4
Mai
2018

Hasspostings melden mit “BanHate”-App

Gastbeitrag

Die Antidiskriminierungsstelle Steiermark hat eine mobile App zum Melden von Hasspostings entwickelt. Das Melden passiert rasch, unbürokratisch und plattform-unabhängig.

Wir leben in wütenden Zeiten. Hasskommentare, Hetze, Mobbing und Lügenmärchen überlagern oft den gesitteten Meinungsaustausch im Internet. Um Aggression im Cyberspace nicht tatenlos gegenüber zu stehen, gibt es seit rund einem Jahr die App „BanHate“.

Mit der von der Antidiskriminierungsstelle Steiermark initiierten “BanHate”-App funktioniert das Melden des mutmaßlichen Hasspostings nun mit wenigen Klicks: Die Inhalte werden mit Angabe des Diskriminierungsgrundes, Screenshots und Links dokumentiert und danach automatisch an die Antidiskriminierungsstelle weitergeleitet. Dort werden die Postings rechtlich geprüft und im Fall eines diskriminierenden Inhalts beim jeweiligen Provider gemeldet. Zudem ersucht die Antidiskriminierungsstelle Steiermark um Löschung des Postings. Im Fall einer strafrechtlichen Relevanz des geposteten Inhalts kann es auch zu einer Anzeige kommen.

Auschwitz

Dass die App angenommen und gebraucht wird, unterstreicht die Vielzahl an gemeldeten Fällen innerhalb eines Jahres: Knapp 1.000 registrierte User meldeten (Stand Ende März) 1.716 Inhalte. 366 wurden direkt an den Verfassungsschutz weitergeleitet, 910 gingen an die Staatsanwaltschaft. Seit der statistischen Zuordnung Ende März wurden rund 300 weitere Postings gemeldet.

Schwule

Die Antidiskriminierungsstelle Steiermark geht davon aus, dass die Zahlen in diesem Jahr weiter steigen werden. Ein ambivalentes Fazit, ist dies doch auch der Mithilfe jener Menschen ‚geschuldet’, die die Postings melden. „Wir hoffen auf eine starke Beteiligung der Menschen und auf digitale Zivilcourage. Gemeinsam können wir zeigen, dass Hass im Netz keine Chance hat“, meint Daniela Grabovac, Leiterin der Antidiskriminierungsstelle Steiermark. Grabovac betont: „Meinungsfreiheit reicht nur so weit, bis die Rechte anderer verletzt werden. Das Recht nicht beschimpft, verspottet oder als Gruppe
verächtlich gemacht zu werden, gehört selbstverständlich dazu.”

“BanHate” steht im App-Store sowie im Google-Play-Store zum kostenlosen Herunterladen bereit. Um missbräuchliche Nutzung zu vermeiden, müssen sich die Userinnen und User einmalig über eine Mailadresse oder über Facebook registrieren. Die Daten selbst werden anonym behandelt und nicht weitergegeben.

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