10
Mai
2022

Weil ich ein Mädchen bin… und das ist schön

Der Mensch ist sehr kritisch sich selbst gegenüber. Aber vor allem Mädchen und Frauen sind oft mit ihrem Aussehen unzufrieden. Sehr oft äußern die Mädchen in der Schule, dass ihnen ihre Haare nicht gefallen, sie zu dick sind, sie gerne ein anderes Gesicht hätten usw. Es gibt kaum ein Mädchen, das mit sich zufrieden ist. Selbst wenn es um andere Themen geht, kommt es oft zu negativen Äußerungen über das eigene Aussehen, doch wenn man auch noch zum Thema macht, was einem nicht an sich gefällt, ist es wie ein Lauffeuer. Die negativen Punkte und Vorschläge für Verbesserungen sprudeln gleich heraus. Fragt man sie, was ihnen an sich selbst gefällt, ist es meist erst einmal still.

Sieht man immer nur, was an einem selbst nicht passt, wirkt sich das negativ auf das Selbstbewusstsein aus und irgendwann ist nicht nur das Aussehen nicht gut genug, sondern auch das, was man tut und wer man ist, ist nicht mehr gut genug. Richtet man den Blick jedoch auf seine Schönheit und Stärken, wächst damit das Selbstbewusstsein und ein starkes Selbstbewusstsein stärkt uns für alle Herausforderungen des Lebens.

Aus diesem Grund hat die Schulsozialarbeiterin der MS Eisenerz mit einer Gruppe von Mädchen einer 3. Klasse den Blick auf das Schöne jeder einzelnen gerichtet. Im Rahmen eines Workshops konnte jedes Mädchen über sein Körperbild nachdenken, einen neuen Zugang dazu finden und die Wertschätzung für ihren Körper steigern.

Aufgaben waren:
Die Mädchen zeichnen gegenseitig ihren Körperumriss auf ein großes Stück Packpapier.
Dann überlegt sich jedes Mädchen für sich, welche Körperteile es als schön empfindet. Diese werden im Körperumriss farbig bemalt. Hier dürfen Materialien jeder Art verwendet und der Kreativität freier Lauf gelassen werden.
Während der gesamten Workshopzeit darf nur darüber gesprochen werden, was alles SCHÖN und POSITIV ist!!!

Zu Beginn waren die Mädchen sehr zögerlich und wussten nicht, was sie als schön empfinden. Wir sprachen darüber, dass schön nicht immer optisch sein muss, sondern Körperteile z.B. auch schön sein können, weil man damit sein Hobby ausleben oder etwas Schönes erschaffen kann. Die Zurückhaltung wurde weniger und die Mädchen machten sich viele Gedanken über sich selbst.

Nach Vollendung der Kunstwerke hatten die Mädchen die Möglichkeit zu zweit über ihre eigenen Körperbilder zu sprechen. Bei manchen entstand ein sehr intimes und sehr offenes Gespräch. Hier erweiterte sich auch der Wortschatz für unterschiedliche Befindlichkeiten oder Körper- bzw. Geschlechtsteile.

Die Reflexion der ganzen Gruppe zeigte, dass die Mädchen wirklich geneigt sind, sich immer auf das Negative zu konzentrieren und dies hervorzuheben. „Man sagt nicht, was einem an sich selbst gefällt.“

Was macht die Aufgabe mit einem? „Es ist komisch“, „es ist schwierig etwas Schönes zu finden“, „es ist schwierig, nichts Negatives zu sagen“, „zum Schluss fühlt man sich gut und schön“

Als Abschluss bekam jedes Mädchen noch ein kleines Geschenk, das seine äußere oder innere Schönheit bestärken kann.

 

 

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5
Mai
2022

Expert*innentalk in Obersteiermark Ost

In diesem Jahr fand der erste, von der ISOP Schulsozialarbeit Obersteiermark Ost initiierte, Expert*innentalk zum Thema (Cyber)Mobbing und Gewaltprävention im Pflichtschulbereich statt.

Ausschlaggebend für die Wahl der Thematik waren sowohl der Jahresschwerpunkt der Kampagne #KEINPLATZFÜRHATE des Landes Steiermark als auch, dass sie die Schulsozialarbeiter*innen in ihrer täglichen Arbeit vermehrt begleitet und immer mehr in den Blickpunkt der Schüler*innen gerät. Tatsächlich stiegen die Einzel- und Gruppenberatungen dazu in den letzten Jahren vermehrt an. Dadurch wurde erkennbar, dass Schüler*innen immer öfter von Ausgrenzung, Gewalterfahrungen und Beleidigungen betroffen sind und der Schulsozialarbeit Obersteiermark Ost war es daher ein großes Anliegen, den ersten Expert*innentalk diesem Thema zu widmen.

Um im Sinne einer laufenden Qualitätsoptimierung zu agieren, war es ein großer Wunsch, sich mit regionalen inner- sowie außerschulischen Playern zur Optimierung der Zusammenarbeit zu vernetzen. Es wurden verschiedene Einrichtungen und Organisationen wie beispielsweise das Schulqualitätsmanagement der Bildungsregion Obersteiermark Ost, das Kinderschutzzentrum, Streetwork Bruck/Kapfenberg, die Kinder- und Jugendhilfe, die Schulpsychologie sowie einige andere wichtige Netzwerkpartner*innen eingeladen. Dabei wurde darauf geachtet, dass es sich um solche Organisationen handelt, die bei einem eingetretenen Mobbingfall relevant sein könnten, um schnelle und passgenaue Hilfestellung für die Betroffenen in der Region zu gewährleisten.

Pandemiebedingt fand die eigentlich gewünschte und wünschenswerte Präsenzveranstaltung schlussendlich als Online-Talk über die Plattform Zoom statt.

Zum Einstieg wurde ein Impulsvortrag organisiert, der von Frau Mag.a Gründl von der Kinder- und Jugendanwaltschaft Steiermark gehalten wurde. Sie gab einen fachkundigen Einblick ins Problemfeld (Cyber)Mobbing. Außerdem erarbeiteten alle Teilnehmer*innen mit ihr gemeinsam Antworten zu folgenden Fragen:

  • Was ist (Cyber)Mobbing?

  • Was tun, wenn ich Gewalt beobachte?

  • Was tun, wenn ich Mobbing erfahre?

Der Vortrag löste einen regen, diskussionsreichen Austausch aller Akteur*innen aus. Da jene in ihrer täglichen Arbeit mit der Thematik (Cyber)Mobbing konfrontiert sind, dadurch verschiedene Ansätze in den Talk miteinbrachten, kam es zu einem qualitätsvollen Fachgespräch. Auch die Frage, wie sich die einzelnen Organisationen gut miteinander vernetzen können, um gemeinsam für und im Sinne der Jugendlichen Hilfe anzubieten, fand im Plenum ausreichend Platz. Besonders erfreulich für die Schulsozialarbeit ist es, dass alle Beteiligten die Meinung teilten, dass dieser Austausch gut, wichtig und wertvoll sei.

Bestärkt durch die positive Resonanz wurde beschlossen, ab sofort zweimal im Jahr einen Expert*innentalk zu verschiedenen Themen anzubieten. Ein großes thematisches Anliegen stellt dabei die „Schulverweigerung“ dar, weshalb ihr der nächste Austausch gewidmet sein wird. Die Schulsozialarbeit Obersteiermark Ost befindet sich nun schon mitten in den Vorbereitungen dafür und bedankt sich für die rege Teilnahme und die gelungene Vernetzung beim ersten Expert*innentalk.

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3
Mai
2022

ISOP-ZERTIFIKATSLEHRGANG ZUR INTERKULTURELLEN (KOMPETENZ)BILDUNG 2022/23

Ein Baustein zur interkulturellen Öffnung

 

Anmeldungen sind noch willkommen!

 

 ALS ABSOLVENT*IN DES LEHRGANGS HABEN SIE

*  Ihre individuelle Kompetenz in der (Beratungs-)Arbeit mit zugewanderten und geflüchteten Menschen erhöht

*  Ihr kulturelles, politisches, rechtliches und soziales Hintergrundwissen erweitert

*  Sicherheit in interkulturellen Zusammenhängen entwickelt

*  Kompetenz zur Einleitung und Weiterentwicklung von diversitätsorientierten und antidiskriminatorischen Öffnungsprozessen erworben

 

ZIELGRUPPE

Der Lehrgang richtet sich an Mitarbeiter*innen von öffentlichen und privaten Einrichtungen

aus den Bereichen Soziales, Schule, Jugend, Bildung, arbeitsmarktpolitische Maßnahmen, Flüchtlingsbetreuung, Integration, Gemeinwesen/Verwaltung, Sozialpartner*innen, ehrenamtlich Engagierte

 

RÜCKMELDUNGEN VON ABSOLVENT*INNEN 2021/22:

Die Menschheit sollte, überall auf der Welt, die Möglichkeit bekommen, sich bilden zu können. (Solche Kurse wie dieserJ)

Etwas, was meiner Meinung zu wenig betont wird, ist, was für ein Superangebot dieser Kurs ist. Nicht nur vom Inhaltlichen her, sondern auch von der Organisation selbst.

 

Beginn: 5. Mai 2022

 

Details unter http://www.isop.at/2019/lehrgang-zur-interkulturellen-kompetenzbildung-20192020/.

 

ANMELDUNG & BERATUNG

Helga Schicho
ISOP Innovative Sozialprojekte GmbH
Dreihackengasse 2, 8020 Graz

Mobil: 0699 146 000 10
E-Mail: helga.schicho@isop.at

 

Dieses Bildungsangebot ist durch die Weiterbildungsakademie Österreich akkreditiert.
www.wba.or.at

 

Gefördert von Land Steiermark, Soziales, Arbeit und Integration.

 

 

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26
April
2022

Gefühle, Grenzen und Gewaltprävention in der Volksschule thematisieren

Soziales Lernen in der Volksschule beschäftigt sich mit unterschiedlichen Aspekten des Zusammenlebens. Ein besonders wichtiges Thema für gelingende zwischenmenschliche Beziehungen und Konfliktlösung ist die Beschäftigung mit den eigenen Grenzen. Wenn ich selbst spüren kann, wann ich meine Grenzen erreiche und mich traue, das anzusprechen, stärke ich meine Selbstwirksamkeit und mein Selbstvertrauen. Gleichzeitig kann ich besser akzeptieren, dass auch andere Menschen Grenzen haben und diese ziehen. – Ganz zu schweigen davon, dass die Auseinandersetzung mit Grenzen schon im Volkschulalter ein essenzieller Baustein für die Gewaltprävention darstellt.

„Mein unsichtbarer Gartenzaun“

Die Sozialarbeiterin und Sexualpädagogin Michaela Datscher aus Oberösterreich hat das Kinderbuch mit dem Titel „Mein unsichtbarer Gartenzaun“ (https://grenzbewusst.com/) verfasst, für das sie 2016 sogar mit dem Salzburger Kinderrechtspreis ausgezeichnet wurde. Mittlerweile liegt es in einer überarbeiteten Version auf, die die Vielfalt unserer Gesellschaft noch mehr widerspiegelt. Ergänzt wird ihr Buch von Gefühlskarten rund um die Familie MUG, die Eva Hohensinner illustriert hat. Wer in den Genuss einer Fortbildung bei ihr kommt, erhält viele weitere Ideen, wie sich die Thematik für das Soziale Lernen in der Volkschule aufbereiten lässt. Einige davon, möchten wir im Folgenden gerne vorstellen.

Arbeit mit Gefühlen

Nicht nur Erwachsenen fallen ad hoc selten wenige Begriffe ein, die Gefühle beschreiben, auch Kinder – vor allem wenn sie mehrsprachig aufwachsen – beschränken sich meist auf die gängigsten (Angst, Wut, Trauer, Freude). Dabei gibt es so viel mehr und so unterschiedliche Nuancen. Die MUG-Gefühlekarten regen zur Diskussion über diese Feinheiten an, aber auch dazu, wie unterschiedlich jemand ein Gefühl wahrnehmen kann.

Wie sieht eine Person aus, die wütend ist? Wie sieht jemand aus, der sich freut? Mit Spielen wie Gefühlspantomime, Gefühle-Stille Post (Gesichtsausdrücke weitergeben) oder Tiergefühle (Darstellung einer wütenden Schnecke, eines traurigen Kängurus, einer gelangweilten Spinne usw.) lässt sich gut in das Thema einsteigen.

Wenn wir die Begriffe für Gefühle kennen, lassen sich auch Situationen besprechen, in denen sie auftauchen und wie wir mit ihnen umgehen:

Was kann ich tun, wenn ich wütend bin, um mich zu beruhigen? Was ist der Unterschied zwischen wütend und zornig? Was tut mir gut, wenn ich traurig, erschöpft oder gestresst bin?

Auch hier gibt es eine Vielzahl an Übungen, wie die Nein-Spirale, den Holzfäller-Atem, die Energie-Tankstelle uvm., um sich intensiver mit verschiedenen Gefühlen zu beschäftigen. Anhand eines Arbeitsblattes kann auch eingezeichnet werden, wo ich welches Gefühl in meinem Körper spüre. Vielleicht erkenne ich ein Gefühl ganz leicht und bei einem anderen weiß ich gar nicht, wie es sich anfühlt.

Grenzen spüren

Vom Gefühle spüren lässt sich der Bogen zum Thema Grenzen spannen. Folgende Übung kann gut verdeutlichen, dass wir auch unsichtbare Grenzen spüren: Ein Kind geht auf ein anderes zu und das stehende Kind sagt „Stopp“, wenn der Punkt erreicht wird, wo es langsam zu nahe wird. Dasselbe kann umgekehrt oder mit anderen Personen ausprobiert werden. Wir überlegen gemeinsam, woran unser unterschiedliches Empfinden liegt, wo und wie wir dieses „zu nah“ spüren und welche Situationen für uns ebenfalls zu nah oder grenzüberschreitend sein können (über den Kopf streicheln, ins Schwimmbecken schubsen, ein Hund der mich abschleckt, ein Onkel, der mir ein Bussi gibt). Durch das etappenweise Vorlesen des Buches „Mein unsichtbarer Gartenzaun,“ lassen sich alle genannten Themen wiederholen und vertiefen bis die Kinder schließlich ihren eigenen Gartenzaun, ihre eigene Grenze malen.

Gewaltprävention praktisch umgesetzt

Wer im Sinne der Gewaltprävention noch einen Schritt weitergehen möchte, kann auch ein Stück im Buch weiter vorlesen und über leichte und schwere Geheimnisse diskutieren. Dazu lassen sich konkrete Beispiele groß ausdrucken und auflegen. Gemeinsam kann zugeordnet werden, was ein „leichtes  Tuch“-Geheimnis ist (Geburtstagsüberraschung) und was sich wie ein „schwerer Stein“-Geheimnis anfühlt (jemand zwingt mich, etwas zu verheimlichen, das unangenehm ist). Auch dazu finden sich passende MUG-Karten in der Box.

Körperliche Grenzen können hier ebenfalls nochmals genauer thematisiert werden. Mag ich den kratzigen Bart vom Onkel beim Bussi geben oder das feuchte Bussi von der Oma? Mag ich, wenn mich jemand hochnimmt oder mir aus Spaß extra fest die Hand gibt? Mag ich das, wenn mir jemand (ungefragt) in meine krausen Locken fasst? Hier lässt sich der Bogen prima zur Prävention sexualisierter Gewalt spannen.

Das sehr eingängige Lied „Mein Körper gehört mir“ (https://www.youtube.com/watch?v=bYSF2tWqj70) eignet sich zudem wunderbar, um es gemeinsam mit den Kindern zu singen und sich eine Choreografie dazu zu überlegen.

Den Abschluss bildet schließlich das Thema „Hilfe holen“ vs. „petzen“. Was sind die Unterschiede? Wem kann ich vertrauen? Bei wem kann ich Hilfe holen in meinem Umfeld, wenn ich mich nicht „nein“ oder „Stopp“ zu sagen traue oder wenn ich ein schweres Geheimnis mit mir herumtrage?

Damit eignet sich der unsichtbare Gartenzaun auch als Vorbereitung und Überleitung zu den Mutmacher*innen-Puppen, die vom Amt für Jugend und Familie von der Stadt Graz an alle Schüler*innen der 3. Klassen Volksschule ausgeteilt werden. (https://www.graz.at/cms/beitrag/10341699/7752042/Mutmacher_Initiative_gegen_Gewalt_an_Kindern.html) Sie sollen die Kinder dabei unterstützen, über ihre Sorgen zu sprechen und gegebenenfalls Hilfe zu holen. Dazu finden sich ebenfalls mehrere Übungen online.

 

 

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19
April
2022

Fünf Säulen der Identität nach H. G. Petzold – Identitätskrisen

Identität stammt aus dem Lateinischen (lat. identitas) und bedeutet Wesenseinheit. Sie beschreibt die Authentizität und Einzigartigkeit eines Menschen, der völlig mit sich selbst übereinstimmt (https://bernardzitzer.com/de/5-saeulen-der-identiaet-lebenssaeulen, abgerufen am 10.1.2022).

Es gibt Zeiten der Identitätsentwicklung und Zeiten der Identitätskrisen. Die Auseinandersetzung mit der Frage „Wer bin ich?“ und „Wer möchte ich sein?“ beginnt in der Adoleszent wichtig zu sein.

Das 5-Säulen-Identitäts-Modell nach dem deutschen Psychologen Hilarion Petzold ist ideal, um die Entwicklung und Evolution unserer Identität zu erklären. Der Prozess der Identitätsfindung ist ein lebenslanger Prozess. Aber während der Adoleszenz erleben wir eine starke Identitätskrise, in der alle Systeme – Familie, Gesellschaft, Freundschaft, Bildung, Werte – in Frage gestellt werden, was zu häufigen Konfrontationen mit Eltern, Lehrer*innen, sozialen Systemen usw. führt.

Das Modell von H. Petzold definiert die Identität von Individuen durch die folgenden 5 Säulen:

  • Leiblichkeit, Gesundheit:
    Körper, Aussehen, Alter, Gesundheit, Krankheit;

  • Gesellschaft, Soziales Netz:
    Familie, Freunde, Nachbarn, Vereine, Arbeitskollegen;

  • Materielle Sicherheit:
    Einkommen, Vermögen, Wohnung, Eigentum;

  • Arbeit, Leistung, Freizeit:
    Beruf, Studium, Noten, Hobbys, Sportliche Erfolge;

  • Werte, Normen, Ideale:
    Soziales/politisches Engagement, Religion, Weltanschauung.

Nicht alle Komponenten einer Säule müssen in perfekter Harmonie zusammenarbeiten. Es ist auch nicht notwendig, dass alle Säulen absolut ausgewogen sind, da in den meisten Fällen eine Säule die möglichen Mängel der anderen ausgleicht und verstärkt. Ein Beispiel hierfür könnte sein: Eine Person hat einen nicht gut bezahlten Job und die Aufgaben, die sie hierbei ausübt, beinhalten keine große Verantwortung bzw. bringen kaum berufliche Anerkennung. Jedoch hat diese Person Spaß an der Arbeit und sie tut etwas, was ihr wirklich gefällt – diese Diskrepanz bedeutet nicht direkt, dass sie in einer Identitätskrise stecken muss. Vor allem dann nicht, wenn das Selbstwertgefühl beispielsweise durch eine gute Leistung in einer sportlichen Aktivität oder durch die Mitarbeit an einem Verein gestärkt wird, wo sie hohe Anerkennung findet und das Selbstwertgefühl zusätzlich durch die sozialen Kontakte mit Freunden und Bekanntschaften bei diesen Aktivitäten ausgefüllt wird.

Es ist wichtig, dass wir uns bereits in der Pubertät mit der Frage auseinandersetzen, was uns im Leben wichtig ist. Dass wir lernen zu erkennen, wo unsere Ressourcen liegen, wie wir die weniger stabilen Säulen stärken, und wie wir durch unsere Erfahrungen lernen können, unsere Widerstandsfähigkeit und unseren Selbstwert zu stärken.

Der Prozess der Identitätsfindung ist ein lebenslanger Prozess, was ein hohes Maß an Flexibilität und Anpassungsfähigkeit an Veränderungen erfordert. Das chinesische Schriftzeichen für „Krise“ beinhaltet zwei Silben, die einzeln gelesen die Worte „Gefahr“ und „Chance“ bedeuten. In diesem Sinne ist es wichtig, dass junge Menschen sich angesichts des Wandels nicht frustriert fühlen, sondern ihn als Chance für Wachstum und Entwicklung sehen. Sie haben die Chance stärker und widerstandsfähiger zu werden, was ihrem Selbstwertgefühl und ihrer Fähigkeit zugutekommt, in jeder Situation glücklich zu sein.

Folgenden Quellen haben bei der Erstellung dieses Blogbeitrags geholfen:
5 Säulen der Identität – die Basis fürs seelische Gleichgewicht (sedariston.de)
5 Säulen der Identität – Wie sich deine Identität zusammensetzt (bernardzitzer.com)
Ben Teggemann – YouTube
Benjamin Rahn – YouTube

 

 

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5
April
2022

Cyber-Mobbing Erste-Hilfe-App

Im Zuge der (Cyber-)Mobbing-Kampagne #KeinPlatzFürHate des Landes Steiermark wurde die Cyber-Mobbing Erste-Hilfe-App der deutschen Initiative „klicksafe“ für Österreich adaptiert. Sie steht jetzt kostenlos via App Store und Play Store zu Verfügung.

Cyber-Mobbing Erste-Hilfe-App

Im Internet gemobbt zu werden, kann für Jugendliche oft eine ernste Belastung sein. Wie kann ich reagieren? Wer hilft mir jetzt? Und inwiefern schützt mich das Gesetz?

Die Cyber-Mobbing Erste-Hilfe App wurde entwickelt, um Jugendlichen jederzeit Antworten auf diese Fragen zu geben und sie bei ihren ersten Schritten gegen Cyber-Mobbing zu begleiten. In kurzen Videos erfahren Jugendliche, wie sie am besten auf die Angriffe reagieren können, was ihnen helfen kann, Ruhe zu bewahren, und wie sie konstruktiv gegen Cybermobbing vorgehen können. Neben rechtlichen Hintergrundinformationen gibt es auch Links zu Institutionen, die bei Mobbing helfen können, wie z.B. zur Anlauf- und Koordinierungsstelle bei Mobbing.

Die Cyber-Mobbing Erste-Hilfe App wurde von klicksafe für Deutschland entwickelt und nun im Zuge steirischen Kampagne #KeinPlatzFürHate für Österreich adaptiert. Sie ist kostenlos über den Google Play Store und den Apple App Store erhältlich:

Cyber-Mobbing Erste-Hilfe App – Apps bei Google Play

Cyber-Mobbing Erste-Hilfe App im App Store (apple.com)

 

 

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29
März
2022

Gelingensbedingungen für die Umsetzung demokratischer Prozesse in Schulen

Zwischen 2018 und 2021 war ISOP Schulsozialarbeit Partnerin des Projekts von Erasmus+ zum Thema Schule und Demokratie. Unter anderem stand im März 2020 ein Besuch unserer Projektpartner*innen in Graz auf dem Programm. Wir berichteten darüber im Blogbeitrag Erasmus+ Hospitation an der VS Bertha von Suttner.

Zum Abschluss des Projekts dürfen wir heute – mit Erlaubnis des Projektverantwortlichen – stolz die Broschüre mit der Zusammenfassung der Ergebnisse des Projekts präsentieren. Sie steht unter https://www.schule-plus-demokratie.info/ergebnisse zum Download im pdf-Format zur Verfügung.

Besondere Aufmerksamkeit möchten wir auf das Kapitel über die „Gelingensbedingungen für die Umsetzung demokratischer Prozesse in Schulen“ auf den Seiten 18/19 lenken, die auch im folgenden Bild zu sehen sind.

 

 

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21
März
2022

Internationaler Tag gegen Rassismus

Der „Internationale Tag zur Überwindung von Rassismus, kurz: Tag gegen Rassismus“ am 21. März wurde im Jahr 1966 von den Vereinten Nationen ausgerufen. Grund dafür war der Jahrestag des rassistisch motivierten Massakers an Demonstrierenden gegen das Apartheidregime in Südafrika am 21. März 1960. Seit dem Jahr 1979 findet parallel zu diesem Feiertag eine internationale Woche gegen Rassismus statt. Ebenso gilt der Tag seit 1975 als Tag der Menschenrechte in Afrika.

Der Tag soll dafür genutzt werden die Bevölkerung gegen Rassismus zu mobilisieren. Dafür gibt es rund um die Welt in vielen Länder die unterschiedlichsten öffentlichen Veranstaltungen.

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20
März
2022

Internationaler Tag des Glücks

Nach einer langen Kampagne von Jayme Illien, einem Berater der UNO, der in einem Waisenhaus in Kalkutta aufwuchs, wurde der Weltglückstag erstmals im Jahre 2013 eingeführt. Er wir seither alljährlich am 20. März begangen.

Jedes Jahr wird von der UNO ein World-Happiness-Report herausgegeben. Darin wird versucht, die Zufriedenheit, das „Glück“ der Bevölkerung in den verschiedenen Ländern der Erde zu messen bzw. zu vergleichen. Es gibt unterschiedliche Bewertungskriterien wie das Bruttoinlandsprodukt, soziales Zusammenleben, also wirtschaftliches und soziales Wohlergehen, Gesundheit, Lebenserwartung und Entfaltung der Persönlichkeit. Es ist ein schwieriges Unterfangen, da sehr viele Komponenten wie z.B. politische Systeme oder der Einfluss der Umwelt und des Klimas nicht berücksichtigt werden. Es handelt sich dabei um keine persönliche Befragung wie glücklich oder zufrieden die Menschen subjektiv gesehen mit ihrer Lebenssituation sind.

Im World-Happiness-Report 2020 liegt Österreich auf Platz 9, Deutschland auf Platz 17, angeführt wird die Liste von Finnland, Dänemark und der Schweiz, am Ende des Rankings liegen der Südsudan und Afghanistan.

Ziel der Vereinten Nationen ist es, das Glück bzw. die Lebenszufriedenheit der globalen Bevölkerung zu erhöhen, weil die UNO Glück als grundlegendes Menschenrecht sieht. Mit Glück ist nicht gemeint, ein ständiges Hochgefühl zu erleben, sondern im Gesamten ein erfülltes Leben zu führen.

 

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15
März
2022

#keinplatzfürhate: Gewalt- und (Cyber-)Mobbingprävention an der MS Strassgang

„Mobbing passiert jeden Tag, in ganz Österreich und überall in der Steiermark – online und offline, immer und immer wieder. Ob in der eigenen Familie, im Freundeskreis, in der Schule oder am Arbeitsplatz: Wir alle kennen jemanden, die oder der schon einmal gemobbt wurde. Das ist kein Einzelfall.“ (Amt der Steiermärkischen Landesregierung A6 – Fachabteilung Gesellschaft).

Schulsozialarbeit hat sich für 2021/22 den Jahresschwerpunkt  Gewalt- und (Cyber-)Mobbingprävention gesetzt. Mithilfe der Empowerment-Toolbox #keinplatzfürhate vom Land Steiermark wird er seit Beginn des Schuljahres auch an der MS Strassgang im direkten Schulalltag umgesetzt. Das Kalenderjahr 2021 ist vorbei und damit ist es an der Zeit für einen ersten Rückblick darauf, was bisher umgesetzt wurde.

Es war ein spannendes und vielschichtiges Jahr, woran Corona maßgeblichen Anteil hatte. Vieles haben die Kinder und Jugendlichen gelernt und besonders eines wurde ganz klar: Jeder Tag kann anders sein. Einzelne Schüler*innen sind/waren in Quarantäne, ganze Klassen wurden gesperrt und ein Alltag wie früher war oft nicht umsetzbar.

Auch ohne Corona treten im Jugendalter häufig Spannungen und Konflikte auf. Klare, wertfreie und respektvolle Kommunikation ist gefragt – und will erst einmal gelernt sein. In sechs von acht Klassen wurden daher bis Ende 2021 dreizehn Übungseinheiten zu Gewalt- und (Cyber-)Mobbingprävention abgehalten und gemeinsam mit den Jugendlichen durchgeführt. Dabei deckte die Empowerment-Toolbox vom Land Steiermark einen kleinen Teilbereich ab.

Zu Beginn wurde in jeder einzelnen Klasse mithilfe eines Handouts Mobbing definiert und über Gewalt sowie Grenzen gesprochen. Weiters wurden in Gesprächen auf Klassenebene eigene Mobbingerfahrungen und Grenzüberschreitungen besprochen. Ein zentraler Punkt in den Workshopeinheiten war zu bewirken, dass die Jugendlichen über ihre Unterstützungssysteme Bescheid wissen (innerhalb der Familie, in der Schule und außerhalb), und ihnen niederschwellig Anlaufstellen plakativ vorzustellen. So lernten die Schüler*innen lebensweltnahe die Kinder- und Jugendanwaltschaft, Rat auf Draht sowie Time4friends vom Österreichischen Jugendrotkreuz  kennen. Gemeinsam wurden diese Anlaufstellen über den Klassenbeamer online begutachtet und ihre Kontaktaufnahmemöglichkeiten präsentiert. Alle Schüler*innen bekamen nach den Workshopeinheiten ein Handout mit nach Hause mit dem Auftrag,  mit den Eltern bzw. Erziehungsberechtigten darüber zu sprechen. Daraufhin ergaben sich auch vermehrt Elterngespräche/Telefonate, wo ebenfalls über die Definition von Mobbing gesprochen wurde bzw. auch die Anlaufstelle der Kinder- und Jugendanwaltschaft für Schüler*innen- und Elternberatung bekannt gemacht wurde.

Auf Lehrer*innen-Ebene fanden vermehrt Pausengespräche statt und es kam durchwegs die Rückmeldung, dass das Thema Mobbing und Prävention allgegenwärtig ist und viel zu wenig Platz im Schulalltag erhält. Diese Auffälligkeiten, Ansichten und Erfahrungen können von Schulsozialarbeit nur geteilt und bestätigt werden. „Mobbing passiert jeden Tag“ – auch nach vereinzelter Workshops, auch nach vielen Einzel- und Gruppengesprächen.

Das Jugendalter ist herausfordernd. Kinder und Jugendliche brauchen Unterstützung und Orientierung, brauchen Grenzen und Erfahrungen von Anderen, sodass sie im Kollektiv selbstständig und selbstbestimmt handeln können. Dabei bietet Schulsozialarbeit eine helfende Hand an.

 

 

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