits Erreichte dient uns als Ansporn dazu, Schulsozialarbeit auch in Zukunft ständig weiterzuentwickeln. Denn so wie die Lebenswelt der Jugendlichen sind stetig wandelt, müssen auch wir uns wandeln. Wir von ISOP Schulsozialarbeit hoffen, die Jugendlichen in diesem spannenden Prozess noch viele weitere Jahre professionell begleiten zu dürfen.

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29
Oktober
2019

Schnuppertag einmal anders – Eine Rallye quer durchs Schulhaus

Wer ist hier der Chef aka Direktor? Wo finde ich das nächste WC? Wie verhalte ich mich, wenn die Pausenglocke ertönt?

Diese und andere brennende Fragen stellten sich zukünftige Schüler*innen der NMS Eisenerz im Rahmen eines Schnuppertages für die umliegenden Volksschulen. Nach der Begrüßung durch den Direktor und die Klassenvorstände der künftigen „Ersten“ begaben sich die erwartungsvollen Mädchen und Buben mitsamt ihren Buddys (siehe unseren Blogbeitrag zum Buddy-Projekt) und der Schulsozialarbeiterin auf Erkundungstour durchs Schulgebäude.

Schüler*innen, die aus der Volksschule in eine neue Schule wechseln, geistern häufig Fragen im Kopf herum, die ihnen zu „klein“ vorkommen, um gestellt zu werden, und anderen zu unwichtig erscheinen, um sie zu thematisieren. Fragen hinsichtlich des Aufenthaltsortes des Direktors und das In-Erfahrung-Bringen einer korrekten Wegbeschreibung zum nächstgelegenen WC stellen Hürden dar, die viele „Neulinge“ zu Beginn des Schuljahres schier in den Wahnsinn treiben.

Daraus entstand die Idee, Wichtiges, Neues, Unbekanntes und auch scheinbar Nichtiges in eine Rallye zu verpacken, die Laune macht.

Bevor der Startschuss fällt, erhalten die Schüler*innen einen Plan der Tour mit Rätselaufgaben bzw. die Schule betreffenden Fragen und Aufträgen. Die sieben zu durchlaufenden Stationen setzen sich aus wichtigen Eckpunkten, die jede/r Schüler*in kennen muss, zusammen und führen die Gruppe unter anderem in die gemütlich eingerichtete Bibliothek ins oberste Stockwerk, zu verschiedenen Klassenräumen auf unterschiedlichen Stockwerken und in die (gelegentlich) gefürchtete Direktion.

An jeder Station wartet ein/e Schüler*in auf die Gruppe und stellt ihr die zu lösende Aufgabe und eine dem jeweiligen Raum zugeordnete Frage. So müssen die Kinder unter anderem vor der Toilette im Untergeschoss ein Kinderlied trällern, sich in der Garderobe durch Patschensackerl und Jausenreste wühlen, um einen versteckten Gegenstand ausfindig zu machen, persönliche Steckbriefe im Beratungszimmer der Schulsozialarbeit ausfüllen und zu guter Letzt ein verzwicktes Sudoku in der Aula lösen.

Für die frischgebackenen „Schul-Profis“ wartet zum Abschluss eine kleine Anerkennung, die sie zusammen mit den gewonnenen Eindrücken der neuen Schule mit nachhause nehmen können.

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15
Oktober
2019

Auf der Suche nach Eule Hedwig

Outdoortag an der NMS Algersdorf

Bereits seit einigen Jahren sind an der NMS Algersdorf die Outdoortage mit den 1. Klassen fixer Bestandteil jedes Schuljahres. Sie bieten den Schüler*innen eine gute Möglichkeit, sich darin zu üben, im Team zusammenzuarbeiten, sich selbst und ihre Mitschüler*innen besser kennen zu lernen und gleichzeitig spannende Aufgaben in der freien Natur zu lösen.

Im vergangenen Schuljahr entwickelten wir ein neues Konzept, um die Schüler*innen noch mehr in den Bereichen Teamarbeit, Kooperation und Kreativität zu fördern. Und damit der Outdoortag nicht nur eine Aneinanderreihung einzelner Übungen ist, sondern für ein Extra an Motivation einem Gesamtkonzept folgt, ist es natürlich nötig, eine gute Geschichte und eine passende Aufgabenstellung zu finden.

Jedem Outdoortag geht eine Vorbereitungseinheit in der Klasse voraus, in der die Kinder wichtige Informationen über den Ablauf und die notwendige Ausrüstung sowie eine Einführung in das Thema des Tages erhalten. Dazu wird ihnen vorweg die Geschichte rund um die Aufgaben des Outdoortages erzählt und etwaige Fragen werden vorab geklärt. Auch ein Elterninformationsschreiben wird den Schüler*innen mitgegeben.

Nun aber zum Outdoortag selbst…

Vom Gleis 9¾ der NMS Algersdorf startet unser Abenteuer in Richtung des verwunschenen Zauberwaldes auf der Hubertushöhe. Dort ist Harrys Eule Hedwig verschwunden und er braucht Hilfe bei der Rettungsaktion. Die Eule wird nämlich in einem Turm gefangen gehalten und damit Harry sie befreien kann, braucht er seinen Zauberstab sowie den passenden Zauberspruch. Es wäre ja auch viel zu einfach, wenn er nur den Turm finden müsste! Leider aber hat Harry bei seinem ersten Versuch, Hedwig zu retten, Zauberstab und  Zauberspruch irgendwo im  verwunschenen Wald verloren.

Die Kinder teilen sich in zwei Gruppen auf. Die eine soll den Zauberstab suchen, die andere den Zauberspruch, denn nur mit beiden gemeinsam kann Harry Hedwig aus dem Turm befreien. Teamwork ist also der Schlüssel zum Erfolg. Sowohl auf den Weg zum Turm als auch auf der Suche nach Zauberstab und Zauberspruch müssen sich die Kinder in ihren beiden Kleingruppen verschiedenen Aufgaben stellen:

Zum Beispiel müssen die Kinder „Gegenstände bergen“. Verschiedene Gegenstände und auch ein erster Teil des Zauberspruches sind in einen imaginären See gefallen. Sie können nur aus dem See geholt werden, wenn eine Menschenkette gebildet wird und zumindest ein Kind immer in Kontakt mit dem Festland ist. Allerdings sollen die Kinder diese Lösung selbst finden – durch gemeinsames Überlegen.

Eine andere Herausforderung ist das „Balancieren über die Schlucht“. Dabei bekommen die Kinder die Aufgabe, sich gegenseitig zu stützen, während sie über eine imaginäre Hängebrücke (in Wirklichkeit zwei Slake Lines) balancieren, um auf die andere Seite einer tiefen Schlucht zu gelangen. Nur gemeinsam und indem ein Kind sich auf das andere stützt, kann das gelingen.

Dann wieder heißt es „The floor is lava“, d.h. die Bälle auf einem Fallschirm dürfen nicht herunterfallen, solange der imaginäre Lawastrom nicht überwunden ist, weil sie vom Boden verschlungen würden, sobald sie ihn berühren.

Auch auf den Wegen zwischen den Stationen müssen verschiedene Aufgaben gemeistert werden. „Blind führen“ ist eine davon: Jeweils ein Kind muss ein anderes Kind, dessen Augen verbunden sind, durch den Wald lotsen.

Jede gelöste Aufgabe wird mit Zusatzpunkten für Schnelligkeit, Kreativität und Zusammenarbeit belohnt. Und für die Zusatzpunkte gibt es, wie in jeder Zauberschule, einen Überraschungspreis.

Am Ende der Wegstrecke befindet sich schließlich der Turm, in dem Hedwig gefangen gehalten wird. Dort müssen sich alle Schüler*innen nach ihrem Geburtsmonat der Reihe nach aufstellen und einen Kreis bilden. Zwei Kinder erhalten den Auftrag, den Zauberspruch zwei Mal laut vorzulesen, während alle anderen den Zauberstab im Kreis herumgeben.  Gelingt diese Aufgabe, fliegt Hedwig vom Turm herunter in die Mitte des Kreises.

Kurz nach dem Outdoortag gibt es noch eine Nachbereitungseinheit, in der die Kinder selbstständig reflektieren, wie sie sich in den Outdoortag eingebacht haben und was ihnen gut gelungen ist. Dabei liegt der Fokus besonders auf den positiven Faktoren.

 

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23
September
2019

Nur eine Frau!

Gewaltprävention, Selbstwertstärkung, Selbstbehauptung, Identitätsfindung und Menschenrechte sind Themen, die im Arbeitsalltag der Schulsozialarbeit eine bedeutende Rolle spielen. Vor allem der präventive Ansatz in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen durch Gespräche, Workshops etc. ist dabei wichtig. Wichtiges Hilfsmittel dabei können Filme wie „Nur eine Frau“ von Sandra Meischberger und Sherry Hormann sein.

Der im Frühjahr 2019 erschienene Film „Nur eine Frau“ erzählt, nach einer wahren Begebenheit, die Geschichte einer jungen Frau, die im Jahr 2005 in Berlin von ihrem Bruder ermordet wurde. Schulsozialarbeit entwickelte gemeinsam mit Divan, der frauenspezifischen Beratungsstelle für Migrantinnen der Caritas einen Workshop für Schüler*innen der Neuen Mittelschule Dr. Renner, der Gewaltprävention und Selbstbehauptung am Beispiel der Rechte von Frauen in unterschiedlichen Kulturen thematisierte. Ziel war es die Schüler*innen für die oben genannten Themen zu sensibilisieren und ihnen Raum für Reflexion zu bieten. Die Kolleg*innen von Divan bereiteten die Jugendlichen in einem mehrstündigen Workshop auf die Thematik des Films vor. Dabei stand der Austausch von persönlichen Standpunkten und Sichtweisen der Schüler*innen im Fokus. Es entwickelten sich viele spannenden Diskussionen, die von Divan begleitet wurden. Ende Juni wurde schließlich der Film in einem eigens für die Schüler*innen angemieteten Kinosaal des KIZ Royal, gemeinsam mit Lehrer*innen, den Mitarbeiter*innen von Divan und der Schulsozialarbeit angesehen.

Im Anschluss daran wurde das Gesehene in Form einer Diskussionsrunde nachbesprochen. Viele Schüler*innen äußersten ihre Gefühle, die sie während des Films erlebten, einige sprachen über die Darstellung der Religion im Film und es wurden vor allem die Rechte von Frauen verschiedenen Kulturen thematisiert. Weiters wurden Möglichkeiten des Schutzes für betroffene Frauen diskutiert, und an welche Hilfsorganisationen sie sich wenden können. Der Film hat die Jugendlichen sehr berührt und hat einige sicher zum weiteren Nachdenken angeregt.

 

 

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9
September
2019
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Und da sind wir wieder…

Lang war er dieser Sommer, aber nun ist er doch vorüber und es heißt: zurück in die Schule! Mit frischen Kräften machen wir uns auch gleich ans Werk und begleiten unsere Schüler*innen in dieses neue, hoffentlich spannende Schuljahr.

Natürlich haben wir wieder viel vor und in den kommenden Monaten werden wir hier auf dem Blog auch regelmäßig über unsere Arbeit berichten. Vorerst aber konzentrieren wir uns erst einmal darauf, unsere neuen und alten Schüler*innen dabei zu unterstützen, sich (wieder) im Schulalltag einzufinden.

Und wir wünschen allen ein gutes Schuljahr 2019/20!

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10
Juli
2019

Schöne Ferien!

Das Schuljahr ist zu Ende. Wie SchülerInnen und LehrerInnen verabschieden auch wir SchulsozialarbeiterInnen uns nun in den wohlverdienten Urlaub. Im Herbst sehen wir uns wieder – mit neuem Schwung für hoffentlich viele spannende Workshops und Projekte im neuen Schuljahr.

Wir wünschen allen einen wunderschönen und vor allem erholsamen Sommer!

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