2
April
2019

R – E – S – P – E – C – T

Im Herbst 2018 entwickelte die 3B Klasse der NMS Algersdorf die Idee, das Thema Respekt kreativ und ausdrucksstark umzusetzen. „Respekt“ wird von den SchülerInnen in der Klasse nicht nur an die Tafel geschrieben, sondern auch gelebt. In der Klasse verbringen unterschiedliche Persönlichkeiten viele gemeinsame Stunden, weshalb ein respektvoller Umgang miteinander umso wichtiger ist .

Die Idee entsprang dem Wunsch, in der Musikstunde Aretha Franklins Song „Respect“ nicht nur zu singen, sondern auch tänzerisch umzusetzen. Schulsozialarbeit konnte eine unglaublich talentierte junge Tänzerin für das Projekt begeistern, Nouhaila el Amine Demnati , eine junge Marokkanerin, die in Graz ein Erasmusjahr absolvierte und die mit den SchülerInnen gemeinsam die Choreografie einstudierte. Dieser erste Projektteil wurde im Herbst/Winter 2018 umgesetzt.

Anfang des Jahres 2019 erarbeiteten die Schulsozialarbeiter der Schule ein Konzept zur thematischen Annährung rund um die umfassende Bedeutung des Wortes „Respekt“. Es erschien uns nötig, einen so bedeutungsschweren Begriff für die SchülerInnen greifbar zu machen. Auch wenn er in der Lebenswelt und Alltagssprache der Jugendlichen ebenso wie der Gesellschaft allgegenwärtig ist, scheint es wegen seiner vielfältigen Bedeutung, je nach Kontext, gar nicht so einfach zu sein, ihn klar zu definieren. Dennoch ist er für ein gemeinsames Miteinander sowohl in einer Gesellschaft als auch im Mikrokosmus Schule unabdinglich.

In einem gemeinsamen Workshop stellten wir zusammen persönliche Statements und auch Erfahrungen rund um das Thema „Respekt“ und „respektvoller Umgang miteinander“ zusammen und versuchten, ein gemeinsames Verständnis des Begriffes und seines breiten Bedeutungsfeldes zu erarbeiten. Die SchülerInnen brachten viele unterschiedliche Erlebnisse ein, sprachen über Situationen aus dem Alltag und über die Schule. Aufgrund der vielen unterschiedlichen Kulturen in der Klasse und Sprachen, die die Jugendlichen sprechen, konnten wir unsere erarbeiteten Statements auch in viele unterschiedliche Sprachen übersetzen. Hier ein paar Auszüge:

„Respekt bedeutet für mich … höflich zu sein.“

„Respekt bedeutet für mich … jeden so zu akzeptieren wie er ist.“

Dank des unglaublichen Engagements der SchülerInnen und der beiden Klassenlehrerinnen Frau Meditz und Frau Tauber wurde dieses Projekt zu etwas ganz Besonderem. Viele gemeinsame Stunden verbrachten wir damit, unser Videoprojekt „Respect“ kreativ umzusetzen und dieses mit Ideen zu füllen. Der interkulturelle Kontext und das Herausarbeiten der Bereicherung dieses Zusammenarbeitens spielten dabei eine große Rolle. Sprachliche und kulturelle Vielfalt,  ihre Akzeptanz und ihre Integration sowie Bereicherung in und für die schulische Lebenswelt sind genau das was RESPEKT ausmacht: ein wertfreies Miteinander und Füreinander.

 

 

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28
März
2019

Singen ist Vielfalt

Der Schulchor der NMS Dr. Renner

Bereits im Schuljahr 2015/2016 startete an der NMS Dr. Renner das Projekt „Schulchor“, das seit diesem Jahr ein fixes Freizeitangebot ist und von den SchülerInnen freudig angenommen wird.

Die NMS Dr. Renner ist eine integrativ geführte Schule, die auch viele Kinder mit Migrationshintergrund besuchen. So treffen hier viele Kulturen und Sprachen aufeinander, die  gelebt werden wollen.

Kunst und Kultur sind zwei Faktoren, die zu einer positiven, individuellen Entwicklung beitragen und die jedem Menschen, unabhängig von seiner finanziellen Situation, zugänglich sein sollten. Hier setzten die Schulsozialarbeit, engagierte LehrerInnen und vor allem die SchülerInnen selbst an und versuchten zusammen, Interkulturalität, Solidarität und gemeinsame Freude miteinander zu verbinden und in Musik auszudrücken. Dabei sollte vor allem die kognitive sowie auch die sozial-emotionale Ebene der Kinder gefördert und gestärkt werden. Ziel ist es, dass sich die SchülerInnen wöchentlich zum gemeinsamen Singen und Musizieren treffen und so die eigene Persönlichkeit sowie soziale Kompetenzen schulen und zu einem besseren Miteinander beitragen.

Gesungen werden Lieder aus den verschiedensten Kulturen und natürlich auch in den verschiedensten Sprachen. Dabei wird auch Platz für die eigene musikalische Entfaltung gegeben, damit sich jedes Kind auf seine Art und Weise in den Chor einbringen und entfalten kann. Geleitet wird der Schulchor von Herr Mag. Roland Wesp, einen begnadeten Musiker, der den Kindern Spaß an der Musik vermittelt.

Dieses Projekt bereitet vielen SchülerInnen sehr viel Freude und bietet ihnen die Möglichkeit, sich selbst besser kennenzulernen, auf andere Acht zu geben und gemeinsam Musik zu machen. Nur durch das große Engagement der SchülerInnen konnte der Schulchor zu einem fixen Bestandteil des Schulalltags werden.

 

 

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21
März
2019

ISOP-Lehrgang zur interkulturellen (Kompetenz)Bildung 2019/2020

Ein Baustein zur interkulturellen Öffnung

Die österreichische Gesellschaft ist längst und unwiderruflich eine Migrationsgesellschaft, die auch ihrem Schutzauftrag gemäß der Genfer Flüchtlingskonvention nachzukommen hat. Gesellschaft, Arbeitsmarkt und Alltag sind vor diesem Hintergrund durch Heterogenität charakterisiert und die AkteurInnen bzw. RepräsentantInnen des Systems Österreich mit neuen Anforderungen konfrontiert, um der zunehmenden, sich auch ständig verändernden Diversität der Gesellschaft Rechnung tragen zu können.

Andererseits werden die Themen Flucht/Migration – Integration – Diversität – Antidiskriminierung in der Öffentlichkeit häufig zur Polarisierung, Emotionalisierung und Verunsicherung der Bevölkerung verwendet.

Deswegen brauchen Personen, die Menschen mit Migrations- oder Fluchtgeschichte beraten und unterstützen bzw. mit ihnen in ihrem beruflichen Alltag als KundInnen, KlientInnen oder TeilnehmerInnen zu tun haben, eine Möglichkeit, ihre interkulturellen Kompetenzen zu erweitern sowie Probleme und Unsicherheiten zu diskutieren. Weiters bedarf es eines Ortes, an dem diversitätsorientierte und antidiskriminatorische Handlungsstrategien vorgestellt und entwickelt werden können bzw. auch Wege zur interkulturellen Öffnung gefunden werden.

Ein Baustein in der Steiermark dazu ist der berufsbegleitende ISOP-Lehrgang:

BEGINN: APRIL 2019

ZIELE

  • die individuelle Kompetenz in der (Beratungs)Arbeit mit ImmigrantInnen und Schutzsuchenden erhöhen

  • das kulturelle, politische, rechtliche und soziale Hintergrundwissen erweitern

  • vor dem Hintergrund der eigenen (beruflichen) Erfahrungen und Alltagsprobleme mit den ReferentInnen und Teilnehmenden in einen Dialog treten

  • Sicherheit in interkulturellen Zusammenhängen entwickeln

  • Kompetenz zur Einleitung und Weiterentwicklung von interkulturellen und diskriminierungsfreien Öffnungsprozessen erwerben

 

ZIELGRUPPE
Der Lehrgang richtet sich an MitarbeiterInnen von öffentlichen und privaten Einrichtungen aus den Bereichen Soziales, Schule, Jugend, Bildung, arbeitsmarktpolitische Maßnahmen, Flüchtlingsbetreuung, Integration, Gemeinwesen/Verwaltung, SozialpartnerInnen, ehrenamtlich Engagierte

 

AUFBAU & KOSTEN

  • Gruppenfindung à 4 Unterrichtseinheiten

  • 10 Seminare à 12 Unterrichtseinheiten

  • 2 Reflexionseinheiten à 4 und 12 Unterrichtseinheiten

  • Transfergruppenarbeit

  • Einzel- und Gruppencoaching

  • Schriftliche Abschlussarbeit

  • Abschluss mit Zertifikat


Teilnahmegebühr
: € 580,-

Details unter
http://www.isop.at/2019/lehrgang-zur-interkulturellen-kompetenzbildung-20192020/

 

ANMELDUNG & BERATUNG
Helga Schicho
ISOP Innovative Sozialprojekte GmbH
Dreihackengasse 2, 8020 Graz

Tel. 0316 | 76 46 46-35

E-Mail: helga.schicho@isop.at, www.isop.at

 

Dieses Bildungsangebot ist durch die Weiterbildungsakademie Österreich akkreditiert.
www.wba.or.at

 

Gefördert von Land Steiermark, Soziales, Arbeit und Integration.

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19
März
2019

„Ei-Rettung“ im Team

Rohe Eier aus dem Fenster werfen und dabei noch was lernen?! Warum Teamwork nicht immer „fad“ sein muss.

Als sogenannter „Eierfall“ wird eine pädagogische Methode bezeichnet, die aufgrund ihrer originellen Aufgabenstellung zur Vermittlung von sozialen bzw. persönlichen Kompetenzen (nicht nur) in Schulen eingesetzt wird. Dabei werden die Teilnehmenden vor eine anspruchsvolle Aufgabe gestellt, die sie am ehesten im Austausch miteinander lösen können. Viele Kinder begegnen aufgrund schlechter Erfahrungen im Unterricht Gruppenarbeiten mit Skepsis. Der „Eierfall“ bietet die Möglichkeit, gruppenbezogenen Aktivitäten motivierend und lustig zu gestalten, um Neugier bei den SchülerInnen zu wecken.

SchülerInnen einer dritten Klasse der NMS Eisenerz stellten sich der Herausforderung, ein Ei in vorgegebener Zeit so zu verpacken, dass es einen „Flug“ aus dem zweiten Stock des Schulgebäudes unversehrt übersteht. Im Rahmen eines zweistündigen Workshops wurden die Mädchen und Buben dazu ermutigt, ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen bzw. ihre Problemlösungskompetenzen und Kooperationsfähigkeit unter Beweis zu stellen. Spielerisch und ohne Bewertungsdruck sollten die Jugendlichen lernen, sich schwierigen Situationen zu stellen und klassische Denkmuster zu überwinden, um kreative Lösungswege beschreiten zu können.

In einem ersten Schritt bekamen die in fünf Vierergruppen eingeteilten SchülerInnen das vorgesehene Material von der Schulsozialarbeiterin, die die Übung anleitete. Außer Papier, Strohhalmen, Schnur, Luftballon und Klebeband durfte nichts verwendet werden, aber ansonsten waren der Fantasie bei der Konstruktion der potentiellen Flugobjekte keine Grenzen gesetzt.

In der nächsten Phase der Übung erhielten die Teams den Auftrag, einen Plan ihres „Ei-Rettungs-Systems“ zu entwerfen. Angeregte Diskussionen bzw. lebhafte Verhandlungen in den Gruppen bzw. zwischen den einzelnen Teammitgliedern, über die Frage, wie der ominöse Apparat zur Ei-Rettung schlussendlich auszusehen hat, waren ausdrücklich erwünscht. Dabei war es gleichermaßen von Bedeutung, im Team Entscheidungen zu treffen, ohne die Bedürfnisse und Interessen der anderen außer Acht zu lassen. Um die Übung erfolgreich meistern zu können, war es unumgänglich, unterschiedliche Herangehensweisen an das Problem zumindest in Betracht zu ziehen.

Die SchülerInnen hatten in der darauffolgenden Bauphase 40 Minuten Zeit, ihr Konzept zu realisieren. Im intensiven Arbeitsprozess und Austausch in den Kleingruppen lernten die Buben und Mädchen unterschiedliche Denk- und Herangehensweisen kennen und bemerkten schnell, dass das Akzeptieren und gemeinsame Bewerten von alternativen Lösungsmöglichkeiten bei der Bewältigung der Aufgabe von Vorteil war. Bei der Betrachtung der entstandenen Modelle wurde klar, dass hinsichtlich Originalität und Qualität ein Gruppenvorteil bestand. Vielfältige Ideen und Ansätze konnten zu erstaunlichen Objekten zusammengeführt werden. Stolz ließen sich manche Teams noch einen Namen für ihr Werk einfallen.

Als Höhepunkt und gleichzeitig Abschluss des Workshops ließen die SchülerInnen ihre Flugmaschinen samt „Passagieren“ aus dem zweiten Stock starten – es gab Überlebende, auch welche, die es nicht geschafft haben.

Spaß hat es gemacht, etwas Neues auszuprobieren, darin waren und sind sich alle einig.

 

 

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11
März
2019

Freizeitangebot „Ich bin bärenstark“

An der NMS Straßgang treffen Kinder und Jugendliche aus verschiedenen Lebenswelten aufeinander: Manche haben ihre eigene Migrationsgeschichte, andere tragen die ihrer Elterngeneration noch in sich; teils kommen sie aus dem städtischen Ballungsraum, teils sind sie im ländlichen Gebiet wohnhaft; Einzelkinder treffen auf Kinder und Jugendliche aus Großfamilien u.v.m. So unterschiedlich ihre Lebenswelten auch sein mögen, für das Freizeitangebot „Ich bin bärenstark“ gab es den gemeinsamen Schwerpunkt:

Stärkung des Selbstwerts und Selbstvertrauen wie auch Stärkung des Wir-Gefühls als Gruppe.

Am Freizeitangebot teilgenommen haben SchülerInnen aus den 1. und 2. Klassen der NMS Straßgang. Sie wurden einerseits durch die Schulsozialarbeiterin selbst sowie nach Gesprächen mit den Klassenvorständinnen ausgewählt. Insgesamt waren es 10 Buben und 2 Mädchen, die immer donnerstags am Nachmittag freiwillig und mit großer Begeisterung beim Freizeitangebot dabei waren.

Inhaltlich begann jede der sechs Einheiten mit ein oder zwei selbstwertstärkenden Übungen in der Gruppe wie z.B. einer Phantasiereise, in der die Kinder und Jugendlichen sich an eine Situation erinnern sollten, in der sie sich besonders stark, glücklich, fähig und selbstbewusst fühlten, wodurch sie ihre eigenen Stärken erkennen konnten. Danach ging es darum, überfordernde und problembehaftete Situationen an der Schule zu sammeln, in der Gruppe zu thematisieren und mögliche Verhaltensstrategien für die Zukunft zu erarbeiten, die nach einem Praxistest nötigenfalls in der nächsten Einheit adaptiert wurden. Die TeilnehmerInnen konnten dadurch immer mehr Parallelen zueinander sehen und ihnen wurde bewusst, dass auch ihre MitschülerInnen teilweise mit desselben oder ähnlichen Herausforderungen konfrontiert waren und sind. Mit der Zeit nahmen die Kinder und Jugendlichen selbst ebenso wie die Schulsozialarbeiterin immer mehr das Gruppengeschehen wahr und sie erlebten ein immer stärker werdendes Zusammenwachsen. In der Gruppe gemeinsam gestaltete Schul- und Hofpausen führten darüber hinaus dazu, dass sich klassenübergreifende neue Freundschaften bildeten und ein stärkeres Wir-Gefühl einstellte.

Als Abschluss des Freizeitangebots „Ich bin bärenstark“ ging die gesamte Gruppe gemeinsam in die Boulderhalle Graz klettern/bouldern. Dort konnten die TeilnehmerInnen ihren neuen Mut erproben. Und tatsächlich sind sie über ihre Grenzen hinausgewachsen (z.B. Höhenangst), sie haben sich durchwegs positiv ge- und bestärkt und vor allem hatten sie GEMEINSAM SPASS!

Großer Dank gilt allen SchülerInnen der NMS Straßgang, die am Freizeitangebot teilgenommen haben. Sie waren mutig, fleißig, konzentriert, reflektiert, motiviert und brachten viele wertvolle und gute Ideen ein. Weiters ist den Eltern zu danken, die gemeinsam mit uns bouldern waren und somit den Ausflug durch ihre Begleitung ermöglicht haben.

DANKE – IHR SEID BÄRENSTARK!

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5
März
2019

Buddy-Projekt

Hiermit dürfen wir Ihnen folgend unser Buddy Projekt vorstellen, das seit mehreren Jahren in einigen von ISOP-Schulsozialarbeit betreuten Schulen erfolgreich durchgeführt wird. Konzept, Verantwortung und Durchführung des Projekts liegen dabei in den Händen der Schulsozialarbeit.

Das Buddy Projekt an sich basiert auf der Idee des Peer Learning, dh. Kinder sollen von- und miteinander lernen und sich gegenseitig unterstützen. Die Peers, sogenannte „Buddys“ (dt. Freund, Kumpel) sind Freiwillige aus den 4. Klassen der NMS, die ErstklässlerInnen beim Einstieg in die Neue Mittelschule unterstützen, sodass der oft herausfordernde Übergang für die neuen SchülerInnen leichter gelingt und sie sich in der neuen Schule willkommen fühlen. Die Buddys beweisen sich dabei in einem dreistufigen Aufnahmeverfahren (bereits in der dritten Klasse NMS) unter Leitung der Schulsozialarbeit. Nachdem sie eine schriftliche Bewerbung eingereicht haben, werden sie zum persönlichen Gespräch mit der Schulsozialarbeit (oft auch im Beisein der Direktion) eingeladen und interviewt. Darauf folgt eine Qualifizierung/Ausbildung durch die SchulsozialarbeiterInnen bei der die SchülerInnen wichtige Kompetenzen und Wissen für ihre Buddy-Tätigkeit erwerben:  insbesondere ihre Aufgaben und auch Grenzen werden intensiv besprochen und reflektiert sowie das Thema (Körper)sprache und selbstbewusstes Auftreten werden vermittelt und in Rollenspielen praktisch erprobt. Ihre Vorbildrolle für die Jüngeren und welche Verantwortung ihnen dabei zukommt, wird den Buddys in diesen Einheiten besonders bewusst. Am Ende der Ausbildungseinheiten (die in der Freizeit der SchülerInnen am Nachmittag stattfinden) wird dann von den SchulsozialarbeiterInnen entschieden, welche BewerberInnen als Buddy aufgenommen werden.

Ausgestattet mit ihren erworbenen Kompetenzen und Wissen starten die Buddys in der Schule ihre Tätigkeit und sind gleich von Anfang an fixer Bestandteil im Alltag der ersten Klassen. Anfangs geht es vor allem um ein erstes Kennenlernen und Aufbau von Beziehungen. Im ersten Halbjahr, vor allem zu Schulbeginn, sind die Buddys dann für die ErstklässlerInnen Ansprech- und Vertrauenspersonen, die ihnen helfen und mit Rat und Tat zur Seite stehen, wenn sie dies benötigen. Gemeinsame Aktionen wie z.B. Spielenachmittage oder gemeinsames Kochen werden von der Schulsozialarbeit organisiert und bieten sowohl den Buddys als auch den ErstklässlerInnen die Möglichkeit, mehr Zeit miteinander zu verbringen, sich besser kennenzulernen und dann auch von- und miteinander zu lernen.

Die Schulsozialarbeit unterstützt die Buddys im Semester ihres Buddy-Daseins. Einerseits gibt es Reflexionsgespräche, um gemeinsam zu besprechen wie das Projekt läuft und wie es den Buddys geht, andererseits kann natürlich jede/r Buddy bei Bedarf zur Schulsozialarbeit kommen, um Fragen zu klären oder Hilfestellung zu erhalten. Zum Abschluss des Projekts erhalten die Buddys eine Urkunde, die ihre sozialen Kompetenzen und ihr Engagement bestätigt. Zusätzlich findet als Belohnung immer eine gemeinsame Abschlussaktion der Schulsozialarbeit mit den Buddys statt, wie z.B. Kinobesuch oder Pizza backen.

Damit Sie einen Eindruck in die Motivation der Buddybewerber/innen erhalten, lesen Sie hier nun ein paar ausgewählte Zitate aus den Bewerbungen, die wir für dieses Schuljahr 2018/19 an der NMS Karl Morre in Graz erhalten haben:

 

(weiblich 13 Jahre alt)

„Weil ich es liebe Personen zu helfen. Weil ich eine Person bin, die Leute zum Lachen bringen kann.“ (weiblich 12 Jahre)

(weiblich 13 Jahre alt)

„Als Buddy wäre ich sehr verlässlich, indem ich für die Kleinen da wäre. Ich würde ihnen eine gewisse Sicherheit geben um sich hier wohl zu fühlen. Sie sollen keine Angst haben oder sich unwohl fühlen. Ich mag Kinder sehr. Ich weiß, dass man als neue/r schüchtern ist. Aber darum kann ich mich sorgen.“ (weiblich 12 Jahre)

(weiblich 13 Jahre)

„Weil ich Kinder liebe und ich möchte gerne Kindergärtnerin werden und bin schon eine Babysitterin und passe auf kleine Kinder sehr gut auf. Ich mag sie und liebe sie. Und ich möchte gerne Buddy sein.“ (weiblich 13 Jahre)

(weiblich 13 Jahre)

„Ich möchte gerne Buddy werden, weil nur Mädchen Buddys sind und es sollten auch Buben Buddys werden. Ich will ihnen sehr viel lernen, zB. Wenn er sich nicht auskennt in der Schule.  Und wenn er ein Integrationskind ist oder er kann kein Deutsch, dann werde ich mich bemühen und alles geben“ (männlich 13 Jahre)

 

Auch sonst beweisen die SchülerInnen schon in den Bewerbungsbögen großen Eifer:

Wir sind sehr stolz auf unsere Buddys und ihr tolles freiwilliges Engagement.

 

 

 

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25
Februar
2019

Chancen ermöglichen

ISOP Schulsozialarbeit & NMS Graz-Fröbel
in Kooperation mit STRESSLESS ROCK OG

Viele Schüler*innen der NMS Fröbel haben ihre frühe Kindheit in einem anderen Land verbracht und sind aus unterschiedlichsten Beweggründen mit ihren Familien nach Graz gekommen. Die Kinder/Jugendlichen müssen sich neu orientieren, in neue Strukturen hineinfinden und sich Sprache und Wissen aneignen. Dank der gezielten Förderung durch die hochengagierten Lehrer*innen entwickeln sie sich im geschützten Rahmen der Schule sichtbar. Das Ende der Pflichtschulzeit bedeutet für die Jugendlichen jedoch oftmals das Ende eines strukturierten Lebens. Umso mehr bedarf es der Stärkung von Selbstwertgefühl, Selbstvertrauen und Selbstverantwortung, um zuversichtlicher in die Zukunft blicken zu können.

In Kooperation mit innerschulischen und außerschulischen Unterstützungssystemen werden die Schüler*innen der vierten Klassen in diesem Schuljahr noch intensiver in ihrer Persönlichkeitsentwicklung und in eigenverantwortlichem Handeln gefördert. Eine großartige Ergänzung zu dieser kontinuierlichen Unterstützung bot die Kooperation mit STRESSLESS ROCK OG.

Während eines erlebnisorientierten Vormittages mit den Trainern Martin Pöstinger und Thomas Machinger wurde – aufbauend auf der wichtigen kontinuierlichen Arbeit der Lehrer*innen – noch offensichtlicher, welches Potential in den Schüler*innen steckt. Sie entdeckten besondere Fähigkeiten, zeigten Selbstvertrauen, überlegten und erprobten Lösungswege zu völlig neuen Aufgabenstellungen. Bei Übungen mit hohen Seilaufbauten wuchsen die Jugendlichen im wahrsten Sinne des Wortes über sich hinaus. Die Fähigkeit, zusammen zu arbeiten und auf andere zu achten, war notwendig für die Absolvierung der Übungen. Der Schwerpunkt lag auf ressourcen- und lösungsorientiertem Handeln. Die beiden Trainer bewiesen ein hervorragendes Gespür für die Jugendlichen, nahmen die Gruppendynamik innerhalb kürzester Zeit wahr und konnten die Schüler*innen stärken, ihnen aber auch Grenzen aufzeigen.

Die Wahrnehmungen (Selbst- und Fremdwahrnehmung) und Erfahrungen der Jugendlichen wurden bzw. werden im Sinne der Nachhaltigkeit auch weiterhin in Beratungsgesprächen mit der Schulsozialarbeiterin bearbeitet.

Dank gilt dem Land Steiermark und der Stadt Graz sowie der Schulleitung der NMS Fröbel und privaten Sponsoren, die es überhaupt erst möglich gemacht haben, dieses Angebot in Anspruch zu nehmen. Eine weiterführende Zusammenarbeit mit STRESSLESS ROCK OG wird angestrebt, denn die positiven Effekte sind auch Monate danach noch zu beobachten.

 

 

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19
Februar
2019

Ich schaffs -Ben Furman

Hier eine Erklärung von Dr. Ben Furman, wie das Programm “Ich schaffs” aufgebaut ist und funktioniert! Fokus auf (manchmal fehlende) Kompetenzen, statt Probleme! Ist sehr empfehlenswert!

 

 

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5
Februar
2019

Wer, wie, wo sind wir da in der Schule? Orientierung mit keramischen Elementen

Gewaltpräventionsprojekt mit den 4. Klassen der NMS Albert Schweitzer und einem Lehrer*innenteam unter der Leitung von ISOP Schulsozialarbeit Mag.a (FH) Bibiane Sperger mit künstlerischer Unterstützung und Beratung von Gregor Fauland & Kollegen von Casinos Austria (diese übernahmen die Gehaltskosten für den Keramiker und dessen weitere Helfer*innen!)

In der NMS Albert Schweitzer sind wir täglich mit den Herausforderungen der Migration konfrontiert. Unsere Schüler*innen sprechen über 15 verschiedene Sprachen! Einige sind noch nicht lange in Österreich, während andere aus marginalisierten Familien kommen. Lernen wollen sie zwar alle, doch die Lebensbedingungen unserer Schüler*innen von früher oder jetzt daheim sind oft nicht optimal auf das Lernen abgestimmt.

Umso wichtiger ist es, dass die Schule als Lern- und Lebensort Möglichkeiten der Teilhabe und Gestaltung eröffnet. Anstatt die Defizite der Schüler*innen zu betonen, liegt der Fokus auf den eigenen Potentialen und Ressourcen und es werden alle als kompetente und gestaltende Individuen wahrgenommen.

Die Schüler*innen der 4. Klassen haben nun die Möglichkeit, sich in einem künstlerischen Keramikprojekt aktiv in die Schulgestaltung einzubringen und damit ihren Lern- und Lebensalltag kooperativ mit Tonarbeiten zu gestalten. Wichtig werden in diesem Projekt die Auseinandersetzung mit eigenen und anderen Interessen sowie die Abwägung individueller Ansprüche mit übergreifenden Gemeinschaftsinteressen.

All das wirkt gewaltpräventiv sowohl für die beteiligten Schüler*innen auf der einen Seite als auch für die Schule und allen Menschen, die dort lernen und arbeiten. Zudem können wertvolle pädagogische und soziale Effekte erzielt werden und zwar, dass

 

  • die Schüler*innen sich mit ihrer eigenen Schule stärker identifizieren können

  • die Schüler*innen sich selbst entfalten und sich mittels individuellen und gemeinschaftlichen Tonarbeiten selbst darstellen können

  • die Schüler*innen von den Mitschüler*innen Anerkennung erfahren

  • die Schüler*innen durch Überlegungen zu einem Orientierungsystem in der Schule ihre Selbst-, Sozial-, Sach- und Methodenkompetenz entwickeln können

  • Schüler*innen sich als aktive Gestalter*innen erleben und die Zuversicht gewinnen, Aufgaben eigenständig ebenso wie gemeinschaftlich und ergebnisbezogen gestalten zu können

  • das Gemeinschaftsgefühl innerhalb der Schule und Schülergemeinschaft gestärkt wird

  • die Schule immer mehr zu einem Lern- und Lebensort wird, an dem sich alle wohl fühlen und somit gewaltpräventiv auf alle wirkt!

 

Das Projekt umfasste für die Vorbereitung mehrere Stunden in den verschiedenen Fächern sowie mehrere Tage für die Produktion der künstlerischen keramischen Elemente. Gregor Fauland und seine Kolleg*innen waren uns in der Schule einige Vormittage lang dabei behilflich, die künstlerischen Ideen unserer Schüler*innen in Keramik umzusetzen. Die Ergebnisse wurden dann in den Gängen der Schule von den Schüler*innen selbst so befestigt, dass sie uns allen als Orientierung nützen.

Die Schüler*innen selbst hatten sowohl in der Planung als auch bei der Produktion dieser Elemente großen Spaß und zeigten derart viel Konzentration und Ausdauer, dass sie in der Zeit des keramischen Arbeitens sogar auf die Pausen verzichteten (!). Sie wollten sich nicht aus ihrer Arbeit an den Kunstwerken herausreißen lassen. Die Resultate sind beeindruckend und erfreulich für die ganze Schule.

Es gibt schon weitere Anfragen der Schüler*innen aus nicht beteiligten Klassen, wann sie denn endlich auch solche Tafeln machen dürfen. Gespräche mit der Werken Lehrerin laufen schon!

   

 

 

 

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25
Januar
2019

Gegen Extremismus in der Steiermark

Credit beide Fotos: “next – no to extremism”/Philipp Lihotzky

In der Steiermark gibt es seit Neuestem eine Extremismuspräventionsstelle „next – no to extremism“.  Am 23.1 fand die erste Netzwerkveranstaltung mit Landesrätin Doris Kampus (Soziales und Integration), Landesrätin Ursula Lackner (Bildung und Gesellschaft), Stadtrat Kurt Hohensinner (Soziales, Bildung, Integration) sowie 20 teilnehmenden Organisationen statt. ISOP Schulsozialarbeit ist Teil dieses Netzwerkes. „Warum ist Schulsozialarbeit bei Extremismusprävention dabei?“ fragen sich vielleicht einige? Hier eine kurze Erklärung:

 

„Werden Maßnahmen in der sensiblen Jugendphase gesetzt, die sich nur auf bereits als problematisch erlebte Eigenschaften beziehen, besteht die große Gefahr, einen Entfremdungsprozess weiter zu verstärken und so eine positive Ausbildung der Identität zu gefährden sowie die Anziehungskraft der Szenen, die diese Eigenschaften idealisieren, zu vergrößern.“

Fabian Reicher Sozialarbeiter, Teil des Fortbildungsteams der Beratungsstelle Extremismus

 

In diversen Workshops im Rahmen von Schulsozialarbeit werden Themen wie Gefühle, Gewaltfreie Kommunikation, Selbstwertstärkung, Integration von AußenseiterInnen sowie Gender und Diversity – um nur ein paar Beispiele zu nennen – behandelt. Im Rahmen von diesen Workshops wird die Basis für Extremismusprävention zwar nicht explizit erwähnt, allerdings durchaus gelegt.

Im Jugendalter wird nach der eigenen Identität gesucht. Wer bin ich? Wo gehöre ich dazu?

Viele die radikalisiert werden, brauchen jemanden, der sich um sie Kümmert, jemand der sagt „du gehörst zu uns! Bei uns bist du wichtig!“ Diese Sätze haben die Radikalisierten leider zu selten gehört bzw. gefühlt. In den Schulen dürfen alle Kinder und Jugendliche zu Schulsozialarbeit kommen und ihre Themen ansprechen. Einige brauchen einen Erwachsenen zum Reden – eine Person, die zuhört und vermittelt, dass das Kind/ der/die Jugendliche wichtig ist.

Wir haben lange beobachtet, dass Hilfe anzunehmen ein Lernprozess ist! Auch da ist es wichtig bei den Jüngeren anzusetzen. Wir bringen ihnen bei, dass man nicht alles alleine schaffen muss und, dass es gut ist sich manchmal an jemanden zu wenden, der/die einem weiterhilft.

Alle diese Maßnahmen und Angebote wirken präventiv. Die Kinder und Jugendlichen lernen bereits in der Schule eineN „Kümmerer“ kennen. Schulsozialarbeit bemüht sich die Lücke zu extremistischen Kümmerern zu schließen. In Beratungen und Workshops wird an das Gefühl der Anerkennung, an der Identitätssuche und am Gefühl von Schutz und Zugehörigkeit gearbeitet. Dadurch wird dem Extremismus der Nährboden entzogen.

In der Steiermark gibt es viele Organisationen die sich stark gegen Extremismus machen. Hier sind Informationen über die Auftaktveranstaltung inklusive Beschreibungen über die Organisationen, die mitmachen.

 

 

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