24
April
2018

Große helfen Kleinen!

Das Buddy-Projekt

Seit dem Schuljahr 2012/13 gibt es an mehreren von ISOP-Schulsozialarbeit betreuten Neuen Mittelschulen (NMS) ein Buddy-Projekt. Über die Jahre existierten verschiedene, von den handelnden Personen an den jeweiligen Standort angepasste Konzepte und Erscheinungsformen, die jedoch alle eines gemeinsam haben: Große helfen Kleinen!

Vorstellungsplakat_buddy

Die Buddys sind SchülerInnen der 4. Klassen, die die ErstklässlerInnen beim Einstieg in die NMS unterstützen und in Alltagsfragen für sie da sind. Dafür dürfen sich schon in der dritten Klasse alle SchülerInnen bewerben (mit Lebenslauf und Bewerbungsbrief), die Lust haben, sich um Jüngere zu kümmern. Nach dem Bewerbungsverfahren werden sie von den SchulsozialarbeiterInnen in mehreren Einheiten  zu Buddies ausgebildet.

Ziel des Buddy-Projekts ist ein besseres soziales Miteinander. Die SchülerInnen werden hierbei in ihren sozialen Kompetenzen gestärkt, insbesondere sollen damit die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, Teamarbeit, Einfühlungsvermögen und ein besseres Miteinander unter den SchülerInnen gefördert werden.

Die Begleitung der ErstklässlerInnen sieht pro Schule und Jahrgang immer unterschiedlich aus, je nachdem welche Ideen und Wünsche die Buddies und die ErstklässlerInnen einbringen. Fix ist, dass die Betreuung der ErstklässlerInnen über das ganze Schuljahr erfolgt und die Buddies als Ansprechpersonen für die jüngeren Kinder im Alltag präsent sowie hilfsbereit sind. Dazu finden üblicherweise gemeinsame Freizeitaktivitäten statt wie zum Beispiel Spiele- oder Filmnachmittage, Fußballspiele oder Ausflüge.

An der NMS Bruck/Mur machte ein Schüler einen konkreten Vorschlag: „Wir backen Kekse für unsere Kleinen!“. Da von den jungen Begleiterinnen der vierten Klassen auch Eigeninitiative gefordert wird, wurde vereinbart, dass sich die interessierten Buddy-KekseSchülerInnen zunächst einmal selbst um die Umsetzung kümmern sollten, um dann die weiteren notwendigen Schritte zu besprechen, sobald erste Kontakte hergestellt und Ideen entwickelt sind. Die engagierten SchülerInnen konnten innerhalb von wenigen Tagen sowohl den Direktor als auch eine zuständige Lehrerin für Kochen und Ernährungslehre von der Idee begeistern und zur aktiven Mitarbeit gewinnen. Es wurden Termine organisiert und fleißig gebacken! Schließlich wurden die Keksepackerl persönlich von den Buddies an die SchülerInnnen der ersten Klassen und die LehrerInnen der Schule übergeben.

Eine Auswirkung des Buddy-Projekts, die immer wieder beobachtet werden kann, ist der gestärkte Zusammenhalt sowohl in den Schulstufen als auch klassenübergreifend innerhalb der ersten und vierten Klassen… und damit ein insgesamt noch positiveres Schulklima!

2015 wurde das Buddy-Projekt der ISOP Schulsozialarbeit mit dem Steirischen Kinderrechtepreis Traudi! ausgezeichnet. Eine wichtige Anerkennung unserer Leistungen für die SchülerInnen der Schulen, an denen sie tätig ist!

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17
April
2018

ISOP-Schulsozialarbeit in Zahlen, Daten Fakten

Für alle, die bei der 20 Jahre ISOP-Schulsozialarbeitstagung nicht dabei sein konnten und für alle die dabei waren und herzlich mit uns gelacht haben:

Um unsere Arbeit abzubilden, dürfen Zahlen, Daten und Fakten nicht fehlen. Doch fürchten Sie sich nicht, denn die gesamte Dauer dieser Präsentation bei der Tagung ”20 Jahre ISOP-Schulsozialarbeit” betrug in Sekunden nur

300

Die Zahl der Gäste, die an diesem Tag im Saal anwesend waren, lag bei

135

Die Gesamtzahl der SchülerInnenberatungen von ISOP-SchulsozialarbeiterInnen alleine im Jahr 2016 betrug – was schätzen Sie? Wer bietet mehr?

5012

Wenn wir die Beratungen mit den Eltern dazurechnen, ergibt das

5368

Beratungen insgesamt.

Und diese Zahl an Beratungen haben wir in

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Schulen geleistet.

Ein interessantes Faktum ist auch, dass in der Schule, in der am meisten unterschiedliche Sprachen gesprochen werden, die Anzahl der Sprachen

23

beträgt.

In diesen 28 Schulen betreuen wir

4658

SchülerInnen. Das sind inklusive LehrerInnen und DirektorInnen und SchulwartInnen und sonstigen KollegInnen, die an der Schule arbeiten, 5368 Personen.

Daraus ergibt sich, dass sich eine SchulsozialarbeiterIn, im Laufe des Jahres durchschnittlich 830 Namen merken sollte. Tatsächlich sind es wohl eher

380

Namen, die wir behalten. Und davon bleiben pro SchulsozialarbeiterIn 38 übrig, die für uns unaussprechlich sind.

Wie viele Preise hat ISOP-Schulsozialarbeit allein in den letzten 10 Jahren einheimsen können? 8

Und noch eine ganz andere interessante Zahl: Was schätzen Sie? Wieviel kg wiegen wir alle ISOP-SchulsozialarbeiterInnen zusammen? Es sind über 1,5 Tonnen! Genau bringen wir 1581 kg auf die Waage, nicht eingeschlossen die Schokolade, die ich am Tag vor der Präsentation noch gegessen habe. Wir sind ein wirklich gewichtiges Team!

Und zu guter Letzt, wie lange soll es ISOP-Schulsozialarbeit noch geben? 1 oder 2 oder 8 Jahre? NEIN, 

∞

Unendlich lange wollen wir ISOP-Schulsozialarbeit haben!

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11
April
2018

“Und was genau macht ihr da bei Schulsozialarbeit eigentlich?”

Das ist eine Frage, die jedeR SchulsozialarbeiterIn schon gehört hat. Eine berechtigte Frage, da es doch ein ziemlich neues Arbeitsfeld ist. 1997 waren sie zu zweit und heute gibt es sie erfreulicherweise in jedem Bundesland, auch wenn das Angebot in Österreich im internationalen Vergleich durchaus ausbaufähig ist. In vielen Ländern gehört Schulsozialarbeit zum Standard (wussten Sie, dass z.B. Ghana da sehr vorbildlich ist?). Sie wird in Schulen angeboten, die für unser Angebot offen sind, und definitiv nicht, weil die LehrerInnen dort versagt haben. Ganz im Gegenteil! Gute Kooperation mit DirektorInnen und LehrerInnen ist Voraussetzung dafür, dass unser Angebot auch greift: LehrerInnen nehmen in ihren Klassen viel wahr und können uns auf SchülerInnen aufmerksam machen, die unsere Unterstützung brauchen könnten – so funktioniert Früherkennung am besten!

Bei Schulsozialarbeit geht es um Beziehungsaufbau und Vertrauen. Viele Kinder lernen allzu früh, dass sie Erwachsenen nicht vertrauen können, und brauchen Zeit, um sich jemandem zu öffnen. Daher ist es wichtig, dass die SchulsozialarbeiterInnen in der Schule präsent sind, wo SchülerInnen niederschwelligen Zugang zu ihnen haben: Ohne Voranmeldung und Bürokratie können sie Beratung im Schulgebäude bei jemandem mit bekanntem Gesicht in Anspruch nehmen. Viele Kinder brauchen jemanden, der ihnen zuhört. Sie wollen ihren Frust oder auch Freude mit jemanden teilen oder sie fühlen sich gerade überfordert. Wir begleiten und unterstützen sie bei der Suche nach einer Lösung für ihr Anliegen, in Krisen ebenso wie in alltäglichen Belangen, damit sie sich gut entwickeln können – auch die Eltern spielen in diesem Prozess eine wichtige Rolle. Manchmal weisen wir auf andere HelferInnensysteme oder Beratungseinrichtungen hin, wenn andere oder zusätzliche Hilfe nötig ist.

Wenn die SchulsozialarbeiterInnen nicht im nett eingerichteten Büro zu finden sind, bieten sie vielleicht gerade in einer Klasse einen Workshop zu Themen wie Kooperation, Mobbingprävention oder Selbstwert stärken an. Am Nachmittag findet möglicherweise ein Freizeitangebot statt: Wir wollen die Kinder in einem nicht-problemorientieren Setting kennen lernen, klassenübergreifende Freundschaften fördern und einen Beitrag zur Schule zum Wohlfühlen leisten.

Schulsozialarbeit ist eine sehr anspruchsvolle Arbeit: Wo sonst findet man einen Beruf, in dem so viele Methoden der sozialen Arbeit täglich verwendet werden, wo mit Kindern und Jugendlichen jeden Alters, Eltern und Professionellen gearbeitet wird? Noch dazu im stark hierarchisch geprägten System Schule, aber als MitarbeiterInnen einer Organisation, die viel von Basisdemokratie hält. Manchmal fängt der Tag um 7:45 Uhr in einer Klasse mit 7-jährigen an, am Nachmittag gibt es eine Teamsitzung und im Anschluss geht es dann noch schnell zu einem Elternabend… Flexibilität und Selbstmanagement sind Grundvoraussetzungen! Besonderes Engagement auch!

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4
April
2018

Good Practice Beispiel

Freizeitangebot „Girlsday“ an der NMS Kapfenberg-Stadt

An vielen Schulen werden Mädchengruppen angeboten. An der NMS Kapfenberg-Stadt findet monatlich ein „Girlsday“, in Zusammenarbeit mit dem Jugendzentrum „Bunte Fabrik“ statt, dessen Räumlichkeiten wir dafür nutzen. Zur Verfügung stehen zwei Stockwerke und ein Garten, die genug Platz für verschiedene Aktivitäten bieten.

Die Mädchen können sich in der Schule zum Freizeitangebot anmelden. Die Anmeldungen werden von der Schulsozialarbeiterin ausgeteilt und befinden sich auch auf der Freizeitinformationstafel (zentral im Schulgebäude), wo es auch einen Überblick über die genauen Termine gibt und der jeweils bevorstehende immer hervorgehoben wird. Die Einverständniserklärungen können persönlich bei der Schulsozialarbeiterin abgegeben oder in ihrem Postkasten hinterlegt werden. Schülerinnen werden auch darauf hingewiesen, dass sie Freundinnen, die nicht dieselbe Schule besuchen, mitnehmen dürfen.

Girls DayDas Programm für den Girlsday ist vielfältig und abwechslungsreich. Ideen für die Themen bringen die Mädchen ein oder werden gemeinsam mit der Schulsozialarbeiterin und/oder der Sozialpädagogin des Jugendzentrums erarbeitet. Für Verpflegung, Speisen und Getränke ist immer gesorgt und es wird viel Wert darauf gelegt, das Essen gemeinsam mit den Jugendlichen zuzubereiten. Die Kosten für den Girlsday (Materialien, Aktivitäten,…) werden wechselseitig vom Jugendzentrum oder der Schulsozialarbeit übernommen.

Ziel des Girlsdays ist es, dass Schülerinnen (aus unterschiedlichen Klassen und Schulen) sich untereinander, die Schulsozialarbeit besser kennenlernen sowie die Angebote des Jugendzentrums Durch gemeinsame Aktivitäten sollen der Zusammenhalt und Beziehungen gestärkt werden.

Der Girlsday dauert drei Stunden, wobei der Verlauf je nach Programm variiert. Fixpunkte sind:

  1. Ankommen – gegenseitiges Vorstellen – Kennenlernen der Räumlichkeiten – Programmvorstellung

  2. Gemeinsame Zubereitung von Speisen (z.B. Obstsalat, Brötchen)

  3. Aktivität (z.B. Kegeln, Eislaufen, Hip-Hop, kreatives Gestalten, Actionfotoshooting, Singstar-Turniere, Selbermachen von Kosmetik)

  4. Gemeinsames Essen zum Abschluss

 

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20
März
2018

Ein Blick über den Tellerrand

Comenius Regio-Austausch
zwischen Graz und Berlin-Neukölln

Von 2011 bis 2013 war die ISOP-Schulsozialarbeit Teil eines über Comenius Regio geförderten Austauschprogramms zur Schulsozialarbeit. Unsere Projektpartnerin war dabei u.a. die Schulsozialarbeit der Tandem BQG in Berlin-Neukölln.

CIMG4286Über den Zeitraum von zwei Jahren fanden mehrere Austauschtreffen in Berlin und Graz statt. Beteiligt waren daran Akteure aller Ebenen – SchulsozialarbeiterInnen, Projektleitungen der Träger, LehrerInnen, DirektorInnen, Schulverwaltung und Jugendamt. Die Treffen waren immer für alle Beteiligten sehr intensiv, spannend und lehrreich, ohne dass dabei der Spaßfaktor zu kurz kam. Sie erlaubten uns einen Blick über den Tellerrand und gleichzeitig war es auch irgendwie ein Blick in den Spiegel. Eine der Erkenntnisse war: Es gibt sowohl viele Gemeinsamkeiten als auch Unterschiede.  Auch der Blick von außen auf die eigene Arbeit spielte für die Qualitätssicherung eine wichtige Rolle – es ist schön, wenn man draufkommt, dass wir auf einem guten Weg sind, und sich Schulsozialarbeit in Berlin einiges von uns abschauen konnte.

Durch die Einblicke in die Arbeit der jeweils anderen wurden wir aufmerksam auf das, was bei uns bereits gut läuft, und natürlich auch auf Verbesserungsmöglichkeiten in der eigenen Arbeit. Wir konnten viele Anregungen, Ideen sowie ein paar neue Materialien und Konzepte mitnehmen. Vieles davon konnten wir sehr gut in unsere alltägliche Arbeit einbauen und so schwingt in der einen oder anderen Situation auch ein paar Jahre später noch immer etwas Berlin mit.

Den Abschluss dieser Austauschphase bildete eine Tagung im April 2013 in Graz, bei der wir Professor Dr. Karsten Speck begrüßen durften, der uns auch bei der Tagung zu 20 Jahre ISOP-Schulsozialarbeit wieder beehren wird. Als physisches Ergebnis des Projekts wurde eine Sammlung von Best-Practice Beispielen aus der Schulsozialarbeit beider Regionen erstellt, die in Form eines Leporellos auch heute noch bei diversen Veranstaltungen zur Schulsozialarbeit aufliegt.

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12
März
2018
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Kinder haben Rechte!

Kinder brauchen besonderen Schutz und deshalb auch besondere Rechte. Leider wissen sie aber oft nicht so genau, welche Rechte sie haben. Um sie darüber aufzuklären und zu informieren, behandelt ISOP-Schulsozialarbeit das wichtige Thema Kinderrechte regelmäßig an den Schulen.

Ein besonderes Highlight ist jedes Jahr die Gala der Kinderrechte des Grazer Kinderbüros im Dom im Berg, bei der der Kinderschutzpreis TrauDi! verliehen wird – schon mehrfach an ISOP-Schulsozialarbeit.

Anlässlich des 25-Jahr Jubiläums der Kinderrechte im Jahr 2014 bearbeitete ISOP-Schulsozialarbeit das Thema besonders ausführlich in Form von Kreativworkshops an mehreren Schulen. So wurde dieses Thema den SchülerInnen auf lustvolle Weise nähergebracht und in verschiedenen kreativen Ausdrucksformen dargestellt. Es gab verschiedene Übungen und Diskussionen um den teilnehmenden Kindern die nötigen Grundlagen zu geben, sie selbst entwickelten dann Ideen zur künstlerischen Umsetzung.

Kinderrechte 3Die Ergebnisse aus den Worshops wurden schließlich auch bei der Gala der Kinderrechte im Dom im Berg im Grazer Schloßberg präsentiert und ausgestellt. Zitate aus den Interviews waren auf Sprechblasen im Eingangsbereich zu finden, Plakate und Bilder über den ganzen Dom verteilt an den Wänden, die Comics lagen als Lektüre aus und die Filme wurden den ganzen Tag über immer wieder gezeigt. Die Glückskekse wurden an die BesucherInnen verteilt und machten so Kinderrechte schmackhaft.

Auch die Kinder die diese Beiträge gestaltet hatten, waren bei der Gala vor Ort, konnten ihre Werke auch in diesem Rahmen noch einmal bewundern und auch die durchwegs positiven Reaktionen des Publikums darauf einfangen!P1000145

Nach der Gala der Kinderrechte wurden die Kunstwerke auch an den jeweiligen Schulen noch weiter ausgestellt, zum Beispiel bei Elternsprechtagen, wodurch ein noch weiterer Personenkreis für Kinderrechte erreicht werden konnte. Auch hier waren die Rückmeldungen wieder sehr positiv, und es ergaben sich einige interessante Gespräche zum Thema.

Die Kinderrechtewerkstatt hatte also den doppelten Nutzen, Kinder mit ihren Rechten vertrauter zu machen, und Kinderrechte auch im Umfeld der Kinder bekannter zu machen.

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5
März
2018
Schulfrühstück2

Projekt Schulfrühstück

Traurig, aber wahr: Für viele SchülerInnen ist es nicht selbstverständlich, vor der Schule zu frühstücken oder auch am Vormittag während der Schulzeit etwas zu essen. Deshalb startete im Schuljahr 2016/17 an der NMS Engelsdorf in Kooperation mit der Stadtdiakonie Graz-Liebenau das Projekt „Schulfrühstück“.

Zusammen mit den Klassenvorständen eruiert die Schulsozialarbeit jene SchülerInnen, die zu Hause zu wenig bis gar nicht frühstücken und/oder keine Jause mit in die Schule bekommen, und lädt sie daraufhin regelmäßig zum Frühstück ein. Einmal pro Woche kommt dann die ehrenamtliche Mitarbeiterin und Gemeindevertreterin Heidrun Haupt-Sitter an die Schule und stellt für eine Gruppe von ca. zehn SchülerInnen ein gesundes Frühstück bestehend aus Vollkornbrot, Aufstrichen, Gemüse und Obst bereit. Die Kosten dafür werden von der evangelischen Kirche übernommen. Die SchülerInnen nehmen das Angebot sehr gut an und empfinden das gemeinsame Frühstücken außerdem als Qualitätszeit.

Schulfrühstück1 Schulfrühstück2

Durch die gute Zusammenarbeit mit der Stadtdiakonie und dank des besonderen Engagements von Heidrun Haupt-Sitter kann die Schule damit zur Gesundheitsförderung von SchülerInnen beitragen und ein Bewusstsein dafür schaffen, was regelmäßige und gesunde Ernährung bedeutet.

Mittlerweile wurde das Projekt „Schulfrühstück“ auf zwei weitere Schulen im Bezirk Liebenau und St. Peter ausgeweitet.

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20
Februar
2018
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Eine Reise in den hohen Norden

Bildungsreise nach Malmö

CIMG0237 Im Herbst 2011 reiste eine 15-köpfige Gruppe aus SchulsozialarbeiterInnen von ISOP und Caritas sowie Schulpsychologinnen aus Steiermark und Kärnten nach Malmö in Schweden. Dort hatten wir vier Tage volles Programm, da wir uns einen umfassenden Überblick über und Einblick in das schwedische Schulsystem und die schulischen Unterstützungssysteme verschaffen wollten.

Bereits in den 40er Jahren wurde in Schweden festgestellt, dass „…das ultimative Ziel der Schule nicht Wissensvermittlung sein sollte, sondern Erziehung im weitesten und tiefsten Sinne.“ Deshalb ist dort Schulsozialarbeit bereits seit den 1950er Jahren flächendeckend eingerichtet und gesetzlich verankert: Jedes Kind muss Zugang zu den schulischen Unterstützungssystemen, also Schulsozialarbeit, SchulärztInnen, PsychologInnen, SpezialpädagogInnen und Schulkrankenschwestern haben. Das ermöglicht auch den ganzheitlichen Ansatz, für den eine wertschätzende Grundhaltung der Schulen und ihrer Beteiligten die Basis bildet.

Einsätze sollen stattfinden bevor es brennt bzw. das Problem schwerwiegende Konsequenzen hat. Die Schule ist für die SchülerInnen da, d.h. die Schule soll sich an die Bedürfnisse des Kindes anpassen, anstatt die SchülerInnen verändern zu wollen. An jeder Schule gibt es daher mindestens eine/n SchulsozialarbeiterIn, was Schulsozialarbeit für die Kinder zum selbstverständlichen Teil ihres Alltags macht – für uns damals noch ein bisschen unglaublich. Mittlerweile, ein paar Jahre nach dieser Reise, ist Schulsozialarbeit auch in der Steiermark und in Österreich weiter verbreitet und dort, wo es uns schon länger gibt, fast schon genauso selbstverständlich – unsere kontinuierliche Arbeit trägt also Früchte!

Für uns war natürlich besonders der direkte Vergleich von Schulsozialarbeit hier und dort interessant. Das Konzept der ISOP-Schulsozialarbeit ist sehr stark von der schwedischen Schulsozialarbeit inspiriert, weshalb wir bei allen Unterschieden auch viele Gemeinsamkeiten in der Art zu arbeiten feststellen konnten. Das ist etwas, worauf wir – glauben wir jedenfalls – stolz sein dürfen. In vergleichsweise kurzer Zeit haben wir es geschafft, gute Qualität auf die Beine zu stellen!

CIMG0333Natürlich haben wir von unserer Reise neben für uns spannenden Eindrücken auch einige Ideen für die Arbeit zuhause mitgebracht. Obwohl die Reise mittlerweile viele Jahre her ist, ist ihr Mehrwert weiterhin spürbar. Zusätzlich zu der engeren Kooperation Schulpsychologie-Schulsozialarbeit, die sich durch den regen Austausch über mehrere intensive Tage und die gemeinsamen Erlebnisse vertieft hat, hat sie uns einen neuen und kritischeren Blick auf das eigene Schul- und Unterstützungssystem geöffnet. Durch die Bildungsreise haben alle TeilnehmerInnen ein größeres Verständnis für Schulsozialarbeit insgesamt entwickelt und nicht nur dafür, was Schulsozialarbeit leisten kann, sondern auch dafür, wie eine Kooperation zwischen den schulischen Unterstützungssystemen aussehen könnte.

Ein „Produkt“ waren die Vorträge zum schwedischen Bildungs- und Unterstützungssystem, die wir nach der Reise hielten und durch die wir unsere Erkenntnisse mit anderen teilen konnten. Für die Arbeit an den Schulen haben wir uns von unseren schwedischen KollegInnen die „Übung der Woche“ abgeschaut, d.h. eine Übung zum sozialen Lernen, die von uns so aufbereitet wird, dass die LehrerInnen sie leicht und ohne viel Vorbereitung in den Klassen durchführen können. In vielen der von ISOP-Schulsozialarbeit betreuten Schulen gibt es jetzt solche Übungen. Vielleicht weit spannender haben wir aus Schweden auch die Anregung zur Schaffung von Schulgesundheitsteams mitgenommen: Schulische Unterstützungssysteme sowie die Direktion der jeweiligen Schule treffen sich, um fallunspezifisch Themen und Ideen zu diskutieren, die die ganze Schule betreffen, wobei der Fokus auf dem Wohlbefinden des einzelnen Kindes (aber natürlich auch der LehrerInnen) liegt. Diese Teams gibt es seit etwa 2012 an vielen der von uns betreuten Schulen und, trotz anfangs zum Teil vorhandener Skepsis, wollen die TeilnehmerInnen es mittlerweile nicht mehr missen.

Schulsozialarbeit in Schweden seit fast 80 Jahren, ISOP-Schulsozialarbeit seit 20 Jahren und man sieht hier wie dort: Kontinuität macht sich bezahlt!

Und vielleicht machen wir ja bald wieder so eine Reise und holen uns neue Ideen für die nächsten 20 Jahre?!

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30
Januar
2018

Der Fingerabdruck der Schulsozialarbeit

Vor einigen Jahren haben wir ein Schulsozialarbeitswordcloud gemacht. Sie sieht aus wie ein Fingerabdruck, finden Sie nicht? Eine passende Symbolik. Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass die SchulsozialarbeiterInnen in den Leben der SchülerInnen einen Fingerabdruck hinterlassen! Sei es, dass sie Streit unter Kindern geschlichtet haben (und ihnen vielleicht beigebracht haben, dass sie das nächste Mal Differenzen selbst regeln können), dass sie durch unzählige Projekte zum Wohlfühlen in der Schule beigetragen oder dass sie auch auf Kinderrechte, wie z.B. das Recht auf Schutz, besonders Acht gegeben haben.

Die Word cloud ist mit Namen aktiver und ehemaliger SchulsozialarbeiterInnen umschrieben. Ein riesengroßes Dankeschön für eure wichtige Arbeit! JedeR einzelne von euch hat auch in der Schulsozialarbeit einen Fingerabdruck hinterlassen – ohne euch würde die ISOP-Schulsozialarbeit heute anders aussehen.

20 Jahre lang haben SchulsozialarbeiterInnen Fingerabdrücke hinterlassen. Lasst uns weitermachen!

Titelgrafik mit Namen rundherum

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22
Januar
2018

Ein Interview zur Arbeit als SchulsozialarbeiterIn

Ein Interview mit Peter Nikoloff, der gemeinsam mit Dagmar Melnizky, der erste Schulsozialarbeiter in Graz war und mit Lisa Heitzinger, die seit 2015 bei ISOP Schulsozialarbeiterin ist:

Du hast die Anfänge der Schulsozialarbeit in Graz miterlebt und mitgeprägt, wie hast du diese Zeit in Erinnerung?

Peter: Positiv, weil es etwas völlig Neues war. Von der Konstellation war es anders als heute. Da gab es früher schon Konzeptarbeit von der Stadt Graz und wir hatten dann verschiedene Aufgabenbereiche zu bewältigen. Im Prinzip ging es darum: „Verbessere das Schulklima“, grob gesagt. Wir arbeiteten im Team, ein Lehrer und eine Sozialarbeiterin.

Was war deine Motivation, bei diesem Projekt mitzuwirken?

Peter: Es passte gut ins Schema von meiner Ausbildung und ich war vorher schon bei ISOP angestellt.

Lisa: Also an erster Stelle war die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, das war für mich ausschlaggebend.

Wie sah/sieht ein typischer Arbeitsalltag von dir aus?

Peter: In der Unterrichtszeit, sollten die SchülerInnen zu dir kommen, war das dann Schülerbetreuung, Einzelbetreuung halt. Ich wurde auch gebeten, in Klassen reinzuschauen wie es dort läuft, und das habe ich ein halbes Jahr lang gemacht. Sonst am Vormittag in den Pausen Freizeitbetreuung der Kinder und dann Gespräche mit den LehrerInnen. Wir waren 38 Stunden angestellt, so kamen auch nachmittags manche Kinder freiwillig zum Lernen. Ohne Erfolg in der Schule bekommen Kinder sowohl in der Schule als auch zu Hause Probleme – deshalb haben wir das gemacht.

Lisa: Ich komme in die Schule und schaue, ob der Direktor für ein kurzes Update da ist. Anschließend schaue ich, welche SchülerInnen heute zur Beratung kommen. Die Pause verbringe ich am Schulhof, wo Kinder auch auf mich zukommen. Nach den Beratungen suche ich bei Bedarf noch das Gespräch mit LehrerInnen. Neben den beiden Beratungstagen gibt es Workshops in den Klassen und Freizeitaktionen am Nachmittag.

Wie wurde/wird Schulsozialarbeit von der Schule und den LehrerInnen angenommen?

Peter: Wir wurden durchaus positiv aufgenommen. Die intensive Zusammenarbeit mit den DirektorInnen ist dabei wichtig.

Lisa: Wird sehr gut angenommen. Es wird sehr geschätzt, dass es Schulsozialarbeit an der Schule gibt. Die Schule sieht es als „Extrazuckerl“, das sie anbieten können. Die LehrerInnen kommen auf mich zu, wenn sie Bedarf in ihrer Klasse sehen oder sich auch einmal ihren Ballast von der Seele reden möchten.

Mit welchen Themen kamen/kommen die Kinder zu dir?

Peter: Damals waren einige Kinder da, die aus dem Kriegsgebiet Jugoslawien kamen, es waren also schon auch traumatisierte Kinder. Ich kann mich an einen Fall erinnern, ein Junge, und der hat ein halbes Jahr nicht geredet. Die anderen haben Tischtennis gespielt und so weiter, wir haben ihn auch in Ruhe gelassen und der hat Zeitschriften angesehen und ist dann wieder gegangen und irgendwann hat er angefangen zu reden. Die Mädels hatten ihre Mädelsthemen und sonst waren es die kulturellen Unterschiede in der Klasse wegen den Flüchtlingen. das wird heute nicht anders sein, schätze ich.

Lisa: Konflikte mit Gleichaltrigen sind ein sehr präsentes Thema. Probleme in der Schule, wenn es Probleme mit LehrerInnen gibt oder sie sich ungerecht behandelt fühlen, und auch wenn es daheim Probleme in der Familie gibt.

Hast /Hattest du Elternkontakte?

Peter: Selten. Wir hatten uns das damals überlegt, ob wir auch in die Familien fahren, aber Elternarbeit war nur über die Lehrer möglich.

Lisa: Teils, teils. Also die Zusammenarbeit mit der Schule und den SchülerInnen ist mehr vorhanden als die Elternarbeit. Die LehrerInnen vermitteln oft und geben den Hinweis, dass sich die Eltern an die Schulsozialarbeit wenden können.

Wer sind/waren deine wichtigsten Kooperationspartner?

Peter: In den 4. Klassen ging es um die berufliche Orientierung. Damals war da der Verein Pasch, auch ISOP war wichtig für die Arbeitsplatzvermittlung und dann auch noch die SozialarbeiterInnen.

Lisa: Also einerseits in der Schule die Beratungslehrerin, Direktion, LehrerInnen, Schulpsychologie, SchulärztIn und außerschulisch die Kinder- und Jugendhilfe.

Wenn du so an die letzten zwei Jahre zurückdenkst fällt dir ein positives Erlebnis ein, dass du gerne mit uns teilen magst?

Peter: Viele! Zum Beispiel mit einem Jungen, der zu Hause immer sehr viel arbeiten musste und der dann bei uns am Nachmittag seine Freizeit genießen konnte. Ich bin auch immer sehr gerne mit auf die Projektwochen gefahren, weil ich dort nicht als „Lehrer“ war. Da gab es einmal ein Erlebnis, wo die Kinder dem Hausmeister die Zigaretten gestohlen haben. Die Leiterin musste reagieren und ich habe dann zu ihr gesagt, ich mach das, und zu den Burschen hab ich gesagt: „Ich geh jetzt aus dem Zimmer raus und ihr legt die Packung wieder hin, ich frag auch nicht nach und dann ist es erledigt.“ Das haben sie dann auch gemacht.

Lisa: Da gibt es einige. Wenn ich so zurücküberlege, das war ganz zu Beginn im Herbst bei einem Bastelnachmittag: Da haben SchülerInnen einen Zettel geschrieben mit „Lisa ist die coolste“. Das war einfach total nett und ich hab mich dann so richtig angekommen und angenommen gefühlt. Auch der Direktor, der die Schulsozialarbeit sehr schätzt und das auch immer zurückgibt, ist wichtig für mich. Und was mir noch einfällt: An einem Tag nach dem Workshop war ich in einer Klasse und hab Einverständniserklärungen ausgeteilt. Ein Bub hat eine Blume gebastelt und die hat er mir dann geschenkt.

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