15
Dezember
2020

Die Bedeutsamkeit von Zivilcourage im Alltag

Regelmäßig berichten Medien über sogenannte „Alltagshelden“, die oft durch ehrenamtliche Tätigkeiten, wie beispielsweise durch die Begleitung älterer Mitbürger*innen oder die Unterstützung bei Essensausgaben für obdachlose Menschen, einen unersetzlich wichtigen und positiven Beitrag für unsere Gesellschaft leisten. Wenn wir andere aktiv unterstützen und uns gegenseitig füreinander einsetzen, nimmt die Bedeutung von „Zivilcourage“ zu. Möglichkeiten dazu gibt es so gut wie überall und immer. Sei es im täglichen Leben auf der Straße, im Verkehr, an den Schulen oder in unserer täglichen Arbeit. Auch in aktuellen Debatten im Zusammenhang mit der „Corona-Krise“ taucht der Ausdruck immer wieder auf. Aber was genau bedeutet „Zivilcourage“ für unseren Alltag?

Bei Zivilcourage geht es nicht immer um Situationen, die zwischen Leben und Tod entscheiden. Viel öfter ergeben sich Gelegenheiten, im täglichen Leben bei Konflikten sowie bei verbaler und physischer Gewalt Hilfe zu leisten und als „Außenstehender“ mutig einzugreifen. Sich dabei selbst nicht in Gefahr zu bringen, ist essenziell. Der Begriff steht auch dafür, dass sich Personen eine eigene Meinung bilden und diese auch nach außen vertreten, sogar wenn das zu Nachteilen führen kann.

Zivilcourage zu zeigen, ist nicht immer einfach und nicht „angeboren“, jedoch gut erlernbar. Trainingsfeld dazu kann das persönliche Umfeld sein, also die Familie, der Freundeskreis oder auch gute Bekannte. Je öfter man seine eigene Meinung im gewohnten und vertrauten Lebensbereich kundtut, desto einfacher wird es in unbekannten Situationen sein.

Wie kann damit umgegangen werden, wenn man eine Situation beobachtet und/oder sich in unmittelbarer Nähe befindet, in der eine Person „ungerecht“ behandelt wird oder verbale und/oder körperliche Übergriffe stattfinden?

Folgende „Tipps“ können in herausfordernden Situationen unterstützend wirken:

  • Situationen ganz bewusst wahrnehmen
    Oftmals ist es hilfreich, sich folgende Fragen zu stellen: „Was passiert gerade?“, „Warum fühlt es sich so an, gibt es einen Auslöser?“

  • Auf das eigene Bauchgefühl hören
    Meist sagt uns unser Bauchgefühl, dass etwas nicht stimmt, wenn wir ihm Aufmerksamkeit schenken und es nicht „übergehen“. Dieses Gefühl hilft uns, instinktiv „richtig“ zu reagieren.

  • Abschätzung der Situation
    Sich selbst nicht in Gefahr zu bringen und nicht vorschnell zu reagieren, ist eine wichtige „Regel“. Vorerst hilft es, Ruhe zu bewahren und nicht mitzumachen. Wenn man sich dazu fähig fühlt, selbst einzugreifen, kann man durch eine klare Äußerung mitteilen, dass man es nicht gut findet, wie sich bestimmte Personen ausdrücken und/oder verhalten sowie Möglichkeiten aufzeigen, wie ein wertschätzendes Miteinander aussehen könnte.

  • Hilfe bzw. Unterstützung holen
    Nicht jede Situation ist allein lösbar. Oft braucht es Unterstützung von außen und weitere erwachsene Personen können dazu aufgefordert werden, sich einzusetzen.

Es gibt bestimmt viele Situationen, in denen sich eine andere Person für uns eingesetzt hat und ihren Mut gezeigt hat. Das Reflektieren solcher Situationen kann uns selbst Energie und Bereitschaft geben, Empathie für betroffene Menschen aufzubringen und bei herausfordernden Anlässen aktiv hinzusehen und willensstark zu handeln. Zivilcourage zahlt sich aus!

#hilfeholenistnichtpetzen

 

 

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7
Dezember
2020

Gemeinsam kreativ sein – wir haben einen Plan!

Die Mädchengruppe ist ein Freizeitangebot der Schulsozialarbeit, das im Sozialraum 2 seit Jahren ein gut integriert ist. Regelmäßig treffen sich die Mädchen mit uns, um alles Mögliche gemeinsam zu unternehmen, zum Beispiel um zu basteln, zu kochen, zu spielen oder einfach nur zu reden. Dabei ist es uns von Schulsozialarbeit sehr wichtig, den Mädchen eine offene und ungezwungene Atmosphäre zu bieten, also einen Raum zu schaffen, in dem sie sich wohl und verstanden fühlen. Es gibt immer ein offenes Ohr für alle Angelegenheiten und eines ist immer dabei: SPAß!

Für die Mädchengruppe in diesem Schuljahr hatten wir viele, schöne Pläne und dann das: Lockdown! Nach nur zwei gemeinsamen Terminen. Es gehört zu den obersten Zielen von Schulsozialarbeit, für die Mädchen da zu sein und ihnen auch in diesen schwierigen Zeiten ein kleines Stück Routine zu bieten. Und dazu gehört ganz klar die Mädchengruppe am Mittwochabend. Deshalb waren wir fest entschlossen, uns von unseren Vorhaben nicht abbringen zu lassen und trotzdem in der Gruppe kreativ zu sein. Soziale Kontakte und gemeinsame Aktivitäten sind ebenso wertvoll wie wichtig und müssen gefördert werden. Und wenn das live nicht geht, dann eben online und auf dem eigenen Sofa. Aus dem ersten Lockdown wussten wir schon, dass sich die diversen Social-Media-Kanäle zur Kommunikation gut nutzen lassen. Auch sonst waren wir diesmal besser vorbereitet als im Frühling.

In der Woche vor dem Lockdown entwickelten wir zusammen mit den Mädchen schnell neue Ideen, was wir machen können und wie sich das alles am besten umsetzen lässt. Dabei war nicht wenig Kreativität gefragt. Wir machten ein neues Programm für die Online-Mädchengruppe. Außerdem wurde für jedes Mädchen ein kleines Paket mit Bastelmaterialen zusammengestellt und am Montag vor dem Lockdown noch schnell an alle Teilnehmerinnen ausgeteilt. So wurde sichergestellt, dass alle die notwendigen Materialien zu Hause haben und wir gemeinsam kreativ sein können. Denn gut geplant und organisiert lassen sich auch online (fast) alle Ideen verwirklichen. Das Wichtigste aber – und das darf nicht vergessen werden – ist es, den Mädchen zu vermitteln, dass wir alle für sie da sind und dass es, auch wenn wir uns nicht real gegenüberstehen (können/dürfen), doch einen Raum gibt, um sich auszutauschen, um gemeinsam Spaß zu haben und um sich gegenseitig zu unterstützen.

Die erste Online-Mädchengruppe fand gleich in der Woche nach dem Lockdown statt. Mit Stoffstiften und viel Phantasie gestalteten wir gemeinsam tolle Mund-Nasen-Schutz-Masken und machten zum Abschluss sogar noch ein Online-Fotoshooting. Schließlich ist der Mund-Nasenschutz mittlerweile ja ein richtiges Modeaccessoire geworden. Es war eine richtige Freude den Mädchen beim Gestalten zuzusehen.

In der zweiten Woche stand Schmuckbasteln auf dem Programm und zwar mit Hilfe von Fimo. In der Mädchengruppe arbeiteten wir bereits ein paar Mal mit dem tollen Material – weil sich daraus super Schmuckgegenstände herstellen lassen. Auch beim zweiten Termin nahmen online wieder viele Mädchen teil. Es zeigte sich, dass die Organisation vorab und das Bereitstellen der Materialen für zu Hause gut funktionierte. Alle hatten das gleiche Material, es gab ein fixes Programm und die Mädchen konnten sich auf ein paar gemeinsame Stunden freuen.

In der dritten Woche des Lockdowns zeigte sich, dass die Mädchen den Austausch suchten. Sie erzählten viel von zu Hause und auch, dass sie sich sehr darauf freuen würden, endlich wieder eine Live-Mädchengruppe abzuhalten. Aber wir mussten durchhalten – GEMEINSAM. Wir gestalteten Weihnachtskarten. Auch dafür hatten sie das notwendige Material in ihren Tüten. Und wieder entstanden wunderbare, kreative und einzigartige Stücke. Wir entwickelten Sprüche und schauten uns gemeinsam Bilder im Internet an. Auch wenn es online war, es kommt auf den gemeinsamen Aspekt an.

Besondere Zeiten erfordern eben besondere Maßnahmen. Die Mädchengruppe zeigte, dass der Lockdown zwar eine Herausforderung für alle war, aber dass die gemeinsamen Stunden am Mittwoch eine tolle Abwechslung boten, die kreative Zeit genutzt wurde und der Zusammenhalt und die sozialen Kontakte nicht darunter leiden mussten. Wir waren füreinander da, bestärkten uns und – WIR WAREN KREATIV!!!!!!!

 

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2
Dezember
2020

Schulgesundheitspreis: 2. Platz an ISOP Schulsozialarbeit und VS Graz-Hirten!

In Zusammenarbeit mit der Volksschule Graz-Hirten hat ISOP Schulsozialarbeit beim Schulgesundheitspreis mitgemacht, der unter dem Motto „Gesundheit macht Schule. Schule macht Gesundheit“ stand. Eingereicht wurde das Konzept „Mindful Classroom“, das Schulsozialarbeit geschrieben hat und in der Volksschule Graz-Hirten im Schulalltag umgesetzt wird. Dabei geht es darum, in der Klasse und in der Schule überhaupt achtsam und freundlich miteinander umzugehen, was wesentlich für ein gesundes Schulklima ist.

Wissenschaftliche Befunde weisen nach, dass die positiven Gefühle, die erlebt werden, wenn im Umfeld ein freundliches Klima herrscht, die Produktion von Endorphinen anregen und somit Bereiche des Gehirns aktivieren, die mit sozialem Vertrauen in Verbindung stehen. Zudem zeigt die Forschung, dass Freundlichkeit und Achtsamkeit die Fähigkeit erhöhen, nachhaltige soziale Verbindungen zu knüpfen und die Kinder dadurch eine höhere Akzeptanz untereinander genießen können. Dieses integrative Verhalten in achtsamen Klassen wirkt sich positiv auf die psychische Gesundheit aus und kann zum Beispiel konfliktreichen Gruppendynamiken, Suchtverhalten, Mobbing und Gewalt sichtbar entgegenwirken. Selbst kleine Akte der Freundlichkeit wie jemanden strahlend anzulächeln oder interessiertes Nachfragen, wie es dem Gegenüber geht, steigert das Wohlbefinden und vermittelt ein positives Selbstwertgefühl. Kinder, die Teil einer achtsamen Klasse sind, lernen freundlich, respektvoll und wertschätzend miteinander umzugehen, schätzen das Ideelle im Leben, sind perspektivenreich und können Mitgefühl, (Zivil)Courage und Empathie für andere empfinden. Sie stehen Herausforderungen selbstbewusster gegenüber und weisen eine erhöhte Fähigkeit zur Selbstregulation auf. Das Resultat ist ein gesundheitsförderndes Umfeld, in dem Kinder sich sicher fühlen können und ihr persönliches Potenzial ausschöpfen lernen (McAllen [2014], https://www.stuff.co.nz/national/education/63216075/putting-mindfulness-in-the-curriculum).

Schulsozialarbeit leistet im Rahmen des Sozialen Lernens einen wichtigen Beitrag zur Schaffung eines solchen förderlichen Umfelds. Die Kinder lernen sich selbst besser kennen und werden sich ihrer eigenen Ressourcen bewusst, um diese sozial kompetent einsetzen zu können. Sie lernen Achtsamkeit, Wertschätzung und Freundlichkeit untereinander. Schulsozialarbeit schafft einen Raum, wo sie diese Kerngebiete spielerisch und selbst-reflexiv erproben können. Das geschieht etwa durch ein Begrüßungsritual zu Beginn der Stunde, bei dem die Kinder lernen, sich gegenseitig höflich und respektvoll zu begrüßen, bei Braingym- oder Yoga-Übungen, durch die sie lernen, in sich zu gehen und achtsam auf sich selbst und ihren eigenen Körper zu sein, oder bei Spielen, bei denen sie ihre Gefühle benennen und die Gefühle der anderen wahrnehmen lernen. Auch eine „Kindness challenge“ gibt es, bei der Kinder lernen, sich gegenseitig noch bewusster kleine Freuden zu machen.

Wesentlich bei einem „Mindful classroom“ ist aber auch, dass Achtsamkeit und Freundlichkeit niemals nur rein auf den Lehrplan reduziert werden kann. Diese Themen können nur dann nachhaltig verankert werden, wenn sich das gesamte Schulsystem zu einer konsequenten Praxis und zum Wohlergehen aller Beteiligten verpflichtet – Kinder und Erwachsene gleichermaßen. Achtsamkeit kann nur in Schulen gedeihen, in denen ein positives Klima und soziale Wertschätzung eine Priorität darstellen. Und das ist in der VS Graz-Hirten der Fall.

Wir freuen uns sehr über die gute Zusammenarbeit mit der Volkschule Graz-Hirten und, dass wir gemeinsam diesen Schulgesundheitspreis gewonnen haben.

 

 

 

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24
November
2020

Lockdown 2.0

Was haben die Wörter Kindness, Sicherheit, Achtsamkeit, Selbstfürsorge und Routine gemeinsam?

Alle fünf haben ihre eigene Wichtigkeit in herausfordernden Zeiten – so wie auch jetzt, während des zweiten Lockdowns, in dem die Schulen wieder auf Distance Learning umgestellt haben.

Zum einen war es wichtig, allen Kindern, Eltern und Erziehungsberechtigten, Lehrpersonen und Schulleitungen zu vermitteln, dass Schulsozialarbeit auch im Homeoffice für sie erreichbar ist. Alle möglichen Kontaktformen wurden besprochen und die Informationen dazu ausgehängt, sodass sich niemand allein fühlen muss, wenn es im Homeschooling zu einsam werden sollte oder jemand ein offenes Ohr zum Zuhören benötigt.

Zum anderen war es Schulsozialarbeit ein besonderes Anliegen die Schülerinnen und Schüler ge- und bestärkt in die zweite Runde des Homeschoolings zu schicken, weshalb unter anderem die oben genannten Worte nochmals zum Thema gemacht wurden. Es wurde diskutiert und reflektiert, was jede und jeder selbst und auch für andere tun kann, damit es ihnen auch in dieser Zeit gut gehen kann. Gemeinsam sind wir stark und können auch diese Herausforderung schaffen war das Motto!

Vier Schülerinnen des Digital Campus haben für Sie/euch ein Video zusammengestellt: Sie erklären was die Worte für sie bedeuten, warum sie während der Coronazeit wichtig sind, und sie wollen damit die Einstellung verbreiten und teilen, dass sie dieser Zeit mit Zusammenhalt und positiven Gedanken gegenüberstehen.

ISOP Schulsozialarbeit und die Schülerinnen und Schüler wünschen Ihnen/euch alles Gute – bleiben Sie/bleibt gesund!

#spreadloveandkindness

 

 

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18
November
2020

TrauDi!-Kinderrechtepreis

an ISOP Schulsozialarbeit Region Obersteiermark Ost
für ein Projekt an der MS Bruck/Mur

In Zusammenarbeit mit dem Verein „Christina lebt“ konnte das Projekt „Über Mauern schauen – Toleranz und Achtsamkeit, jede*r ist Teil unserer Gesellschaft“ initiiert werden, das im Zuge der Verleihung des TrauDi!-Kinderrechtepreises mit dem ersten Platz belohnt wurde.

Schüler*innen der vierten Klassen konnten im Rahmen von Workshops zu den Themen Achtsamkeit und Toleranz sich selbst mit ihren eigenen Stärken und Schwächen kennen­lernen und mit dem Verein „Christina lebt“ Erfahrungen dazu sammeln, was es bedeutet, in unserer Gesellschaft mit einer Behinderung zu leben. Wie wird damit umgegangen, wie wird einander begegnet, welche Hindernisse kommen auf einen zu? Die Teilnehmer*innen durften selbst mit dem Rollstuhl fahren, lernten die Blindenschrift kennen, kommunizierten mit einer gehörlausen Dame in Gebärdensprache und sollten auch einen behinderten­gerechten Urlaub „buchen“.

Die Idee zu diesem Projekt hatte der Klassenvorstand der 4b-Klasse, die viele Schüler*innen aus unterschiedlichem soziokulturellem Kontext besuchen, insbesondere auch solche mit Migrationshintergrund und sonderpädagogischem Förderbedarf. Aufgrund dieser Unterschiede kam es in der Klasse hin und wieder zu Problemstellungen, denen die Jugendlichen mit manchmal „unschönen“ Verhaltensweisen begegneten. Im Fach Soziales Lernen, das vom Klassenvorstand unterrichtet wird, wurde schon bisher immer wieder auf diese Thematiken eingegangen. Im Rahmen der Workshops mit ISOP Schulsozialarbeit über Achtsamkeit und mit dem Verein „Christina lebt“ wurde versucht, solchen unangebrachten Reaktionen weiter entgegenzuwirken.

Die Vortragende Rosina Schaffernak, selbst behindert, stellte ihre Erfahrungen und ihre Herausforderungen im Alltag vor. Die Schüler*innen erkannten durch verschiedene Übungen – wie selbst mit einem Rollstuhl fahren, sich vorstellen in Gebärdensprache, blind durch einen Parcours gehen, einen behindertengerechten Urlaub „buchen“ – und auch durch Erzäh­lungen über ihre eigenen Erlebnisse sowie Ängste, wie wertvoll jeder Mensch in seiner Eigenart ist und wie wichtig Unterschiede in einer Gesellschaft sind. Sie lernten zudem, wie schwierig der Alltag mit einer Behinderung ist, was man alles bedenken muss und wie Menschen mit Behinderung begegnet wird. In der Folge überdachten sie auch ihr eigenes Verhalten gegenüber anderen.

Im Workshop über Achtsamkeit bekamen die Schüler*innen Einblick in den Umgang mit sich selbst, was ihnen selbst guttut, wie sie ihren Körper spüren, wie sie zu ihrer inneren Ruhe finden. Die Jugendlichen waren umso begeisterter bei der Sache, weil es auch um ihre eigenen Belange ging. Sie konnten erkennen, was sie selbst brauchen und wie sie daher auch mit anderen umgehen sollten. Einige Meinungen und Einstellungen der Jugendlichen haben sich geändert, insbesondere da sie in diesem Rahmen gelernt haben, wertvoller miteinander zu agieren. Dadurch begegnen sie Problemstellungen im Umgang mit anderen nun offener und sorgsamer.

Chancengleichheit war für manche der Schüler*innen geradezu ein Fremdwort und in diesem Projekt konnten sie sich damit näher auseinandersetzen. Sie haben gelernt, was sie selbst dazu beitragen können und welche Auswirkungen es sogar auf sie selbst haben kann, wenn achtsamer und respektvoller Umgang in der Klasse gelebt wird.

 

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17
November
2020

Die etwas andere Preisverleihung

TrauDi! – Der Steirische Kinderrechtepreis 2020

Anlässlich des Internationalen Tages der Kinderrechte am 20. November wurde auch in diesem Jahr wieder der TrauDi! – der Steirische Kinderrechtepreis vergeben. Große Veranstaltungen waren wegen der Coronavirus-Pandemie nicht erlaubt und so musste auch die alljährliche große Kinderrechtegala im Grazer Dom im Berg ausfallen. Für die Preisverleihung am 13. November ließ sich das Kinderbüro deshalb etwas Neues einfallen: Die Preisträger*innen wurden in Videos auf dem steirischen TV-Sender kanal3 sowie auf der Homepage und auf den Social Media-Seiten des Kinderbüros vorgestellt (zum Nachschauen auf youtube).

In der Kategorie „Projekte in Schulen und Kindergärten“ ging einer der TrauDi!s – der 1. Preis – an das Projekt „Über Mauern schauen – Toleranz und Achtsamkeit, jede*r ist Teil unserer Gesellschaft“, das von ISOP Schulsozialarbeit (Bildungsregion Obersteiermark Ost) gemeinsam mit dem Verein Christina lebt in Kooperation mit den NMS Bruck an der Mur durchgeführt und eingereicht wurde. Eine Beschreibung des ausgezeichneten Projekts gibt es hier.

Sehr interessant ist auch der folgende Clip der Videopreisverleihung mit Interviews zum Projekt:

Und hier noch ein paar Fotoimpressionen von der Überreichung des Preises an ISOP Schulsozialarbeit, den Verein Christina lebt und die MS Bruck an der Mur:

 

 

 

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17
November
2020

Erreichbarkeiten auch im Lockdown

 
Bei Fragen zum Schulbetrieb und Corona stehen österreichweit die Corona-Hotline des Bildungsministeriums unter der Nummer 0800 21 65 95 (Mo-Fr von 8.00-16.00 Uhr) und das Bürger/innenservice des BMBWF unter 0800 20 56 76 (Mo-Fr von 9.00-16.00 Uhr) zur Verfügung.
 
In den einzelnen Bundesländern stehen die Servicehotlines der jeweiligen Bildungsdirektion bereit. Alle Telefonnummern und Zeiten finden Sie hier: www.bmbwf.gv.at/hotlines.
 
Die Schulpsychologinnen und Schulpsychologen stehen bei Sorgen und Ängsten kostenfrei in allen Bildungsregionen zur Verfügung. Alle Kontakte finden Sie hier: www.schulpsychologie.at.
 
An den Schulen mit Schulsozialarbeit stehen die Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter zur Verfügung – auch für die Schülerinnen und Schüler! Kontaktdaten u.a. auf den Schulhomepages zu finden!
 
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10
November
2020

Spielemon.at 2020 – Online

Eigentlich sollte zwischen Ende Oktober und Ende November “Zusammenspiel – ein Spielemon.at” an verschiedenen Orten in Österreich und nur zum Teil auch im Internet stattfinden. Die aktuelle Coronasitution hat die Veranstalter*innen dazu gezwungen, das Spielefestival ganz in die Online-Community zu verlegen.

Wer Lust hat, neue Spiele kennenzulernen, oder gleich online zu spielen, findet das Programm und andere Informationen auf der folgenden Internetseite von Ludovico:

https://www.ludovico.at/index.php/festivals/festival-der-spiele-2020-unsere-alternative

Auf Youtube
https://www.youtube.com/playlist?list=PLiU7fBFykoLICdo3214Ax7c6p2GoV70kl

Oder unter den Veranstaltungen auf facebook:
https://www.facebook.com/events/649975765912957

Viel Spaß beim Schmökern und Ausprobieren!

 

 

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6
November
2020

Buddy-Ausbildung – „das Making-of“

Über das Buddy-Projekt an sich und auch über die Buddy-Ausbildung haben wir schon öfters berichtet. Daher soll sich dieser Beitrag dem „Making of“ der Buddy-Ausbildung widmen, insbesondere der Frage:  Welche Schritte sind zu gehen, bevor die Ausbildung startet?

Am konkreten Beispiel einer NMS, an der die Schulsozialarbeit seit vielen Jahren die Buddy-Ausbildung organisiert und durchführt, soll ein kleiner Blick hinter die Kulissen  stattfinden. Mehr kann es auch nicht sein als ein kleiner Blick, denn selbstverständlich passt jede*r Schulsozialarbeiter*in die Art, die Dauer und die Durchführung der Buddy-Ausbildung (und deren Vorbereitung) an die gegebenen Möglichkeiten und Bedingungen am eigenen Standort an.

Und wie läuft es jetzt ab, bis alle auszubildenden Schüler*innen der 7. Schulstufe zur ersten Sitzung zusammenkommen?

Zuerst findet natürlich eine sorgfältige Terminplanung und Absprache mit den betreffenden Klassenvorständen, Fachlehrer*innen und der Schulleitung statt. An der NMS, die als Beispiel dient, verläuft die Vorbereitung der Buddy-Ausbildung dann in den folgenden sechs Schritten, die von Schulsozialarbeit  in allen dritten Klassen am Standort während der Unterrichtszeit durchgeführt werden:

  1. Vorstellung des Buddy-Projekts:
    Ablauf, Arbeitsumfang, Aufgaben der Buddys, HInweis auf Freiwilligkeit und Verantwortlichkeit, Hinweis auf verpflichtende Teilnahme an der Buddy-Ausbildung, Klärung offener Fragen.

  2. Austeilen der Bewerbungsunterlagen und Einverständniserklärungen (für die Nachmittagseinheiten):
    Diese erhalten alle Schüler*innen, die sich beteiligen möchten. Weiters wird ein Elternbrief ausgeteilt, in dem sich Schulsozialarbeit im Vorfeld für die Kooperation der Eltern und Erziehungsberechtigten bedankt und diese zur Unterstützung ihrer Kinder ermuntert.

  3. Absammeln der Bewerbungsunterlagen und Einverständniserklärungen.:
    Ab jetzt wird es für die Buddy-Anwärter*innen verpflichtend, an der Ausbildung teil zu nehmen. In der Bewerbung werden Motivation und Interesse der Schüler*innen abgefragt. Eine Frage lautet z.B.: „Was glaubst du, warum wir dich als Buddy auswählen sollten?“ Im zweiten Teil der Bewerbung sollen die Schüler*innen ihre Fähigkeiten im sozialen Umgang mit (jüngeren) Schüler*innen darstellen (durch Multiple-Choice-Verfahren).

  4. Durchführung der Hearings:
    Nachdem Schulsozialarbeit alle Bewerbungen gelesen hat, finden die Hearings statt. Alle Buddy Anwärter*innen kommen einzeln, nacheinander zur Schulsozialarbeit und führen mit dieser (auf Grundlage ihrer abgegebenen Bewerbungen) ein persönliches Vorstellungsgespräch. In begründeten Einzelfällen kann die Schulsozialarbeit an dieser Stelle Buddy-Anwärter*innen ausschließen. Ein möglicher Grund hierfür kann etwas eine unzureichend ausgefüllte Bewerbung sein oder im persönlichen Gespräch lässt sich kaum Motivation und Wille zur Verantwortungsübernahme feststellen.

  5. Willkommen der Buddy-Anwärter*innen:
    Sind alle Vorstellungsgespräche geführt, werden die neuen Buddy-Anwärter*innen von Schulsozialarbeit feierlich willkommen geheißen. Dies ist für die Drittklässler*innen ein aufregender und wichtiger Moment („Hab‘ ich es geschafft? Bin ich aufgenommen worden zur Ausbildung?…“ ) Dann wird den teilnehmenden Schüler*innen der aktuelle Terminplan, sowie ein weiterer Elternbrief ausgehändigt. Der Terminplan wird in der Klasse ausgehängt.

Erst danach beginnt die Ausbildung der Buddy-Anwärter*innen, die an vier Nachmittagen stattfindet.

Am Ende erhalten alle Buddys von Schulsozialarbeit in einer feierlichen Zeremonie eine Urkunde verbunden mit Dank und Anerkennung. Das findet in der Unterrichtszeit statt und stellt für die Schüler*innen zumeist ein persönlichkeitsstärkendes Highlight im Schuljahr dar.

In einem letzten Schritt bedankt sich Schulsozialarbeit im Rahmen einer Konferenz bei allen beteiligten Lehrer*innen und der Schulleitung für die  Kooperation, ohne die eine solche Ausbildung für die Schüler*innen nicht möglich wäre!

 

 

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3
November
2020

Lessons learned

Was Schulkinder aus der Zeit des Homeschoolings mitgenommen haben

Unmittelbar nach der Wiedereröffnung der Schulen wurden an allen von ISOP Schulsozialarbeit betreuten Schulen Workshops abgehalten, in denen Kindern die Möglichkeit geboten wurde, über die Zeit des sogenannten „Lockdowns“ nachzudenken. Dabei wurden einerseits unangenehme Erlebnisse thematisiert und gemeinsam reflektiert; andererseits wurden aber auch angenehme Erfahrungen in den Mittelpunkt der Diskussion gerückt. Um einen Eindruck vom Ablauf und den teils überraschenden Ergebnissen zu geben, werden im Folgenden die Workshops beschrieben, die an insgesamt 8 Klassen der Mittelschule Trofaiach bzw. der Neuen Mittelschule Kapfenberg (Sport) stattfanden.

Schon im ersten Teil der Workshops, der Abfrage der Befindlichkeit mit anschließender Diskussion konnte bemerkt werden, wie unterschiedlich die Kinder die Zeit der geschlossenen Schulen angenommen haben. Es wurde einzeln abgefragt, wie es „momentan“ geht im Hinblick auf „Coronazeit“.

Auch beim zweiten Teil der Workshops, dem „Brainstorming“ („Was fällt dir spontan ein, wenn du an die Zeit denkst, in der die Schule zu war?“) konnte in den Gruppen festgestellt werden, wie unterschiedlich diese Zeit wahrgenommen wurde: Die spontanen Angaben reichten von eindeutig positiv konnotierten Begriffen wie „Spaß“ oder „coole Zeit“ bis hin zu negativen wie „Tod“ oder „deprimiert“.

In einem gemeinsamen Austausch (Diskussion und Reflexion) wurde auf Einzelbeispiele eingegangen. Im Vordergrund stand das Sichtbarmachen von differenzierten Wahrnehmungen. So wurden beispielsweise selbst wortgleiche Nennungen in der Diskussion unterschiedlich bewertet: Die „Zeit mit der Familie“ oder das „Alleine-Sein“ wurden sowohl als angenehm als auch als sehr unangenehm wahrgenommen.

Am Ende standen „lessons learned“ auf dem Programm. Ausgehend von einer „funktionalistischen“ Sichtweise wird hierbei davon ausgegangen, dass selbst unangenehme Erfahrungen nicht nur einen positiven Aspekt für die Weiterentwicklung in sich tragen, sondern viel mehr noch, dass gerade neue und schwierige Situationen eine „Funktion“ haben. Dementsprechend wurden die Kinder gefragt, was die Zeit der geschlossenen Schulen denn für sie „gebracht hat“. Was habe ich gelernt? Was war neu für mich? Und – von ganz besonderer Bedeutung: Was nehme ich aus dieser Zeit mit?

Außerdem gab es unter anderem folgende Nennungen:

Selbstvertrauen, Hygiene, Traktorfahren, Lackieren, Abstand halten, Dinge gegen Langeweile, Boden rausreißen, mehr Tricks, mehr Zeit mit Familie, Freund*innen und Eltern, Selbstständigkeit, bessere Aufschläge, bessere Alleinbeschäftigung, Kochen, Wertschätzung Anderer, Beachtung von Regeln, Geduld, Umgang mit Zeit, „nicht alles ist schön“, „nicht alles auf die leichte Schulter nehmen“, Gutes für Umwelt, andere Ernährung, Neue Gewohnheiten, mehr Schlaf, „Kopf hoch und weiter“, Autofahren, bessere Zeiteinteilung, Babysitting, Ruhe

Insgesamt können 4 Kategorien festgemacht werden, in denen sich die Erfahrungen, die aus der Zeit des Homeschoolings mitgenommen wurden, abbilden lassen:

  1. Schulischer Lernerfolg
    Leistungssteigerung in bestimmten Fächern, Distance-learning etc.

  1. Verbesserung bestimmter (auch nicht-schulischer) Fähigkeiten
    Sportliche Erfolge, Fähigkeiten im Haushalt oder im Spiel etc.

  1. Neue, andere Freizeitbeschäftigung
    Hobbies, Spiele, Umgang mit Familie etc.

  1. Neubewertung gewohnter Muster
    Zeit mit der Familie, gemeinsames Essen, Schlafrhythmus etc.

Persönliches Fazit (Schlussfolgerung):
Die Kinder haben größtenteils diese Phase der Schulschließungen gut „überstanden“, und wichtige Erfahrungsschätze konnten „gefunden“ werden. Voraussetzung dafür ist aber zweifellos das Transparentmachen derselben und der kritische Austausch darüber.

 

 

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