21
Oktober
2020

Generation Haram – Podiumsdiskussion mit Melisa Erkurt

Mit  MELISA ERKURT – Journalistin, Lehrerin und Autorin des Buches „Generation haram” – diskutieren:

  • Sandra Jensen  ISOP Schulsozialarbeit
  • Daniela Grabovac  Antidiskriminierungsstelle Steiermark
  • Klaus-Börge Boeckmann  Pädagogische Hochschule Steiermark

Wann: Donnerstag, 29.10.2020, 19:00 Uhr
Achtung: Die Veranstaltung ist ausgebucht. Es werden keine Anmeldungen mehr entgegen genommen.

Video-Livestream: https://youtu.be/Gp2T4kre5QQ
Die Audio-Liveübertragung über Radio Helsinki: 92,6 MHz (Raum Graz) oder im Livestream unter live.helsinki.at.

 

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20
Oktober
2020

Ein besonderer Schultag

An der MS St. Marein im Mürztal gibt es schon länger die Tradition, dass die Buddys die neuen Erstklässler am ersten Schultag begrüßen. Schon im Juni und auch noch in der letzten Ferienwoche im September wurde dafür fleißig mit der Schulsozialarbeiterin geprobt. Die Schüler*innen dichten gemeinsam ein Lied um, das auf die Zusammenarbeit der Buddys mit den Neuankömmlingen hinweist. Diesmal wurde ein Lied von Pizzera und Jaus neu interpretiert, das einige Viertklässlerinnen mit der Gitarre begleiteten.

Am „großen“ Tag selbst sind die Viertklässler*innen meist genauso nervös wie die neuen Schüler*innen, aber durch die musikalische Begrüßung wird beiden ein wenig die Angst genommen. Vor allen wissen die Erstklässler*innen schon am ersten Tag, dass sie nicht alleine sind und jemand für sie da ist.

Gerade heuer war das besonders wichtig, da sie die ersten Stunden an der neuen Schule aufgrund der Corona Pandemie ohne ihre Eltern „überstehen“ mussten, da kam der Beistand der Buddys gerade Recht.

Auch in diesem Jahr gab es wieder gleich zu Beginn einen gemeinsamen Wandertag, der dazu diente, sich besser kennen zu lernen und mit ganz unterschiedlichen Persönlichkeiten mit allen Ecken und Kanten ein dynamisches Team zu bilden. Die Buddys sind aber auch weiterhin für die „Kleinen“ da. Sie treffen sich regelmäßig in der Hofpause und tauschen ihre Erfahrungen aus.

Hier ein Auszug aus dem neuen Liedtext der Schüler*innen:

Bist du a stuiza Erstklassler im ersten Semester, oder host du in dera Schui scho Bruder oder Schwester

Und bist du gerne draußen und spüst a Runde Fußboi, wir sind gern dabei und wünschen dir „Toi, Toi“.

Net scheiß egal, wos du mochst, wos du tuast, wos du isst, wir Buddys san für di do, egal wer du bist.

Moch da geile Zeit mit deine Freind und daun stöst da die Froge….

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13
Oktober
2020

Rückmeldung einer Lehrerin

Liebe Schulsozialarbeiterinnen!

Ich möchte mich für eure hervorragende Arbeit als Schulsozialarbeiterinnen im Namen meiner Lehrerkolleginnen und Lehrerkollegen sehr, sehr  herzlichst bedanken!

Da ich eure Arbeit nun schon seit Beginn eurer Tätigkeit in meinen Klassen  erleben darf, ist es Zeit, einmal auch schriftlich zu bestätigen, welch wertvolle (gesellschaftspolitische) Arbeit hier geleistet wird.

Euer liebevoller, respektvoller  und besonnener Umgang mit den Kindern ist beispielhaft! Den Kindern wird auf didaktisch höchstem Niveau so viel an persönlicher Stärkung mitgegeben.

Gerade unsere Kinder mit Migrationshintergrund haben es oft nicht leicht. Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache, Probleme in den Familien und Konflikte in der Klassengemeinschaft sind Alltag. Gerade deshalb ist die Schulsozialarbeit an diesen so genannten Brennpunktschulen für die Gesellschaft enorm wichtig. Meine Kinder haben sich durch die Schulsozialarbeit ein völlig neues Handlungsrepertoire bei Konflikten angeeignet und wenden es auch an. Sie sind sich ihrer eigenen Stärken viel bewusster geworden und gehen miteinander äußerst verantwortungs- und respektvoll um.

Obwohl man als Klassenlehrerin auch bemüht ist, den Kindern Strategien zur Konfliktbewältigung beizubringen oder sie emotional zu stärken, ist dies alles nicht mit der Schulsozialarbeit bzw. eurer Arbeit, die ihr leistet, vergleichbar!

Ich hoffe sehr, dass die Schulsozialarbeit in noch größerem Maß weiterhin besteht. Für mich ist diese Arbeit  ein absolutes gesellschaftliches Muss und gehört verpflichtend in den Stundenplan integriert!

Ich danke euch herzlichst! Eure Stunden sind auch für mich immer wieder ein wunderbares Ereignis, weil ich die positive Entwicklung meiner Schülerinnen und Schüler erleben darf.

Liebe Grüße

 

 

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6
Oktober
2020

Schulsozialarbeit und die kleinen Freuden des Lebens

Ich arbeite nun schon seit einigen Jahren als Schulsozialarbeiterin und mit der Zeit wird mir mehr und mehr bewusst wie unglaublich wichtig dieser Teilbereich der Sozialen Arbeit geworden ist. Umso mehr freue ich mich, dass es mittlerweile sogar als Handlungsfeld an der FH unterrichtet wird. Aber die Professionalisierung in diesem Handlungsfeld hat sich nicht nur im Bildungssystem manifestiert, sondern auch auf politischer Ebene hat Schulsozialarbeit an Bedeutung gewonnen.

Für die Schulen, in denen wir arbeiten, ist Schulsozialarbeit nicht mehr wegzudenken und ich freue mich unglaublich über diese Entwicklung – nicht nur weil mir die junge Generation so am Herzen liegt, sondern weil ich es in meiner täglichen Arbeit spüren, sehen, fühlen und miterleben darf, wie sich die Kinder und Jugendlichen entwickeln und mit der adäquaten Unterstützung zu (selbst-)reflektierten, selbstbewusst und -bestimmten jungen Erwachsenen heranwachsen. Die Kinder und Jugendlichen, die ich begleiten darf, sollen jeden Tag spüren und erleben, dass es sich auszahlt, freundlich miteinander umzugehen und anderen zuzuhören, dass es wichtig ist, gehört zu werden, dass Liebe stärker ist als Hass und dass es vor allem ganz egal ist, woher sie kommen, wie alt sie sind, ob sie groß oder klein sind, etc. Kurz und gut: Sie sollen (er)lernen, sich und anderen auf Augenhöhe zu begegnen.

Ja, das Schulsystem ist komplex. Deutlich mehrdeutiger und komplexer ist das Weltgeschehen überhaupt. Dass man sich da einmal oder zweimal oder sogar regelmäßig nicht so ganz auskennen kann, ist für mich sehr verständlich. Umso wichtiger ist es, den Gegenpol paradoxer Sinnhaftigkeiten zu stärken, zu nähren und wachsen zu lassen.

Schulsozialarbeit kann so vieles sein:

  • ob es das Teilen der Jause ist, weil ein Kind sich wirklich schlecht fühlt, weil es so hungrig ist.

  • ob man mit den Kindern auf einem neu gestrichenen Schulhof tanzt, weil sie unglaublichen Bewegungsbedarf haben, der im Klassenzimmer während des Unterrichts manchmal schwer lebbar ist.

  • ob man einem Schüler aus der Pflichtlektüre vorliest, weil es im Klassenzimmer zu viel zu besprechen gab, er nun am Gang sitzt und sich nicht zum Lesen motivieren kann – und am Ende so viele wundervolle Eindrücke vom Denken des Schülers geschenkt bekommt.

  • ob es ein freundliches und ernst gemeintes Lächeln am Gang ist.

  • ob es darum geht, bei einem/r Schüler*in zu bleiben, weil er/sie sich krank fühlt und einfach jemanden braucht, der da ist, um sich nicht allein zu fühlen bis er/sie abgeholt wird.

  • ob es eine vom Herzen kommende Frage ist: Alles in Ordnung? Und man die Antwort wirklich wissen will!

  • ob es darum geht, zu sagen – ich glaube an DICH!

  • ob man sich einfach zuwinkt und den Schüler*innen sagt – So schön, dich zu sehen!

  • ob man mit den Schüler*innen selbstkreierte Spiele ausprobiert: Gesichtsausdruck/Emotionen raten trotz Gesichtsmaske. Probiert es aus – Die Kids sind beeindruckend gut darin!

  • ob man einfach Uno spielt und über neue Serien spricht und wirklich Interesse am Gegenüber zeigt, indem man ein offenes Ohr hat.

  • ob es ist, da zu bleiben und/oder Raum zu schaffen/geben für Tränen, Herzensangelegenheiten oder Angst geprägte Gefühle.

  • ob es „nur darum geht“, Kindern und Jugendlichen zu sagen: Gib nicht auf – du hast es fast geschafft! – (um sich später ein kontaktloses oder wenn möglich sogar echtes High five zu geben und zu sagen: JA, DU HAST ES GESCHAFFT!!)

  • ob es darum geht, eine oder mehrere Perspektiven zu geben und zu unterstützen an das „Gute“ zu glauben. (+ an Veränderung)

  • oder ob es darum geht, in hochsensiblen Situationen klar zu bleiben, da zu bleiben und fokussiert, um den Schüler*innen in sicherheitsgefährdenden Situationen die bestmögliche Sicherheit zu geben, die in diesem Moment möglich ist.

All das – viele „kleine“ Dinge – entpuppen sich als große Dinge…

Vor allem dann, wenn man abends mit tonnenweise Dankesbotschaften zu Bett geht – Danke für Deine Unterstützung, fürs Zuhören, fürs Lächeln, dafür, dass Sie da waren, für das Verständnis, für die Fürsorge…, dafür, dass Du eine einfühlsame und kompetente Schulsozialarbeiterin bist, dass Sie helfen, dass Sie einfach nur anwesend sind – all das zahlt sich echt sowas von aus!

Also ernsthaft jetzt: #spreadlove#spreadkindness

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29
September
2020

Infos des Gesundheitsministeriums zum Coronavirus

Jetzt wo die Tage kürzer werden und das Coronavirus sich wieder stärker ausbreitet, sind zuverlässige Informationen zum Thema besonders wichtig. Hier deshalb ein paar Links zu hilfreichen Seiten des Gesundheitsministeriums:

Allgemeine Infos zum neuartigen Coronavirus (COVID-19):
https://www.sozialministerium.at/Themen/Gesundheit/Uebertragbare-Krankheiten/Infektionskrankheiten-A-Z/Neuartiges-Coronavirus.html

Corona-Ampel:
https://corona-ampel.gv.at/?fbclid=IwAR24sCjeNk826ryddsn6VlXIuvLlOYnTm1sOKmesEKucaf4MvQmfF39MtNI

Am Ende der folgenden Seite mit Fachinformationen zum Coronavirus gibt es auch Links zu „Informationsmaterialien über Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus“ nicht nur auf Deutsch, sondern auch auf English, Arabisch, Farsi, Türkisch, Serbisch, Kroatisch und Bosnisch:
https://www.sozialministerium.at/Informationen-zum-Coronavirus/Coronavirus—Fachinformationen.html

Und für Kinder ist dort auch ein Link zur deutschsprachigen Ausgabe des Kinderbuchs „Du bist mein Held – Was Kinder gegen COVID-19 tun können!“, die auf der Website der IASC (Inter-Agency Standing Committee) ebenso wie Ausgaben in zahlreichen anderen Sprachen zum Download zur Verfügung steht:
https://interagencystandingcommittee.org/iasc-reference-group-mental-health-and-psychosocial-support-emergency-settings/my-hero-you

 

 

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22
September
2020

Erasmus+ Hospitation an der VS Bertha von Suttner

Eine ganze Weile ist vergangen, seit vier Lehrerinnen und eine Schulsozialarbeiterin aus Deutschland und der Schweiz am 5. März 2020 im Rahmen der Erasmus+ Hospitation an die Volksschule Bertha von Suttner kamen. Zusammen mit der Schulsozialarbeiterin und der Projektleitung empfing die Schulleiterin die Gäste und es wurde über die Besonderheiten des Standortes erzählt und diskutiert. Mittlerweile hat ein neues Schuljahr begonnen, aber die Erfahrungen des Besuchs wirken nach und die verschiedenen Erfolgsprojekte, die den Gästen präsentiert wurden, gehen in eine neue Runde.

An der Volksschule Bertha von Suttner bilden Familien auf der Flucht und aus armutsgefährdetem Milieu die Mehrheit. Durch viel Engagement und Einsatz durch alle Beteiligten, allen voran Schulleitung und Lehrer*innen, werden die Kinder bestmöglich unterstützt und ihnen wird Bildung trotz vielfältiger Herausforderungen ermöglicht.

So gibt es etwa die Materialbörse, ein besonderes Projekt an der Volksschule Bertha von Suttner, die den Gästen vorgestellt und mit ihnen besichtigt wurde. Dabei werden Schüler*innen durch die Schulsozialarbeiterin bei der Organisation ihrer benötigten Arbeitsmaterialien unterstützt und ein verantwortungsvoller Umgang mit ihren Schulsachen gelernt. Die Materialbörse ermöglicht vielen Kindern unbürokratisch und mit Wertschätzung für ihre jeweilige Situation die Teilhabe am Unterricht.

Weiters wurde in einer vierten Klasse eine Soziale Lernstunde besucht. An der Volksschule Bertha von Suttner hält die Schulsozialarbeiterin in den dritten und vierten Klassen wöchentlich Soziale Lernstunden ab. Dabei wird zwischen Schulsozialarbeit und Lehrperson die Klasse, die Dynamiken und Besonderheiten im Vorfeld eingeschätzt und besprochen. Gemeinsam wird dann entschieden, welches Thema für die Klasse passend und zielführend wäre.

In einer vierten und einer dritten Klasse wurde in dieser Volksschule im Schuljahr 2019/20 erstmalig eine Workshopreihe mit dem Titel „Superheld*innen-Ausbildung“ durchgeführt. Diese Einheiten wurden von ISOP Schulsozialarbeit konzipiert bzw. kombiniert und schon in der Volksschule Algersdorf durch die Schulsozialarbeiterin durchgeführt. Dabei werden folgende Ziele verfolgt: Die Kinder lernen sich und ihre Mitschüler*innen besser kennen, schärfen ihre Selbst- und Fremdwahrnehmung, erweitern ihre Ressourcen, beschäftigen sich mit ihren Gefühlen, wie sie diese steuern können und wie sie achtsam mit sich selbst und ihren Mitschüler*innen umgehen. Abschluss der Workshop-Reihe bildet die Übergabe der Superheld*innen-Urkunden. In den Einheiten werden immer wieder Übungen, in denen sich die Schüler*innen mit sich selbst auseinandersetzen, mit solchen abgewechselt, in denen der Fokus auf der Klasse und der Gruppe liegt.

Begonnen und abgeschlossen werden diese Einheiten mit Ritualen, die den Kindern mit der Zeit vertraut werden und einen wertvollen Rahmen bilden. Es gibt ein Begrüßungsritual, ein Ritual zum Erfragen der Befindlichkeit und am Abschluss eine „Stille“-Übung. Hauptstück der von den Hospitierenden besuchten Stunde war die Auseinandersetzung mit den Mitschüler*innen und die nonverbale Kommunikation. Die Schüler*innen mussten sich – ohne miteinander zu reden – nach bestimmten Kriterien in einer Reihe aufstellen. Bald wurde sichtbar, dass dies gar nicht so einfach ist und es wurde nach Lösungsmöglichkeiten gesucht. In dieser Klasse wurden drei Schülerinnen aktiv und kümmerten sich nonverbal um jene, die nicht so recht wussten, wo sie hin mussten. Es war für die Hospitierenden sehr spannend, die Schüler*innen und die Dynamik zu beobachten. Wie es den Schüler*innen gegangen ist, wird im Anschluss selbstverständlich besprochen und reflektiert.

Danach wurde das Erlebte im Konferenzzimmer mit den Hospitierenden nachbesprochen und die Zeit verging leider viel zu schnell. Die Gespräche waren für alle Beteiligten sehr interessant, das Kennenlernen der regionalen Unterschiede und Eigenheiten der jeweiligen Standorte führte zu einigen „Aha“-Erlebnissen. Das Konzept der Superheld*innen-Ausbildung wird von den Gästen gerne mitgenommen und an ihren Standorten nach Möglichkeit angewendet.

 

 

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15
September
2020

Schulstart

Es geht wieder los!

Das Team der MS St. Leonhard mit digitalem Schwerpunkt freut sich schon sehr, die Schüler*innen im neuen Schuljahr 2020/21 zu begrüßen.

Gemeinsam mit dem Team der Nachmittagsbetreuung und zwei weiteren Klassenlehrerinnen hat Schulsozialarbeit in der vergangenen Woche dem Schulhof ein bisschen Farbe verpasst – ganz nach dem Motto: „Das Leben ist so bunt, wie man sich traut, es auszumalen”.

Das vergangene Schuljahr war für alle anstrengend, insbesondere gab es viele Unsicherheiten und Herausforderungen für unsere Schüler*innen – diese wird es auch heuer geben, allerdings sollen sie ab jetzt in einem bunten Schulhof, alle Farben des Lebens sehen können, gemeinsam spielen, tanzen, ausprobieren, sich gegenseitig unterstützen und auch an grauen Regentagen lächeln können. Auf Abstand, mit einem respektvollen Miteinander und gegenseitiger Unterstützung, stehen wir den Herausforderungen des neuen Schuljahres gegenüber und vor allem freuen wir uns auf Lachen, Spaß und viele Sonnen- und Regenbogenstunden.

Ein paar Volksschulkinder, die zur Betreuung in der Schule waren, durften die Spiele bereits ausprobieren und hatten große Freude daran. Es ist wunderschön, so viel Bewegung, Farben und lächelnde Gesichter im Schulhof zu sehen!

Die Schulhofgestaltung wurde so ausgedacht, dass die Schüler*innen jeden Tag an ihre Stärken erinnert werden. Über den Schulhof verteilt wurden Sprüche zur Förderung des Selbstwerts gemalt und die Kinder sollen jeden Tag verinnerlichen, dass es schön ist, dass sie da sind, dass sie willkommen sind und dass ein Lächeln ansteckend sein kann. Sie werden mit bunten Schriftzügen ermutigt, andere zu unterstützen, sie werden aufgefordert ein Lächeln weiterzugeben und auch im Sinne der Achtsamkeit gibt es Ecken und Kreise, wo sie „Happiness“, Sonnenschein und einen bunten Regenbogen finden können. Es gibt auch Ecken, wo die Kinder einfach innehalten können, zum Atmen/Durchatmen oder um Selbstvertrauen zu tanken, wenn sie dort lesen: „Ich glaube an dich – trust yourself”.

Natürlich sollen diese Ermutigungen und Achtsamkeitserinnerungen mit Spiel, Spaß und Bewegung unterstützt werden, weshalb auch einige Spiele gezeichnet wurden – ein paar klassische wie Turmhüpfsspiele, aber auch beispielsweise ein Tanzspiel, wo Kinder sich gegenseitig zu „Dance-offs“ herausfordern können oder wo sie sich einfach nur gemeinsam zu Musik bewegen können. Es gibt auch einen Parcours, auf dem sie unterschiedliche Balanceübungen machen können oder ein Farbspiel, wo jedes Kind eigene Spielkreationen überlegen kann und sie sich gemeinsam ausprobieren sollen.

Wir sind uns sicher und haben es auch schon beobachtet, dass die Schüler*innen wenig Erklärung brauchen, sie verstehen sofort, worum es bei „Farbe im Leben“ geht und letztendlich möchten wir auch ihre eigene Kreativität und Phantasie fördern, weshalb sie alle Möglichkeiten und Spielfelder so nützen dürfen wie sie es möchten, eigene Spiele erfinden dürfen und sogar sollen. Allem voran sollen sie aber respektvoll miteinander lachend, spielend, hüpfend durch den bunten Schulalltag tanzen.

Alles das wird mit einer freundlichen Erinnerung untermauert, dass WIR an sie glauben, sie an sich selbst glauben sollen, sich vertrauen sollen und wir stolz auf sie sind. Und diese Erinnerung können sie nun jeden Tag auf dem Schulhof lesen und sich abholen, wann auch immer sie Mut brauchen.

Wir freuen uns auf Dich und wünschen Euch allen einen guten Start!

#spreadlove#spreadkindness

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14
Juli
2020

Vertrauen überbrückt Corona-Distanz

Wer vertraut, öffnet sich, gibt den Blick frei auf Gedanken und Gefühle, die vielleicht anderen Menschen verborgen sind. Von Kindern und Jugendlichen Vertrauen geschenkt zu bekommen, ist etwas besonders Wertvolles.

Vertrauensaufbau braucht Zeit. Im Schulalltag bemühen wir Schulsozialarbeiter*innen uns um das Vertrauen der Kinder und Jugendlichen. Wir treten in Beziehung, arbeiten am Vertrauensaufbau: in Workshops, in Projekten, in innerschulischen und außerschulischen Gruppenangeboten und nicht zuletzt in persönlichen Gesprächen.

Vertrauen bedeutet auch, sich auf manche Aufforderung des Menschen einzulassen, dem man vertraut. Den Schulsozialarbeiter*innen ist es ein Anliegen, die Kinder und Jugendlichen zu begleiten, zu stärken, zu unterstützen. Haben diese ein geringes Selbstwertgefühl und wenig Selbstvertrauen, ist es oft das Vertrauen in den Schulsozialarbeiter oder in die Schulsozialarbeiterin, das sie ermutigt, auf sich und auf die eigenen Stärken zu vertrauen.

Im schulischen Alltag sehen wir die Kinder und Jugendlichen, nehmen Blickkontakt auf, führen Gespräche. Es braucht kein offensichtliches Problem, um mit Schulsozialarbeit in Kontakt zu sein. Wenn es allerdings einem Mädchen oder Buben nicht gut geht, nimmt man das eher wahr. In der Zeit der coronabedingten Schulschließung konnten wir Schulsozialarbeiter*innen die Kinder und Jugendlichen nicht sehen und wollten dennoch für sie da sein. Aufgrund der kontinuierlichen Beziehungsarbeit im Vorfeld bzw. in den Vorjahren blieb die Schulsozialarbeit bei vielen Kindern und Jugendlichen trotz der Distanz Teil des ‚Alltags‘.

Manche Familien konnten in der herausfordernden Zeit des Homeschooling und aufgrund der Unumgänglichkeit, den Tag miteinander zu verbringen, die Herausforderung als Chance für ein intensiveres Miteinander nutzen. In anderen Familien waren die Belastungen deutlich höher. Es galt, die Kinder und Jugendlichen zumindest telefonisch oder via Chat-Nachrichten zu stärken und zuversichtlich in die Zukunft blicken zu lassen. Nachdem die Schulen wieder geöffnet waren, konnte an diese Gespräche angeknüpft und Problemlösungsmöglichkeiten konnten erarbeitet werden.

Obwohl die Kinder und Jugendlichen ihre Schulsozialarbeiter*innen wochenlang nicht persönlich sehen konnten, schenkten sie ihnen ihr Vertrauen in sehr persönlichen Gesprächen, telefonisch oder via Chat-Nachrichten. Ein solches Vertrauen trotz der räumlichen Distanz entgegengebracht zu bekommen, ist keine Selbstverständlichkeit – es ist eine Ehre.

Nach einem sehr intensiven Schuljahr und vielen hundert Stunden am Telefon dankt das Team der ISOP Schulsozialarbeit herzlichst für das Vertrauen der Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen, verabschiedet sich in die Sommerferien und freut sich auf ein Wiedersehen im Herbst!

 

 

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7
Juli
2020

Ein Buch über die Quarantänezeit während des Lockdown

Aufgrund der Covid-19-Pandemie schlossen am 16. März diesen Jahres alle Schulen und auf einen Schlag veränderte sich damit auch für die Schulsozialarbeit die Arbeitsweise. Der persönliche Kontakt zu den Schüler*innen war nicht mehr möglich. Die Schulsozialarbeit verlegte ihre Tätigkeiten ins Home-Office. Wie sollte man aber trotzdem die so wichtige Beziehung zu den Schüler*innen nicht verlieren? Der einzelne Kontakt per Telefon und Social Media war natürlich möglich, aber wie ganze Klassen erreichen? Die Schulen selbst richteten teilweise Lernplattformen ein oder übermittelten ihre Aufgaben über die Homepage oder per Mail an die Schüler*innen oder deren Eltern. Die Schulsozialarbeit hatte dank der zuständigen Lehrer*innen ebenfalls die Möglichkeit, diese Plattformen zu nutzen, und so hatte die Schulsozialarbeit einer NMS die Idee, den Schüler*innen über diese Plattformen immer wieder Briefe oder Aufgaben  zukommen zu lassen.

Im ersten Brief ging es um aufmunternde Worte und wie die Schüler*innen mit der „Ausgangssperre“ umgehen könnten. Des Weiteren formulierte die Schulsozialarbeit Aufgaben, die in der Corona-Zeit Abhilfe gegen möglichen Frust oder Langeweile schaffen könnten, und bat darum, diese mittels Fotos und Texten zu dokumentieren. All dies wurde als freiwilliges Angebot seitens der Schulsozialarbeit gesehen. Nur fanden diese Aufgaben so großen Anklang, dass weit über 100 Mails (!) bei der Schulsozialarbeit eintrafen. Die Schulsozialarbeit bekam auf diesem Wege Einblick in den Alltag der Schüler*innen. Sie zeigten ihr unter anderem, was sie tun, um die Langeweile zu bekämpfen, wie sie die Zeit sinnvoll nutzten, etwas Neues lernten, schrieben Texte über ihr Zeitmanagement, interpretierten Texte zu scheinbar ausweglosen Situationen und ließen ihrer Kreativität freien Lauf.

Zum Beispiel erhielt Schulsozialarbeit folgendes Foto

sowie einen kurzen Bericht über die ersten Wochen im Home-Schooling, ein paar Zeilen über die “Corona-Ferien” und ein Coronatagebuch.

All diese kleinen Briefe, Nachrichten, Bilder etc. entzückten immer wieder das Herz der Schulsozialarbeit, die all diese mit viel Freude las, sie aber auch hin und wieder zum Nachdenken brachten. Daraus wurde die Idee geboren, ein Buch über diese Inhalte zu gestalten. Dieses Buch soll als kleine Erinnerung an eine herausfordernde, ungewöhnliche, aufregende und gleichzeitig aufwühlende, aber auch lernintensive Zeit in jeglicher Hinsicht dienen und den Schüler*innen zeigen, wozu sie fähig sind und was alles zu schaffen ist.

 

 

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30
Juni
2020

Corona-Lockdown und „Neue Normalität“

Was sagen die Kinder und Jugendlichen dazu?

Seit 18. Mai sind die Türen der Volkschulen, der Neuen Mittelschulen und der Unterstufen in den Gymnasien für die Kinder und Jugendlichen wieder geöffnet!

Viele wünschten diesen Moment schon sehnlichst herbei. Eltern, Lehrer*innen, wir Schulsozialarbeiter*innen und auch die Kinder. Und doch ist alles nicht so wie vor dem Lockdown: Die Klassen wurden in zwei Gruppen eingeteilt, die jeweils nur zwei bis drei Tage pro Woche in der Schule sind. Schlangen vor den Eingangstüren der Schulen, Händedesinfektion und Fiebermessen, Abstand halten und Mundschutz – so sieht der neue Schulalltag aus.

Wir stellten uns die Frage, wie geht es den Kindern und Jugendlichen mit dieser Form des neuen Schulalltages? Was sind ihre Gedanken und Gefühle? Dazu haben wir Schulsozialarbeiter*innen in den letzten Wochen Zitate gesammelt, die einen kleinen Einblick in die Gedankenwelt unserer Zielgruppe geben.

Eine Schülerin, 12 Jahre, antwortete auf die Frage, wie es ihr mit dem neuen Schulalltag geht folgendermaßen: „Sehr schlecht, weil einen Tag gehen wir, einen nicht, einen Tag kann ich länger schlafen, einen nicht und so weiter… Unterricht ist ganz ok wie immer.”

Eine andere kann der Einteilung in zwei Gruppen durchaus Positives abgewinnen: „Die Lehrer*innen sind viel chilliger und haben Zeit zum Erklären.“ Schülerin, 13 Jahre.

Ein Kind, 12 Jahre, sieht die Situation ähnlich: „Schule ist so viel schöner, wenn wir nicht alle da sind. Natürlich mag ich die anderen Kinder auch, aber die Lehrer sind ruhiger, wir sind ruhiger, das ganze Haus ist ruhiger. Das ist wirklich angenehm, ich wünschte es wäre immer so.“

Ein*e Schüler*in, 12 Jahre, beschrieb die neue Normalität so: „Es ist alles viel ruhiger und es fühlt sich trotzdem so an, als würde die Welt aufwachen. Wie in einem langen Traum, oder in dem Märchen, wo man lange schläft und dann ist immer noch alles gleich und trotzdem alles anders.“

Freunde, Lehrer*innen und Schulsozialarbeit wurden vermisst, was nachfolgend nachzulesen ist: „Es war so krass nach 8 oder 9 Wochen die Lehrer zu sehen und meine Freunde! Mit manchen habe ich von Zeit zu Zeit geredet, halt so, wir spielen über PS4 zusammen.” Schüler, 11 Jahre.

Ein anderes Kind, 13 Jahre, meinte dazu: „Ich habe die Schule nicht so sehr vermisst wie meine Freunde, aber ich bin draufgekommen, dass Schule schon viel mehr ist als nur Mathe lernen“.

Eine Schülerin, 12 Jahre, freute sich besonders, endlich wieder persönlichen Kontakt zur Schulsozialarbeiterin zu haben: „Ich hab dich richtig vermisst in der Zeit, ich fühle mich so wohl bei dir und würd’ am liebsten jeden Tag zu dir kommen.“

Auch Distance Learning wurde bei den Beratungsgesprächen zum Thema, wo ein Schüler, 12 Jahre, beispielsweise diese Art des Unterrichts als sehr belastend beschrieb: „Bin ich froh, dass wieder Schule ist. Daheim vor dem ganzen Zeug hatte ich überhaupt keine Ahnung, wie das geht“.

Doch es gab auch positive Rückmeldungen auf die Frage “Wie war das Distance Learning für dich?“: „Voll gut! Ich habe alle meine Frühwarnungen ausgebessert. Daheim finde ich es viel cooler, da habe ich mehr Ruhe. Nicht so einen Druck. Ich mache die Aufgaben in meinem Tempo, nach der Reihe. Das find ich viel besser!“

Auf die Frage, wie sie die Zeit zu Hause im Lockdown erlebt haben, kamen unterschiedliche Statements. Von langweilig, belastend, bis zu erholsam und entspannend:

“Die Corona-Zeit war für mich langweilig. Ich habe 4-5 Filme geschaut und viele Spiele geladen und gespielt, mir war es aber trotzdem langweilig.” Schülerin, 12 Jahre.

Ein Schüler, 12 Jahre, nutzte die Zeit für Gespräche mit seinen Eltern: „Ich habe mit meinen Eltern viele Gespräche geführt, auch über die Welt, weil Corona betrifft alle, und dann haben wir auch über Trump und über die Weltpolitik gesprochen und das fand ich sehr schön und auch spannend. Dann habe ich darüber viel im Internet gelesen und habe das Gefühl, wirklich viel gelernt zu haben.“

Oder ein anderes Kind sieht den positiven Effekt des Lockdowns für die Umwelt:

„Ja es war nicht so schön, immer zu Hause zu sitzen, aber es ist schon auch was Positives dran, an dieser Corona-Geschichte, weil es gibt jetzt wieder Delphine in Italien.“ (11 Jahre).

Belastende Situationen gab es für die eine oder den anderen bestimmt genug, doch manchmal konnten diese sehr gut gemeinsam in der Familie gemeistert werden, wie das folgende Zitat zeigt: „Meine Eltern waren immer sehr gestresst, weil ich habe viele Geschwister. Und jetzt haben wir das alles gemeinsam gemacht, aufgeräumt, Betten gemacht, gekocht und wir waren auch sehr oft spazieren. Ich dachte immer, das machen nur langweilige Erwachsene, aber sowas kann echt schön sein.“ Schülerin, 13 Jahre.

Einige Kinder nutzten die Zeit, um mehr Sport zu treiben, um gemeinsam mit den Eltern Zeit zu verbringen oder auch einfach um sich an den kleinen Dingen des Lebens zu erfreuen: „Ich habe oft an andere Kinder gedacht, die sich alleine fühlen und denen es nicht so geht wie mir, weil wir hatten wirklich gutes Essen und auch Spaß und haben viel gemeinsam gemacht. Das hab’ ich von dir (Anmerkung: der Schulsozialarbeit) gelernt, auch an andere zu denken.“ Schüler*in, 12 Jahre.

„Ich habe in der Corona-Zeit jeden Tag in der Früh Sport mit meinem Vater gemacht; entweder Laufen, Fußballspielen oder Wandern. Danach war ich immer froh, mich zum Schreibtisch setzen und lernen zu dürfen.“, Schüler, 12 Jahre.

„In der Corona-Zeit hab ich jeden Tag Haribos gegessen, das war wirklich schön, daran könnte ich mich gewöhnen!“, Schülerin, 12 Jahre.

„Wir waren in den Corona-Ferien jeden Tag bei unseren Schafen, in unserer Höhle im Wald, Radfahren oder einfach unterwegs. Die Corona-Ferien waren so schön!“, Schülerin, 12 Jahre.

Erkennbar an den Statements ist die durchwegs positive Grundeinstellung der Kinder. Trotz ihres jungen Alters schafften sie es, in dieser beispiellosen Zeit das Positive zu sehen und den zum Teil sicherlich sehr herausfordernden Lebensalltag im Lockdown und mit Distance Learning gut zu meistern. Mit ihrer positiven Art und ihren ehrlichen Zitaten zauberten sie der einen oder dem anderen Schulsozialarbeiter*in ein Lächeln auf die Lippen.

Vielen Dank Kids, ihr seid die BESTEN!

 

 

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