5
Februar
2019

Wer, wie, wo sind wir da in der Schule? Orientierung mit keramischen Elementen

Gewaltpräventionsprojekt mit den 4. Klassen der NMS Albert Schweitzer und einem Lehrer*innenteam unter der Leitung von ISOP Schulsozialarbeit Mag.a (FH) Bibiane Sperger mit künstlerischer Unterstützung und Beratung von Gregor Fauland & Kollegen von Casinos Austria (diese übernahmen die Gehaltskosten für den Keramiker und dessen weitere Helfer*innen!)

In der NMS Albert Schweitzer sind wir täglich mit den Herausforderungen der Migration konfrontiert. Unsere Schüler*innen sprechen über 15 verschiedene Sprachen! Einige sind noch nicht lange in Österreich, während andere aus marginalisierten Familien kommen. Lernen wollen sie zwar alle, doch die Lebensbedingungen unserer Schüler*innen von früher oder jetzt daheim sind oft nicht optimal auf das Lernen abgestimmt.

Umso wichtiger ist es, dass die Schule als Lern- und Lebensort Möglichkeiten der Teilhabe und Gestaltung eröffnet. Anstatt die Defizite der Schüler*innen zu betonen, liegt der Fokus auf den eigenen Potentialen und Ressourcen und es werden alle als kompetente und gestaltende Individuen wahrgenommen.

Die Schüler*innen der 4. Klassen haben nun die Möglichkeit, sich in einem künstlerischen Keramikprojekt aktiv in die Schulgestaltung einzubringen und damit ihren Lern- und Lebensalltag kooperativ mit Tonarbeiten zu gestalten. Wichtig werden in diesem Projekt die Auseinandersetzung mit eigenen und anderen Interessen sowie die Abwägung individueller Ansprüche mit übergreifenden Gemeinschaftsinteressen.

All das wirkt gewaltpräventiv sowohl für die beteiligten Schüler*innen auf der einen Seite als auch für die Schule und allen Menschen, die dort lernen und arbeiten. Zudem können wertvolle pädagogische und soziale Effekte erzielt werden und zwar, dass

 

  • die Schüler*innen sich mit ihrer eigenen Schule stärker identifizieren können

  • die Schüler*innen sich selbst entfalten und sich mittels individuellen und gemeinschaftlichen Tonarbeiten selbst darstellen können

  • die Schüler*innen von den Mitschüler*innen Anerkennung erfahren

  • die Schüler*innen durch Überlegungen zu einem Orientierungsystem in der Schule ihre Selbst-, Sozial-, Sach- und Methodenkompetenz entwickeln können

  • Schüler*innen sich als aktive Gestalter*innen erleben und die Zuversicht gewinnen, Aufgaben eigenständig ebenso wie gemeinschaftlich und ergebnisbezogen gestalten zu können

  • das Gemeinschaftsgefühl innerhalb der Schule und Schülergemeinschaft gestärkt wird

  • die Schule immer mehr zu einem Lern- und Lebensort wird, an dem sich alle wohl fühlen und somit gewaltpräventiv auf alle wirkt!

 

Das Projekt umfasste für die Vorbereitung mehrere Stunden in den verschiedenen Fächern sowie mehrere Tage für die Produktion der künstlerischen keramischen Elemente. Gregor Fauland und seine Kolleg*innen waren uns in der Schule einige Vormittage lang dabei behilflich, die künstlerischen Ideen unserer Schüler*innen in Keramik umzusetzen. Die Ergebnisse wurden dann in den Gängen der Schule von den Schüler*innen selbst so befestigt, dass sie uns allen als Orientierung nützen.

Die Schüler*innen selbst hatten sowohl in der Planung als auch bei der Produktion dieser Elemente großen Spaß und zeigten derart viel Konzentration und Ausdauer, dass sie in der Zeit des keramischen Arbeitens sogar auf die Pausen verzichteten (!). Sie wollten sich nicht aus ihrer Arbeit an den Kunstwerken herausreißen lassen. Die Resultate sind beeindruckend und erfreulich für die ganze Schule.

Es gibt schon weitere Anfragen der Schüler*innen aus nicht beteiligten Klassen, wann sie denn endlich auch solche Tafeln machen dürfen. Gespräche mit der Werken Lehrerin laufen schon!

   

 

 

 

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25
Januar
2019

Gegen Extremismus in der Steiermark

Credit beide Fotos: “next – no to extremism”/Philipp Lihotzky

In der Steiermark gibt es seit Neuestem eine Extremismuspräventionsstelle „next – no to extremism“.  Am 23.1 fand die erste Netzwerkveranstaltung mit Landesrätin Doris Kampus (Soziales und Integration), Landesrätin Ursula Lackner (Bildung und Gesellschaft), Stadtrat Kurt Hohensinner (Soziales, Bildung, Integration) sowie 20 teilnehmenden Organisationen statt. ISOP Schulsozialarbeit ist Teil dieses Netzwerkes. „Warum ist Schulsozialarbeit bei Extremismusprävention dabei?“ fragen sich vielleicht einige? Hier eine kurze Erklärung:

 

„Werden Maßnahmen in der sensiblen Jugendphase gesetzt, die sich nur auf bereits als problematisch erlebte Eigenschaften beziehen, besteht die große Gefahr, einen Entfremdungsprozess weiter zu verstärken und so eine positive Ausbildung der Identität zu gefährden sowie die Anziehungskraft der Szenen, die diese Eigenschaften idealisieren, zu vergrößern.“

Fabian Reicher Sozialarbeiter, Teil des Fortbildungsteams der Beratungsstelle Extremismus

 

In diversen Workshops im Rahmen von Schulsozialarbeit werden Themen wie Gefühle, Gewaltfreie Kommunikation, Selbstwertstärkung, Integration von AußenseiterInnen sowie Gender und Diversity – um nur ein paar Beispiele zu nennen – behandelt. Im Rahmen von diesen Workshops wird die Basis für Extremismusprävention zwar nicht explizit erwähnt, allerdings durchaus gelegt.

Im Jugendalter wird nach der eigenen Identität gesucht. Wer bin ich? Wo gehöre ich dazu?

Viele die radikalisiert werden, brauchen jemanden, der sich um sie Kümmert, jemand der sagt „du gehörst zu uns! Bei uns bist du wichtig!“ Diese Sätze haben die Radikalisierten leider zu selten gehört bzw. gefühlt. In den Schulen dürfen alle Kinder und Jugendliche zu Schulsozialarbeit kommen und ihre Themen ansprechen. Einige brauchen einen Erwachsenen zum Reden – eine Person, die zuhört und vermittelt, dass das Kind/ der/die Jugendliche wichtig ist.

Wir haben lange beobachtet, dass Hilfe anzunehmen ein Lernprozess ist! Auch da ist es wichtig bei den Jüngeren anzusetzen. Wir bringen ihnen bei, dass man nicht alles alleine schaffen muss und, dass es gut ist sich manchmal an jemanden zu wenden, der/die einem weiterhilft.

Alle diese Maßnahmen und Angebote wirken präventiv. Die Kinder und Jugendlichen lernen bereits in der Schule eineN „Kümmerer“ kennen. Schulsozialarbeit bemüht sich die Lücke zu extremistischen Kümmerern zu schließen. In Beratungen und Workshops wird an das Gefühl der Anerkennung, an der Identitätssuche und am Gefühl von Schutz und Zugehörigkeit gearbeitet. Dadurch wird dem Extremismus der Nährboden entzogen.

In der Steiermark gibt es viele Organisationen die sich stark gegen Extremismus machen. Hier sind Informationen über die Auftaktveranstaltung inklusive Beschreibungen über die Organisationen, die mitmachen.

 

 

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24
Januar
2019

Neue Tassen

Neu in unserer Teeküche! Sprüche an Tassen für Links- und RechtshänderInnen! Sprüche für einen selber oder für die Person gegenüber : )

 

 

Es ist gesünder sich zu ärgern als zu wundern!

SMILE! It keeps the world wondering

Sometimes you win – Sometimes you learn

Keep calm and let KARMA work

Leave room for magic

Start where you are

 

 

 

 

 

 

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14
Januar
2019

20 Empfehlungen, um weniger rassistisch zu sein

Manchmal gibt es nicht viel hinzu zu fügen. Hier ist ein sehr interessanter Artikel über Rassismus.

 

 

 

 

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8
Januar
2019

Schulsozialarbeit in der Volksschule

Seit Beginn des Projekts ISOP-Schulsozialarbeit werden in Graz einige Volksschulen präventiv mitbetreut, und zwar in Form von Sozialen Lernstunden in den Klassen. Wegen des geringen Stundenkontingents wird in der Volksschule allerdings keine Einzelfallarbeit angeboten.

Soziales Lernen in den Klassen

Dauer, Frequenz und Thema der Einheiten werden an jedem Standort gesondert mit den LehrerInnen vereinbart. Dabei steht jeder Volksschule ein bestimmtes Stundenausmaß zur Verfügung, das im Einvernehmen mit der Schule über das Schuljahr verteilt wird. Mögliche Varianten sind:

  • Einzelne Einheiten zu regelmäßigen Terminen

  • Regelmäßige geblockte Einheiten (d.h. mehrere Stunden, auch in größeren Intervallen)

  • Länger dauernde Aktivitäten 1-2 mal im Semester, beispielsweise Outdoortage.

 

Das Angebot der Schulsozialarbeit in der Volksschule kann sich angesichts des begrenzten Stundenausmaßes nur als Impuls für die Bearbeitung verschiedener Themen verstehen. Im Fokus stehen nur zum Beispiel:

  • Teamarbeit/Klassengemeinschaft

  • Gefühlsbewusstsein

  • Entspannung

  • (Gewaltfreie) Kommunikation

  • Gewaltprävention/Konfliktlösung

  • Selbstwertstärkung

Zusammenarbeit LehrerInnen und SchulsozialarbeiterInnen

Um qualitativ möglichst hochwertige Einheiten gestalten zu können, ist ein regelmäßiger Austausch zwischen LehrerInnen und SchulsozialarbeiterInnen essentiell.

Zu Semesterbeginn soll, nach einem Vorstellungsgespräch mit der Direktion, ein Vorgespräch zwischen LehrerInnen und SchulsozialarbeiterInnen stattfinden, um Erwartungen, Ziele und die jeweilige Klassensituation abzuklären und das Angebot entsprechend planen zu können.

Während des Semesters ist konstruktives Feedback für die gemeinsame Arbeit äußerst wichtig. Aus diesem Grund sollen regelmäßige Reflexionsgespräche zwischen den LehrerInnen und SchulsozialarbeiterInnen stattfinden, in denen die Zusammenarbeit, die Themen der Einheiten, die aktuelle Situation in der Klasse, etc. besprochen werden. Dadurch lässt sich das Angebot der Schulsozialarbeit in den Klassen flexibler gestalten.

Ein bis zwei Mal pro Semester sollen außerdem Reflexionsgespräche der LehrerInnen und SchulsozialarbeiterInnen mit Beteiligung der jeweiligen LeiterInnen (Direktion und Schulsozialarbeit) stattfinden.

 

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21
Dezember
2018

Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch

 

Wenn uns bewusst wird,
dass die Zeit, die wir uns für
einen anderen Menschen
nehmen, das Kostbarste ist,
was wir schenken können,
haben wir den Sinn
der Weihnacht verstanden.
 
                   Roswitha Bloch
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20
Dezember
2018

Löwenzahnkindergärtnerei

Der Löwenzahn ist ein Symbol der Widerstandskraft.

Löwenzahnkinder sind Kinder, die trotz einer äußerst schwierigen Kindheit in einer Familie mit vielfältigen Problemen und zum Teil ganz schlimmen Umständen überleben, ja sogar gedeihen – so wie ein Löwenzahn auch durch den Asphalt wachsen kann.

Diese Kinder haben einen Erwachsenen außerhalb der Familie gehabt, der das innere Kind und das Potential gesehen hat und ihm dadurch helfen konnte. Es kann eine Oma, ein Nachbar, ein Bibliothekar, eine Lehrerin oder auch ein/e Schulsozialarbeiter/in gewesen sein.

 

 

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17
Dezember
2018

Kindness makes the world go round

Bald ist Weihnachten. Leider ist es immer seltener eine besinnliche Zeit. Statt dessen wird Weihnachten mit Stress verbunden: mit Menschen die sich beim Einkaufen drängen, noch schnell alles am Jahresende abschließen und 100 andere Sachen erledigen.

Dabei geht es darum  Zeit mit deinen Lieben zu verbringen, Kinderaugen zum Leuchten zu bringen (ob es schneit können wir leider nicht beeinflussen, aber es gibt jede Menge andere Möglichkeiten) und auch Zeit für Erholung zu finden.

Mein “Weihnachtsgeschenk” an dich ist dieser Youtubefilm. Nimm dir die Zeit ihn anzuschauen. Lass dich von diesen Menschen inspirieren. Überleg dir wem du den Tag mit einer guten Tat versüßen kannst. Vielleicht versüßt jemand auch deinen Tag? Freundlichkeit kann nämlich sehr ansteckend sein. : )

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12
Dezember
2018

STOP da stimmt was nicht

Im Schuljahr 2017/18 fand an der NMS Algersdorf ein Theaterprojekt zum Thema Zivilicourage statt. Im Workshop stellten die SchülerInnen gemeinsam verschiedene Situationen nach, in denen Aufmerksamkeit für das Umfeld und beherztes Handeln gefragt sind, um andere vor Schaden zu bewahren. Die Szenen wurden filmisch festgehalten und sind auf Youtube verfügbar.

Und hier geht’s direkt zum Film (Dauer: 12:12 Minuten):
https://www.youtube.com/watch?v=op88fyXEXPk&feature=youtu.be

 

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28
November
2018

Neues Buch: Schulsozialarbeit an Grundschulen

Ich habe gerade Post bekommen und freue mich! Es gibt ein neues Buch am Markt:

Schulsozialarbeit an Grundschulen

cof

Im Teil IV: Praxisbeispiele ist ein Artikel von mir (Sandra Jensen) zu finden: Österreich: Schulsozialarbeit an Volksschulen am Beispiel der ISOP-Schulsozialarbeit Graz

 

 

 

 

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