18
Januar
2022

Die „Dezember-Challenge“

in Kooperation mit dem Jugendzentrum ECHO

Ein großer Teil der Schüler*innen musste in diesem Schuljahr quarantänebedingt bereits viele Tage, teilweise sogar mehrere Wochen zuhause bleiben. Weder die Schule noch diverse Freizeitangebote durften besucht werden. In Lockdown 1 und 2 hatten die meisten Schüler*innen auf Alltag, Aktivität, Schulbesuch und gemeinsame Freizeitgestaltung gehofft und jede Möglichkeit auf persönliche soziale Kontakte genutzt. Spätestens in Lockdown 4 wurden Frustration und Passivität aber zunehmend spürbar: Die Kinder und Jugendlichen zogen sich mehr und mehr zurück, manche verließen kaum noch ihre Zimmer, geschweige denn die Wohnung. Die Schulsozialarbeiter*innen bemühten sich darum, trotz allem mit möglichst vielen Schüler*innen in Kontakt zu bleiben – unabhängig davon, ob sie den Präsenzunterricht besuchten oder zuhause geblieben waren.

Die Schulsozialarbeit der MS Fröbel und das Jugendzentrum ECHO arbeiten seit Jahren eng zusammen. Es gibt eine gemeinsame Mädchengruppe, eine Bubengruppe und themenspezifische Aktionen. Die Angebote werden vor allem nach dem jeweils aktuellen Bedarf und den covidbedingten Möglichkeiten gestaltet. Bereits in den vorangegangenen Lockdowns hatte es sich bewährt, sich über wahrgenommene Schwierigkeiten auszutauschen und dementsprechend bedarfsorientierte Angebote zu setzen. Anfang Dezember schilderte eine Schülerin, die zwar den Präsenzunterricht nicht besuchte, aber am Nachmittag zu den erlaubten Einzelgesprächen ins Jugendzentrum ECHO kam, der Schulsozialarbeiterin und den ECHO-Mitarbeiter*innen sehr eindrücklich die Gefühle, die dazu führen, dass sich Jugendliche zurückziehen und beispielsweise auch über ihre Traurigkeit nicht mehr sprechen wollen. Es erschien ihr als Herausforderung, wieder aktiver zu werden, wieder hinaus zu gehen, wieder soziale Kontakte pflegen zu wollen. Die Idee zur „Dezember-Challenge“ war geboren.

Gemeinsam wurden Aufgabenstellungen kreiert, deren Absolvierung allen Kindern und Jugendlichen möglich sein sollten. Egal ob zuhause, zu zweit, in der Schule oder direkt im Jugendzentrum – für jede Lebenssituation sollten lösbare Aufgaben dabei sein. Ziel war es, die Schüler*innen zu motivieren und zu aktivieren und ein „Gemeinsam-Gefühl“ entstehen zu lassen. Die Aufgabenstellungen, die von Bewegungsangeboten bis hin zu kreativen Arbeitsaufträgen reichten, wurden in einem Brief verschriftlicht (siehe Foto). Die Briefe wurden dann von der Schulsozialarbeiterin und den ECHO-Mitarbeiter*innen an interessierte Kinder und Jugendliche ausgegeben.

25 Schüler*innen nahmen an der Challenge teil, lösten ihre Aufgaben alleine oder in Kleingruppen, konnten sich selbst und andere motivieren. Durch die Vielzahl an Möglichkeiten (Bewegung, Basteln, Rätsellösen, Fotobearbeitung, …) konnten sogar einige Schüler*innen erreicht werden, die davor bei außerschulischen Freizeitangeboten noch nicht dabei gewesen waren.

Damit alle Kinder und Jugendlichen die Möglichkeit hatten, zumindest einen Teil der Aufträge erfüllen zu können, war dafür acht Tage lang Zeit. Die Mehrzahl von ihnen brachte die jeweiligen „Beweise“ aber bereits im Laufe der Challenge selbständig ins ECHO. Einige Schüler*innen nutzten auch die Chance, das Jugendzentrum gegen Ende der Challenge in Begleitung der Schulsozialarbeiterin besuchen zu dürfen. Die Teilnehmer*innen bekamen ihre Gewinne, je nachdem wie viele Aufgaben sie gelöst hatten (vorbereitete Papiertüten mit Salzgebäck, Süßigkeiten, einer Mandarine und Überraschungsgutscheinen). „Nebenbei“ konnte sowohl in der Schule, als auch im Jugendzentrum, einzeln und in Kleingruppen über das fordernde Jahr 2021 gesprochen werden – mit besonderem Fokus auf die persönlichen Ressourcen und Resilienzfaktoren.

 

 

 

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