7
Dezember
2021

Wie reagieren, wenn Kinder im Internet nicht altergerechte Inhalte konsumieren (wollen)?

Kurz vor den Herbstferien hat unser Subunternehmer und Kooperationspartner „sofa – Verein für Schulsozialarbeit“, der mehrere Pflichtschulen im Bezirk Graz-Umgebung betreut, einen Elternbrief ausgesandt. Darin finden sich hilfreiche Tipps, wie Erwachsene, insbesondere Eltern und Erziehungsberechtigte damit umgehen können, dass Kinder und Jugendliche im Internet einfachen und schnellen Zugang zu nicht altersgerechten, oft verstörenden oder sogar traumatisierenden Inhalten in Videospielen und Streamingdiensten haben. Da es sich dabei um ein hochaktuelles Thema handelt, das für sehr viele interessant ist, gibt es den Text des Elternbriefs hier zum Nachlesen.

Liebe Eltern,
liebe Erziehungsberechtigte,

wir möchten Sie mit diesem Informationsschreiben auf eine Problematik hinweisen, die uns vermehrt aufgefallen ist und über die wir Sie wie folgt informieren möchten:

Immer wieder kommt es vor, dass Schüler*innen bei der Nutzung unterschiedlicher Medien auf Themen stoßen, die nicht passend für ihre Altersgruppe sind, da sie Gewalt, Straftaten und verstörende Inhalte zeigen. Dies bezieht sich nicht nur auf Videospiele, welche erst ab 14, 16 oder 18 Jahren freigegeben sind, sondern mittlerweile auch auf Serien, welche erst ab 16 Jahren erlaubt sind. Diese üben natürlich eine große Faszination auf Kinder aus, vor allem dann, wenn sie zum Gesprächsthema in der Schulpause werden. Derzeit übt vor allem die Netflix-Serie „Squid Games“ eine große Anziehung auf die Kinder aus, in welcher Menschen skrupellos in einem harmlos wirkenden Setting ermordet werden.

Wir möchten darauf hinweisen, dass diese Inhalte traumatisierend für Kinder sein können und möchten Ihnen, angelehnt an Tipps von der Fachstelle SaferInternet.at, Empfehlungen zum Umgang mit diesen Medien geben!

So können Sie Ihr Kind schützen:

  1. Treffen Sie vorbeugende Maßnahmen!

Sie können bei dem Streamingdienst eine Kindersicherung installieren, die Ihr Kind davor schützt die beschriebenen Inhalte zu konsumieren. Dies gelingt Ihnen folgendermaßen:

Loggen Sie sich über einen Internetbrowser unter www.netflix.com ein.

  • Wählen Sie bei allen Erwachsenenprofilen den Menüpunkt „Profilsperre“ und den Button „Ändern“

  • Ihr Netflix-Passwort muss nun erneut eingegeben werden

  • Haken Sie bei dem Kästchen „PIN für den Zugriff auf das Profil von_________erfordern“ an

  • Geben Sie einen selbstgewählten PIN ein

Tipp: Bitte wählen Sie einen PIN, den nur Sie kennen und wählen Sie außerdem aus, dass beim Erstellen eines neuen Profils ebenso dieser PIN erforderlich ist!

  • Zum Abschluss klicken Sie auf Speichern!

Wiederholen Sie diesen Vorgang am besten für alle Profile! Optional können Sie die Sperre auch für den Kinderbereich einrichten. Es gibt auch die Option, konkrete Titel (wie z.B. „Squid Game“) zu sperren, sodass diese gar nicht erst entdeckt oder abgespielt werden können.

 

  1. Informieren Sie sich über die Computer- und Konsolenspiele bzw. Serien, mit denen sich Ihr Kind beschäftigt.

Lassen Sie sich von Ihrem Kind aktuelle Lieblingsseiten, -spiele oder -anwendungen zeigen und versuchen Sie zu verstehen, warum Ihr Kind diese toll findet. Machen Sie die Internet- und Handynutzung zu einem gewohnten Thema in Ihrer Familie.

Auf www.saferinternet.at werden besonders aktuelle Faszinationen thematisiert; schauen Sie am besten regelmäßig auf der Website vorbei.

Bei Spielen, bei denen Sie sich nicht sicher sind, ob sie für die Altersgruppe Ihres Kindes geeignet sind, ist die Altersinformation am Spiel selbst ein guter Richtwert.

 

  1. Sprechen Sie mit Ihrem Kind über die Inhalte der Spiele und Serien und äußern Sie auch die Bedenken, die Sie haben.

Oftmals fasziniert es Kinder, über eigene Grenzen zu gehen und Erfahrungen zu machen, die sie noch nicht richtig zuordnen können. Das führt möglicherweise dazu, dass Kinder verunsichert werden und Ängste entstehen. Eine gute Gesprächsbasis ist das Um und Auf, um passen auf diese Erfahrungen zu reagieren bzw. darauf einzugehen.

 

  1. Vereinbaren Sie klare Regeln für den Medienkonsum und beschränken Sie die Bildschirmzeit Ihres Kindes. Achten Sie auch auf die Einhaltung dieser Regeln!

Diese können z.B. den zeitlichen Umfang, die genutzten Inhalte oder den Umgang mit Bildern und persönlichen Daten betreffen. Stellen Sie diese Regeln gemeinsam und transparent auf und fordern Sie deren Einhaltung auch konsequent ein auch wenn das für Sie anstrengend sein kann.

 

  1. Trotz allem übertreffen die Chancen von digitalen Medien deren Gefahren und Nachteile – ein gänzliches Verbot von Medienkonsum wird daher als Lösung nicht empfohlen!

Wie bereits erwähnt ist es sinnvoll, das Gespräch mit Ihrem Kind zu suchen und regelmäßig über mögliche Gefahren und Konsequenzen zu sprechen. So lernt Ihr Kind zu verstehen, weshalb Sie nicht möchten, dass es Inhalte konsumiert, welche Gewalt und andere nicht kindgerechte Themen zeigen.

Wenn Sie noch Fragen oder ein Anliegen zu den oben genannten Inhalten haben, melden Sie sich gerne bei Ihrer zuständigen Schulsozialarbeiterin. [Homepages der Einrichtungen anschauen und/oder der Schulen.]

Wir danken für Ihre Aufmerksamkeit und wünschen erholsame Herbstferien!

Herzliche Grüße

 

 

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