22
September
2020

Erasmus+ Hospitation an der VS Bertha von Suttner

Eine ganze Weile ist vergangen, seit vier Lehrerinnen und eine Schulsozialarbeiterin aus Deutschland und der Schweiz am 5. März 2020 im Rahmen der Erasmus+ Hospitation an die Volksschule Bertha von Suttner kamen. Zusammen mit der Schulsozialarbeiterin und der Projektleitung empfing die Schulleiterin die Gäste und es wurde über die Besonderheiten des Standortes erzählt und diskutiert. Mittlerweile hat ein neues Schuljahr begonnen, aber die Erfahrungen des Besuchs wirken nach und die verschiedenen Erfolgsprojekte, die den Gästen präsentiert wurden, gehen in eine neue Runde.

An der Volksschule Bertha von Suttner bilden Familien auf der Flucht und aus armutsgefährdetem Milieu die Mehrheit. Durch viel Engagement und Einsatz durch alle Beteiligten, allen voran Schulleitung und Lehrer*innen, werden die Kinder bestmöglich unterstützt und ihnen wird Bildung trotz vielfältiger Herausforderungen ermöglicht.

So gibt es etwa die Materialbörse, ein besonderes Projekt an der Volksschule Bertha von Suttner, die den Gästen vorgestellt und mit ihnen besichtigt wurde. Dabei werden Schüler*innen durch die Schulsozialarbeiterin bei der Organisation ihrer benötigten Arbeitsmaterialien unterstützt und ein verantwortungsvoller Umgang mit ihren Schulsachen gelernt. Die Materialbörse ermöglicht vielen Kindern unbürokratisch und mit Wertschätzung für ihre jeweilige Situation die Teilhabe am Unterricht.

Weiters wurde in einer vierten Klasse eine Soziale Lernstunde besucht. An der Volksschule Bertha von Suttner hält die Schulsozialarbeiterin in den dritten und vierten Klassen wöchentlich Soziale Lernstunden ab. Dabei wird zwischen Schulsozialarbeit und Lehrperson die Klasse, die Dynamiken und Besonderheiten im Vorfeld eingeschätzt und besprochen. Gemeinsam wird dann entschieden, welches Thema für die Klasse passend und zielführend wäre.

In einer vierten und einer dritten Klasse wurde in dieser Volksschule im Schuljahr 2019/20 erstmalig eine Workshopreihe mit dem Titel „Superheld*innen-Ausbildung“ durchgeführt. Diese Einheiten wurden von ISOP Schulsozialarbeit konzipiert bzw. kombiniert und schon in der Volksschule Algersdorf durch die Schulsozialarbeiterin durchgeführt. Dabei werden folgende Ziele verfolgt: Die Kinder lernen sich und ihre Mitschüler*innen besser kennen, schärfen ihre Selbst- und Fremdwahrnehmung, erweitern ihre Ressourcen, beschäftigen sich mit ihren Gefühlen, wie sie diese steuern können und wie sie achtsam mit sich selbst und ihren Mitschüler*innen umgehen. Abschluss der Workshop-Reihe bildet die Übergabe der Superheld*innen-Urkunden. In den Einheiten werden immer wieder Übungen, in denen sich die Schüler*innen mit sich selbst auseinandersetzen, mit solchen abgewechselt, in denen der Fokus auf der Klasse und der Gruppe liegt.

Begonnen und abgeschlossen werden diese Einheiten mit Ritualen, die den Kindern mit der Zeit vertraut werden und einen wertvollen Rahmen bilden. Es gibt ein Begrüßungsritual, ein Ritual zum Erfragen der Befindlichkeit und am Abschluss eine „Stille“-Übung. Hauptstück der von den Hospitierenden besuchten Stunde war die Auseinandersetzung mit den Mitschüler*innen und die nonverbale Kommunikation. Die Schüler*innen mussten sich – ohne miteinander zu reden – nach bestimmten Kriterien in einer Reihe aufstellen. Bald wurde sichtbar, dass dies gar nicht so einfach ist und es wurde nach Lösungsmöglichkeiten gesucht. In dieser Klasse wurden drei Schülerinnen aktiv und kümmerten sich nonverbal um jene, die nicht so recht wussten, wo sie hin mussten. Es war für die Hospitierenden sehr spannend, die Schüler*innen und die Dynamik zu beobachten. Wie es den Schüler*innen gegangen ist, wird im Anschluss selbstverständlich besprochen und reflektiert.

Danach wurde das Erlebte im Konferenzzimmer mit den Hospitierenden nachbesprochen und die Zeit verging leider viel zu schnell. Die Gespräche waren für alle Beteiligten sehr interessant, das Kennenlernen der regionalen Unterschiede und Eigenheiten der jeweiligen Standorte führte zu einigen „Aha“-Erlebnissen. Das Konzept der Superheld*innen-Ausbildung wird von den Gästen gerne mitgenommen und an ihren Standorten nach Möglichkeit angewendet.

 

 

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15
September
2020

Schulstart

Es geht wieder los!

Das Team der MS St. Leonhard mit digitalem Schwerpunkt freut sich schon sehr, die Schüler*innen im neuen Schuljahr 2020/21 zu begrüßen.

Gemeinsam mit dem Team der Nachmittagsbetreuung und zwei weiteren Klassenlehrerinnen hat Schulsozialarbeit in der vergangenen Woche dem Schulhof ein bisschen Farbe verpasst – ganz nach dem Motto: „Das Leben ist so bunt, wie man sich traut, es auszumalen”.

Das vergangene Schuljahr war für alle anstrengend, insbesondere gab es viele Unsicherheiten und Herausforderungen für unsere Schüler*innen – diese wird es auch heuer geben, allerdings sollen sie ab jetzt in einem bunten Schulhof, alle Farben des Lebens sehen können, gemeinsam spielen, tanzen, ausprobieren, sich gegenseitig unterstützen und auch an grauen Regentagen lächeln können. Auf Abstand, mit einem respektvollen Miteinander und gegenseitiger Unterstützung, stehen wir den Herausforderungen des neuen Schuljahres gegenüber und vor allem freuen wir uns auf Lachen, Spaß und viele Sonnen- und Regenbogenstunden.

Ein paar Volksschulkinder, die zur Betreuung in der Schule waren, durften die Spiele bereits ausprobieren und hatten große Freude daran. Es ist wunderschön, so viel Bewegung, Farben und lächelnde Gesichter im Schulhof zu sehen!

Die Schulhofgestaltung wurde so ausgedacht, dass die Schüler*innen jeden Tag an ihre Stärken erinnert werden. Über den Schulhof verteilt wurden Sprüche zur Förderung des Selbstwerts gemalt und die Kinder sollen jeden Tag verinnerlichen, dass es schön ist, dass sie da sind, dass sie willkommen sind und dass ein Lächeln ansteckend sein kann. Sie werden mit bunten Schriftzügen ermutigt, andere zu unterstützen, sie werden aufgefordert ein Lächeln weiterzugeben und auch im Sinne der Achtsamkeit gibt es Ecken und Kreise, wo sie „Happiness“, Sonnenschein und einen bunten Regenbogen finden können. Es gibt auch Ecken, wo die Kinder einfach innehalten können, zum Atmen/Durchatmen oder um Selbstvertrauen zu tanken, wenn sie dort lesen: „Ich glaube an dich – trust yourself”.

Natürlich sollen diese Ermutigungen und Achtsamkeitserinnerungen mit Spiel, Spaß und Bewegung unterstützt werden, weshalb auch einige Spiele gezeichnet wurden – ein paar klassische wie Turmhüpfsspiele, aber auch beispielsweise ein Tanzspiel, wo Kinder sich gegenseitig zu „Dance-offs“ herausfordern können oder wo sie sich einfach nur gemeinsam zu Musik bewegen können. Es gibt auch einen Parcours, auf dem sie unterschiedliche Balanceübungen machen können oder ein Farbspiel, wo jedes Kind eigene Spielkreationen überlegen kann und sie sich gemeinsam ausprobieren sollen.

Wir sind uns sicher und haben es auch schon beobachtet, dass die Schüler*innen wenig Erklärung brauchen, sie verstehen sofort, worum es bei „Farbe im Leben“ geht und letztendlich möchten wir auch ihre eigene Kreativität und Phantasie fördern, weshalb sie alle Möglichkeiten und Spielfelder so nützen dürfen wie sie es möchten, eigene Spiele erfinden dürfen und sogar sollen. Allem voran sollen sie aber respektvoll miteinander lachend, spielend, hüpfend durch den bunten Schulalltag tanzen.

Alles das wird mit einer freundlichen Erinnerung untermauert, dass WIR an sie glauben, sie an sich selbst glauben sollen, sich vertrauen sollen und wir stolz auf sie sind. Und diese Erinnerung können sie nun jeden Tag auf dem Schulhof lesen und sich abholen, wann auch immer sie Mut brauchen.

Wir freuen uns auf Dich und wünschen Euch allen einen guten Start!

#spreadlove#spreadkindness

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14
Juli
2020

Vertrauen überbrückt Corona-Distanz

Wer vertraut, öffnet sich, gibt den Blick frei auf Gedanken und Gefühle, die vielleicht anderen Menschen verborgen sind. Von Kindern und Jugendlichen Vertrauen geschenkt zu bekommen, ist etwas besonders Wertvolles.

Vertrauensaufbau braucht Zeit. Im Schulalltag bemühen wir Schulsozialarbeiter*innen uns um das Vertrauen der Kinder und Jugendlichen. Wir treten in Beziehung, arbeiten am Vertrauensaufbau: in Workshops, in Projekten, in innerschulischen und außerschulischen Gruppenangeboten und nicht zuletzt in persönlichen Gesprächen.

Vertrauen bedeutet auch, sich auf manche Aufforderung des Menschen einzulassen, dem man vertraut. Den Schulsozialarbeiter*innen ist es ein Anliegen, die Kinder und Jugendlichen zu begleiten, zu stärken, zu unterstützen. Haben diese ein geringes Selbstwertgefühl und wenig Selbstvertrauen, ist es oft das Vertrauen in den Schulsozialarbeiter oder in die Schulsozialarbeiterin, das sie ermutigt, auf sich und auf die eigenen Stärken zu vertrauen.

Im schulischen Alltag sehen wir die Kinder und Jugendlichen, nehmen Blickkontakt auf, führen Gespräche. Es braucht kein offensichtliches Problem, um mit Schulsozialarbeit in Kontakt zu sein. Wenn es allerdings einem Mädchen oder Buben nicht gut geht, nimmt man das eher wahr. In der Zeit der coronabedingten Schulschließung konnten wir Schulsozialarbeiter*innen die Kinder und Jugendlichen nicht sehen und wollten dennoch für sie da sein. Aufgrund der kontinuierlichen Beziehungsarbeit im Vorfeld bzw. in den Vorjahren blieb die Schulsozialarbeit bei vielen Kindern und Jugendlichen trotz der Distanz Teil des ‚Alltags‘.

Manche Familien konnten in der herausfordernden Zeit des Homeschooling und aufgrund der Unumgänglichkeit, den Tag miteinander zu verbringen, die Herausforderung als Chance für ein intensiveres Miteinander nutzen. In anderen Familien waren die Belastungen deutlich höher. Es galt, die Kinder und Jugendlichen zumindest telefonisch oder via Chat-Nachrichten zu stärken und zuversichtlich in die Zukunft blicken zu lassen. Nachdem die Schulen wieder geöffnet waren, konnte an diese Gespräche angeknüpft und Problemlösungsmöglichkeiten konnten erarbeitet werden.

Obwohl die Kinder und Jugendlichen ihre Schulsozialarbeiter*innen wochenlang nicht persönlich sehen konnten, schenkten sie ihnen ihr Vertrauen in sehr persönlichen Gesprächen, telefonisch oder via Chat-Nachrichten. Ein solches Vertrauen trotz der räumlichen Distanz entgegengebracht zu bekommen, ist keine Selbstverständlichkeit – es ist eine Ehre.

Nach einem sehr intensiven Schuljahr und vielen hundert Stunden am Telefon dankt das Team der ISOP Schulsozialarbeit herzlichst für das Vertrauen der Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen, verabschiedet sich in die Sommerferien und freut sich auf ein Wiedersehen im Herbst!

 

 

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7
Juli
2020

Ein Buch über die Quarantänezeit während des Lockdown

Aufgrund der Covid-19-Pandemie schlossen am 16. März diesen Jahres alle Schulen und auf einen Schlag veränderte sich damit auch für die Schulsozialarbeit die Arbeitsweise. Der persönliche Kontakt zu den Schüler*innen war nicht mehr möglich. Die Schulsozialarbeit verlegte ihre Tätigkeiten ins Home-Office. Wie sollte man aber trotzdem die so wichtige Beziehung zu den Schüler*innen nicht verlieren? Der einzelne Kontakt per Telefon und Social Media war natürlich möglich, aber wie ganze Klassen erreichen? Die Schulen selbst richteten teilweise Lernplattformen ein oder übermittelten ihre Aufgaben über die Homepage oder per Mail an die Schüler*innen oder deren Eltern. Die Schulsozialarbeit hatte dank der zuständigen Lehrer*innen ebenfalls die Möglichkeit, diese Plattformen zu nutzen, und so hatte die Schulsozialarbeit einer NMS die Idee, den Schüler*innen über diese Plattformen immer wieder Briefe oder Aufgaben  zukommen zu lassen.

Im ersten Brief ging es um aufmunternde Worte und wie die Schüler*innen mit der „Ausgangssperre“ umgehen könnten. Des Weiteren formulierte die Schulsozialarbeit Aufgaben, die in der Corona-Zeit Abhilfe gegen möglichen Frust oder Langeweile schaffen könnten, und bat darum, diese mittels Fotos und Texten zu dokumentieren. All dies wurde als freiwilliges Angebot seitens der Schulsozialarbeit gesehen. Nur fanden diese Aufgaben so großen Anklang, dass weit über 100 Mails (!) bei der Schulsozialarbeit eintrafen. Die Schulsozialarbeit bekam auf diesem Wege Einblick in den Alltag der Schüler*innen. Sie zeigten ihr unter anderem, was sie tun, um die Langeweile zu bekämpfen, wie sie die Zeit sinnvoll nutzten, etwas Neues lernten, schrieben Texte über ihr Zeitmanagement, interpretierten Texte zu scheinbar ausweglosen Situationen und ließen ihrer Kreativität freien Lauf.

Zum Beispiel erhielt Schulsozialarbeit folgendes Foto

sowie einen kurzen Bericht über die ersten Wochen im Home-Schooling, ein paar Zeilen über die “Corona-Ferien” und ein Coronatagebuch.

All diese kleinen Briefe, Nachrichten, Bilder etc. entzückten immer wieder das Herz der Schulsozialarbeit, die all diese mit viel Freude las, sie aber auch hin und wieder zum Nachdenken brachten. Daraus wurde die Idee geboren, ein Buch über diese Inhalte zu gestalten. Dieses Buch soll als kleine Erinnerung an eine herausfordernde, ungewöhnliche, aufregende und gleichzeitig aufwühlende, aber auch lernintensive Zeit in jeglicher Hinsicht dienen und den Schüler*innen zeigen, wozu sie fähig sind und was alles zu schaffen ist.

 

 

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30
Juni
2020

Corona-Lockdown und „Neue Normalität“

Was sagen die Kinder und Jugendlichen dazu?

Seit 18. Mai sind die Türen der Volkschulen, der Neuen Mittelschulen und der Unterstufen in den Gymnasien für die Kinder und Jugendlichen wieder geöffnet!

Viele wünschten diesen Moment schon sehnlichst herbei. Eltern, Lehrer*innen, wir Schulsozialarbeiter*innen und auch die Kinder. Und doch ist alles nicht so wie vor dem Lockdown: Die Klassen wurden in zwei Gruppen eingeteilt, die jeweils nur zwei bis drei Tage pro Woche in der Schule sind. Schlangen vor den Eingangstüren der Schulen, Händedesinfektion und Fiebermessen, Abstand halten und Mundschutz – so sieht der neue Schulalltag aus.

Wir stellten uns die Frage, wie geht es den Kindern und Jugendlichen mit dieser Form des neuen Schulalltages? Was sind ihre Gedanken und Gefühle? Dazu haben wir Schulsozialarbeiter*innen in den letzten Wochen Zitate gesammelt, die einen kleinen Einblick in die Gedankenwelt unserer Zielgruppe geben.

Eine Schülerin, 12 Jahre, antwortete auf die Frage, wie es ihr mit dem neuen Schulalltag geht folgendermaßen: „Sehr schlecht, weil einen Tag gehen wir, einen nicht, einen Tag kann ich länger schlafen, einen nicht und so weiter… Unterricht ist ganz ok wie immer.”

Eine andere kann der Einteilung in zwei Gruppen durchaus Positives abgewinnen: „Die Lehrer*innen sind viel chilliger und haben Zeit zum Erklären.“ Schülerin, 13 Jahre.

Ein Kind, 12 Jahre, sieht die Situation ähnlich: „Schule ist so viel schöner, wenn wir nicht alle da sind. Natürlich mag ich die anderen Kinder auch, aber die Lehrer sind ruhiger, wir sind ruhiger, das ganze Haus ist ruhiger. Das ist wirklich angenehm, ich wünschte es wäre immer so.“

Ein*e Schüler*in, 12 Jahre, beschrieb die neue Normalität so: „Es ist alles viel ruhiger und es fühlt sich trotzdem so an, als würde die Welt aufwachen. Wie in einem langen Traum, oder in dem Märchen, wo man lange schläft und dann ist immer noch alles gleich und trotzdem alles anders.“

Freunde, Lehrer*innen und Schulsozialarbeit wurden vermisst, was nachfolgend nachzulesen ist: „Es war so krass nach 8 oder 9 Wochen die Lehrer zu sehen und meine Freunde! Mit manchen habe ich von Zeit zu Zeit geredet, halt so, wir spielen über PS4 zusammen.” Schüler, 11 Jahre.

Ein anderes Kind, 13 Jahre, meinte dazu: „Ich habe die Schule nicht so sehr vermisst wie meine Freunde, aber ich bin draufgekommen, dass Schule schon viel mehr ist als nur Mathe lernen“.

Eine Schülerin, 12 Jahre, freute sich besonders, endlich wieder persönlichen Kontakt zur Schulsozialarbeiterin zu haben: „Ich hab dich richtig vermisst in der Zeit, ich fühle mich so wohl bei dir und würd’ am liebsten jeden Tag zu dir kommen.“

Auch Distance Learning wurde bei den Beratungsgesprächen zum Thema, wo ein Schüler, 12 Jahre, beispielsweise diese Art des Unterrichts als sehr belastend beschrieb: „Bin ich froh, dass wieder Schule ist. Daheim vor dem ganzen Zeug hatte ich überhaupt keine Ahnung, wie das geht“.

Doch es gab auch positive Rückmeldungen auf die Frage “Wie war das Distance Learning für dich?“: „Voll gut! Ich habe alle meine Frühwarnungen ausgebessert. Daheim finde ich es viel cooler, da habe ich mehr Ruhe. Nicht so einen Druck. Ich mache die Aufgaben in meinem Tempo, nach der Reihe. Das find ich viel besser!“

Auf die Frage, wie sie die Zeit zu Hause im Lockdown erlebt haben, kamen unterschiedliche Statements. Von langweilig, belastend, bis zu erholsam und entspannend:

“Die Corona-Zeit war für mich langweilig. Ich habe 4-5 Filme geschaut und viele Spiele geladen und gespielt, mir war es aber trotzdem langweilig.” Schülerin, 12 Jahre.

Ein Schüler, 12 Jahre, nutzte die Zeit für Gespräche mit seinen Eltern: „Ich habe mit meinen Eltern viele Gespräche geführt, auch über die Welt, weil Corona betrifft alle, und dann haben wir auch über Trump und über die Weltpolitik gesprochen und das fand ich sehr schön und auch spannend. Dann habe ich darüber viel im Internet gelesen und habe das Gefühl, wirklich viel gelernt zu haben.“

Oder ein anderes Kind sieht den positiven Effekt des Lockdowns für die Umwelt:

„Ja es war nicht so schön, immer zu Hause zu sitzen, aber es ist schon auch was Positives dran, an dieser Corona-Geschichte, weil es gibt jetzt wieder Delphine in Italien.“ (11 Jahre).

Belastende Situationen gab es für die eine oder den anderen bestimmt genug, doch manchmal konnten diese sehr gut gemeinsam in der Familie gemeistert werden, wie das folgende Zitat zeigt: „Meine Eltern waren immer sehr gestresst, weil ich habe viele Geschwister. Und jetzt haben wir das alles gemeinsam gemacht, aufgeräumt, Betten gemacht, gekocht und wir waren auch sehr oft spazieren. Ich dachte immer, das machen nur langweilige Erwachsene, aber sowas kann echt schön sein.“ Schülerin, 13 Jahre.

Einige Kinder nutzten die Zeit, um mehr Sport zu treiben, um gemeinsam mit den Eltern Zeit zu verbringen oder auch einfach um sich an den kleinen Dingen des Lebens zu erfreuen: „Ich habe oft an andere Kinder gedacht, die sich alleine fühlen und denen es nicht so geht wie mir, weil wir hatten wirklich gutes Essen und auch Spaß und haben viel gemeinsam gemacht. Das hab’ ich von dir (Anmerkung: der Schulsozialarbeit) gelernt, auch an andere zu denken.“ Schüler*in, 12 Jahre.

„Ich habe in der Corona-Zeit jeden Tag in der Früh Sport mit meinem Vater gemacht; entweder Laufen, Fußballspielen oder Wandern. Danach war ich immer froh, mich zum Schreibtisch setzen und lernen zu dürfen.“, Schüler, 12 Jahre.

„In der Corona-Zeit hab ich jeden Tag Haribos gegessen, das war wirklich schön, daran könnte ich mich gewöhnen!“, Schülerin, 12 Jahre.

„Wir waren in den Corona-Ferien jeden Tag bei unseren Schafen, in unserer Höhle im Wald, Radfahren oder einfach unterwegs. Die Corona-Ferien waren so schön!“, Schülerin, 12 Jahre.

Erkennbar an den Statements ist die durchwegs positive Grundeinstellung der Kinder. Trotz ihres jungen Alters schafften sie es, in dieser beispiellosen Zeit das Positive zu sehen und den zum Teil sicherlich sehr herausfordernden Lebensalltag im Lockdown und mit Distance Learning gut zu meistern. Mit ihrer positiven Art und ihren ehrlichen Zitaten zauberten sie der einen oder dem anderen Schulsozialarbeiter*in ein Lächeln auf die Lippen.

Vielen Dank Kids, ihr seid die BESTEN!

 

 

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30
Juni
2020

Hospitation an der NMS Kapfenberg-Stadt

Im Rahmen eines zweijährigen Erasmus+ Projekts, an dem die ISOP-Schulsozialarbeit beteiligt ist, konnten am 5. März 2020 zwei Walddorfpädagoginnen aus Slowenien an der NMS Kapfenberg-Stadt begrüßt werden. Auf dem Programm stand neben der Präsentation der Schule die Möglichkeit, den Berufsalltag von Schulsozialarbeit gezielt zu beobachten.

Nach einer freundlichen Begrüßung fand ein interessanter und ausführlicher Austausch über die verschiedenen Angebote der Schule statt, die sich das Motto „Wir sind der Ort, an dem die Zukunft passiert und jener Ort, an den man sich in der Zukunft erinnert.“ (NMS Kapfenberg-Stadt, o.D.) auf die Fahnen geheftet hat. Ein wichtiges Prinzip der Schule ist dabei die gesunde und bestmögliche Entwicklung jedes einzelnen Kindes.

Nach einer Einführung in die personellen und allgemeinen Gegebenheiten an der NMS Kapfenberg-Stadt, führte Schulsozialarbeit die beiden Pädagoginnen durch den allgemeinen Schulbereich, um ihnen das Schulgebäude mit seinen derzeit 12 Klassen zu zeigen. Begeistert begutachtete die Gruppe die Schule, bevor es im Konferenzzimmer einen gemütlichen Austausch bei Kaffee und Gebäck gab. Es fanden interessante Gespräche über die Unterschiede zwischen den beiden Schulsystemen statt. Während in Slowenien alle Schulstufen an einem Schulstandort zusammengefasst werden, sind in Österreich dem Alter nach getrennte Schulen die Regel. Ein Miteinander von älteren und jüngeren Schüler*innen ist daher bei uns – außer in Ausnahmeschulzentren – kaum gegeben und lässt Gedanken zu Vor- oder Nachteilen derselben im Raum stehen. Grundsätzliche Unterschiede bestehen auch im pädagogischen Konzept der österreichischen Regelschulen und der slowenischen Walddorfschulen.

Danach konnten die Hospitantinnen einen von Schulsozialarbeit durchgeführten Workshop zum Thema Konfliktbewältigung beobachten, der anschließend besprochen wurde. Der inhaltliche Schwerpunkt der Einheit ergab sich dadurch, dass ein Schüler etwas von sich preisgab, mit dem niemand „gerechnet“ hätte. Nach diesem „Input“ des Schülers war es auffällig, so die beiden Beobachterinnen, dass sich auch weitere Schüler*innen zu Wort gemeldet hatten, die davor sehr zurückhaltend gewesen waren. In diesem Zusammenhang wurden gemeinsam die Sichtbarkeit der individuellen Klassendynamik und die verschiedenen Charaktere innerhalb der Klasse analysiert. Von den beiden Pädagoginnen wurde angemerkt, dass Rollenspiele unter den Kindern- und Jugendlichen eine wertvolle Ergänzung zum sozialen Lernen darstellen können und die Schüler*innen dadurch aktiv üben können, wie miteinander umgegangen werden soll. Besonders bei autistischen Schüler*innen stelle das einen großen Wert dar, betonten die Gäste. Eine wichtige Thematik im gemeinsamen Austausch war es auch, den Gegensatz zwischen „schüchternem Mädchen“ und „coolem Buben“ aufzuzeigen, der sich daraus ergeben kann, dass unterschiedliche Charaktere oft andersartige Strategien verwenden, um mit ihren Unsicherheiten umzugehen. Das gemeinsame Erleben des Workshops bestärkte die Hospitantinnen darin, zukünftig womöglich wöchentlich solche abzuhalten, um das soziale Miteinander zu stärken.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass es an uns – den Erwachsenen – liegt, den Kindern und Jugendlichen – sprich der neuen Generation – soziale Werte unmissverständlich zu vermitteln. Diese sind in unserer Gesellschaft höchst notwendig, insbesondere Toleranz, Empathiefähigkeit und vor allem einen Beitrag für ein wertschätzendes Miteinander. Durch die Möglichkeit dieses spannenden Austausches konnten die beiden Lehrerinnen und Schulsozialarbeit in vielerlei Hinsicht gegenseitig voneinander profitieren.

 

Weitere Treffen im Rahmen vom Erasmus+Projekt sind Coronabedingt verschoben worden.

 

 

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26
Juni
2020

Lockdown und Entwicklung der Jugend

Manchmal gibt es nicht viel hinzu zu fügen. DGSA Blog Soziale Arbeit hat einen spannenden Artikel geschrieben

www.blog.dgsa.de/jugendliche-brauchen-freiraume

Hier ein Paar Zitate aus dem Artikel:

“Die Jugendpsychologie wie Hirnforschung zeigt uns auf, dass es in der Jugendphase (insbesondere im gerade weltweiten Krisenmodus) für das Aufwachsen wichtigere Dinge gibt, als ein sich gerade komplett umbildendes Gehirn mit vermeintlich notwendigem Wissen zu füllen. Nicht nur aus Kinder- und Jugendschutzaspekten ist es fatal, junge Menschen nahezu komplett in private Räume zurückzudrängen und als einziges Licht am Ende des Tunnels an die Öffnung von Schulen zu denken. Jugendliche benötigen Menschen, die sie (auch psychisch) unterstützen können. Was Jugendliche in dieser Situation am wenigsten gebrauchen können, dürfte Leistungsdruck durch Homeschooling sein.”

“Das „Opfer“, welches diese Altersgruppe gerade bringt, wird in den medialen Inszenierungen so gut wie nicht thematisiert. Es ist ihr Auftrag, sich von Eltern zu lösen, sich in der Gesellschaft neu zu positionieren. Dazu brauchen sie Peers, dazu brauchen sie reale Orte, an denen sie sich treffen können, dazu brauchen sie die Option, sich außerhalb (enger) familiärer Wohnflächen bewegen zu können. ”

Viel Spass beim Lesen!

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23
Juni
2020

Kreativnachmittag im Rahmen des Freizeitangebots „Mädchengruppe“

von und mit ISOP Schulsozialarbeit

Anfang März 2020 fand wie an jedem zweiten Donnerstagnachmittag das Freizeitangebot „Mädchengruppe“ statt. Dabei handelt es sich um ein Kooperationsprojekt im Grazer Sozialraum 4 (Bezirke Lend, Eggenberg, Gösting) in Zusammenarbeit mit affido-pflegefamilien-kinderdörfer-familienarbeit Gmbh, der ISOP Schulsozialarbeit und dem Jugendzentrum EggenLend. Offizieller Projektträger sind das Amt für Jugend und Familie der Stadt Graz und die AG SR4. Konkret am Projekt beteiligt sind die ISOP-Schulsozialarbeiterinnen und Schülerinnen der NMS Karl Morre, NMS Algersdorf und NMS Kepler sowie die Mitarbeiterinnen des Jugendzentrums EggenLend und Mitarbeiterinnen der sozialräumlichen Familienarbeit von affido. Das Angebot ist aufgrund der sozio-ökonomischen Bedingungen vieler Familien kostenlos und niederschwellig und offen für alle Mädchen zwischen 10 und 18 Jahren aus dem Sozialraum.

Bei diesem Termin lag der Fokus auf kreativem Ausdruck und Gestaltung. Diese Themen erfreuen sich erfahrungsgemäß großer Beliebtheit und sind stets sehr gut besucht. So nahmen auch an diesem Nachmittag 15 Mädchen teil. Veranstaltungsort war diesmal das Jugendzentrum EggenLend, das dazu für die Dauer von zwei Stunden exklusiv zur „bubenfreien Zone“ wurde. Angeboten wurden verschiedene kreative Tätigkeiten an mehreren Stationen, die von den Mitarbeiterinnen des Projekts betreut wurden: Schmuck basteln (Ohrringe, Ketten, Armbänder), Stofftaschen bemalen und Teelichter/Schmuckgläser gestalten mit Steinen, bunten Bändern, Washi-Tape etc.

Die Mädchen entschieden selbst, welche Tätigkeit sie interessierte, und zeitlich ging es sich sogar aus, mehrere Dinge zu gestalten, die sie natürlich mit nach Hause nehmen konnten, sei es für sich selbst oder als Geschenk für Freundinnen und Mamas. Stolz präsentierten sie ihre Kunstwerke den Mitarbeiterinnen vor Ort und wie rückgemeldet wurde auch den Lehrerinnen in der Schule, die ihre Schmuckstücke lobten.

Die Atmosphäre und Stimmung ist an kreativen Terminen stets konzentriert, entspannt und überraschend ruhig, was sehr angenehm für alle Beteiligten ist. Ebenso ergeben sich dadurch gute Gespräche. Darüber hinaus gibt es stets eine gesunde Jause für die Mädchen, die nach der Schule oft sehr hungrig sind, sodass selten etwas übrigbleibt. Diesmal wurden selbstgemachte Aufstriche, Brot, Obst und Gemüsesticks angeboten.

An diesem Kreativnachmittag durften wir auch zwei Gäste aus Deutschland begrüßen, die im Rahmen des Erasmus+ Projekts „Schule Inklusive demokratischer Veränderungen“ u.a. bei ISOP Schulsozialarbeit hospitierten. Die beiden Grundschullehrerinnen zeigten sich sehr interessiert am Angebot, brachten sich gut ein und bastelten auch mit. Die Schulsozialarbeiterinnen und Projekt-Kolleginnen standen für alle Fragen zur Verfügung und stellten Infomaterialien zur Mädchengruppe bereit.

Die Mädchen profitieren von diesem Freizeit-Kooperationsprojekt in mehrerlei Hinsicht:

Ihnen wird Raum gegeben, wo sie sie selbst sein, sich neu entdecken und gemeinsam wachsen sowie sich partizipativ aktiv einbringen können. Darüber hinaus werden/wurden durch die Zusammenarbeit verschiedener Schulen neue Freundschaften geknüpft und bereits bestehende vertieft. Ein derartiges Kreativangebot bietet den Mädchen insbesondere die Möglichkeit, sich handwerklich zu betätigen, sich kreativ auszudrücken und auch Anregungen für neue Freizeitbeschäftigungen zu bekommen, die zudem stressreduzierend wirken. Ebenso wird durch das selbständige Tun und durch das Gefühl, ein selbst geschaffenes Produkt in Händen zu halten, die Selbstwirksamkeit gestärkt.

Abschließend soll nochmals die hervorragende Kooperation zwischen ISOP Schulsozialarbeit, offener Jugendarbeit und dem Träger der Kinder-Jugendhilfe unterstrichen werden, die maßgeblich zum Erfolg des Projekts beiträgt. Aufgrund der Wirksamkeit und der Nachfrage fand vor kurzem ein Ausbau des Projekts „Mädchengruppe im Sozialraum 4“ statt, und zwar mit einem ebenfalls 14-tägigen Angebot im/mit dem Jugendzentrum Echo und Schülerinnen und ISOP Schulsozialarbeiterinnen der NMS Kepler und NMS Fröbel.

Wir hoffen auf eine Weiterführung im Herbst!

 

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17
Juni
2020

Erasmus+ Projektpartner*innen auf Besuch im März in Graz

Ein Beitrag, der vor der Lockdown geschrieben worden ist. Schön war es mit den Hopsitant*innen! Heute hätten wir uns in Berlin  für den Abschluss treffen sollen – ist verschoben worden.

ISOP-Schulsozialarbeit macht in Zusammenarbeit mit der NMS St. Peter bei einem zweijährigen Erasmus+ Projekt mit den Schwerpunkten Inklusion, Demokratie und Haltung mit. Ziel ist es, eine demokratische Schulentwicklung zu unterstützen und zu fördern.

Ein Teil des Projektes besteht darin, dass die Projektpartner*innen aus Deutschland, Slowenien und aus der Schweiz uns in Graz zum Hospitieren besuchen und so selbst den Schul- und Arbeitsalltag in der NMS St. Peter und von Schulsozialarbeit kennenlernen. Dazu wurde gemeinsam mit Lehrer*innen und der Schulleitung der NMS St. Peter ein abwechslungsreiches Programm für die Hospitationswoche erstellt. Anfang März war es dann soweit, dass wir unsere Gäste in Graz willkommen heißen durften.

Am ersten Tag ging es nach der Begrüßung der Gäste darum, den Standort der NMS St. Peter kennenzulernen und das österreichische Schulsystem sowie ISOP-Schulsozialarbeit vorzustellen. Am Nachmittag fand dann eine sehr interessante Stadtführung zum Thema Menschenrechte vom Verein Xenos statt.

Von Dienstag bis Donnerstag standen die Unterrichtshospitationen auf dem Programm. Die Hospitierenden hatten die Möglichkeit aus einem vielfältigen Programm zu wählen: Einerseits konnten sie den Unterricht in der NMS St. Peter beobachten und andererseits bei Workshops sowie Einheiten der Schulsozialarbeit zum Sozialen Lernen dabei sein. In der NMS St. Peter konnten die Hospitierenden Workshops zum Thema Kinderrechte und Social Media besuchen. Außerdem stellten Schulsozialarbeiter*innen der Volksschule Graz Hirten, der Volkschule Bertha von Suttner und der NMS Kapfenberg ihre Arbeit an den jeweiligen Standorten vor und boten die Möglichkeit an, dort zu hospitieren. Nachmittags konnten Freizeitangebote wie die Buben- und die Mädchengruppe begleitet werden, die von Schulsozialarbeit in Zusammenarbeit mit dem Sozialraum 3 und dem Sozialraum 4 sowie Kooperationspartner*innen veranstaltet werden.

Ein Highlight dieser Woche war, dass am Mittwoch nach den Hospitationen ein Ausflug in die Südsteiermark stattfand. So konnten unsere Gäste die Region und die Kulinarik der Südsteiermark kennenlernen. Nach dem Besuch einer Kernölmühle und eines Weinguts bildete die Einkehr bei einer Buschenschank in den Weinbergen den Abschluss.

Am Donnerstagabend wurde dann noch in die plauderBar, den kulinarischen und kommunikativen Treffpunkt im Haupthaus von ISOP, eingeladen. Bei multikulturellen Buffet wurde das Projekt plauderBar mit seiner integrativen Zielsetzung vorgestellt. Neben hervorragenden Essen konnte man sich in angenehmer Atmosphäre gut vernetzen.

Die Woche war geprägt von informativen und interessanten Austauschgesprächen. Die Hospitationsmöglichkeiten wurden gut genutzt und unsere Gäste waren von der Vielfalt unseres bunten Programms begeistert.

 

 

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9
Juni
2020

BanHate – die erste mobile App gegen Hasspostings und Hate crimes

Die „BanHate“-App wurde im Jahr 2017 als die erste mobile App zur einfachen und unbürokratischen Meldung von Hasspostings im Netz entwickelt. Mit nur wenigen Klicks können Postings aller digitalen Medien und aus ganz Österreich gemeldet werden. Die gemeldeten Beiträge werden auf deren strafrechtliche Relevanz geprüft und an die zuständigen Stellen und Behörden übermittelt. Melderinnen und Melder bekommen eine Rückmeldung und können stets den Bearbeitungsverlauf über die App abrufen.

Im Mai 2020 wurde die BanHate-APP erweitert. Ab sofort können über BanHate auch sogenannte Hate crimes auf unbürokratische Weise gemeldet werden. Hate crimes sind Straftaten, die auf Vorurteilen oder Feindseligkeiten gegenüber bestimmten gesellschaftlichen Gruppen basieren und im Gegensatz zu Hasspostings nicht online stattfinden, sondern real und im „echten Leben” geschehen.

Österreich wird international für die fehlende statistische Erfassung von Hate crimes kritisiert. Durch die Erweiterung der BanHate-App soll nun auch die Erfassung von Hate crimes in Österreich garantiert werden.

Auch die Meldung von Hate crimes erfolgt mit nur wenigen Klicks. Wird man Opfer eines Hassverbrechens und beispielsweise in der Straßenbahn oder an öffentlichen Plätzen aufgrund eines Diskriminierungsmerkmals beschimpft oder angegriffen, oder beobachtet man einen solchen Vorfall, kann der Vorfall zusammengefasst über die BanHate-App samt Angaben zum Ort und Zeitpunkt des Vorfalls und weiteren Angaben, beispielsweise zur Motivation der Täterin oder des Täters an die Antidiskriminierungsstelle Steiermark übermittelt werden. Angaben zu angenommenen Diskriminierungsgründen erleichtern der Antidiskriminierungsstelle Steiermark dabei die Kategorisierung zur Motivation hinter der Tat. Fügen die Melderin oder der Melder der Meldung auch Fotos hinzu, können entsprechende Vorfälle inhaltlich von der Antidiskriminierungsstelle Steiermark geprüft werden.

Melderinnen und Meldern soll so eine bürokratische Hürde genommen werden. Der Fall wird erfasst und es erfolgt eine Aufklärung über rechtliche Möglichkeiten oder die Möglichkeit, einen Vorfall auch bei Behörden anzeigen zu können.

Durch die Erweiterung der BanHate-App soll die Beratung für Betroffene verstärkt, aber auch die Zivilcourage von Zeuginnen und Zeugen gefördert werden.

Die App steht kostenlos in den App Stores (iOS-Store, Google-Play Store) zum Download zur Verfügung.

Für den gesamten deutschsprachigen Raum. https://www.banhate.com
https://itunes.apple.com/at/app/banhate/id1217629672
https://play.google.com/store/apps/details?id=com.banhate
http://www.antidiskriminierungsstelle.steiermark.at/

 

 

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