2
Februar
2021

Schulsozialarbeit an der Handelsschule der Medien HAK Graz in Zeiten der Corona-Krise

Zentrales Anliegen der Schulsozialarbeit ist es, Kinder und Jugendliche im Prozess des Erwachsenwerdens zu begleiten und sie in ihrer Persönlichkeitsentwicklung zu fördern. Die Schüler*innen der Handelsschule sind in einem Alter, in dem man sich manchmal alleine fühlt, aber außerschulische Unterstützungsmöglichkeiten nicht nutzen möchte. Umso wichtiger ist es, dass ein Schulsozialarbeiter oder eine Schulsozialarbeiterin als Vertrauensperson zur Verfügung steht.

Im Rahmen der kontinuierlichen Begleitung werden Selbstvertrauen und Eigenverantwortung gestärkt. Die Jugendlichen üben sich darin, konstruktive Möglichkeiten im Umgang mit herausfordernden Situationen zu entwickeln. So kann auch Schulabsentismus oder einem vorzeitigen Schulabbruch entgegengewirkt werden.

In der Handelsschule der Medien HAK Graz ist die Schulsozialarbeiterin vom ersten Schultag an in die Abläufe eingebunden. Sie nimmt an den Kennenlerntagen der ersten Klassen teil und ist in der Folge wöchentlich einen fixen Vormittag lang in der Schule. Die Schüler*innen dürfen während der Unterrichtszeit Beratungsgespräche in Anspruch nehmen – sei es präventiv oder bei akuten Problemen. Der Bedarf geht weit über die Unterrichtszeit hinaus.

Die Erfahrung der vergangenen Jahre zeigt, wie wichtig die ersten Monate eines Schuljahres sind. In Austausch mit der Schulsozialarbeiterin investieren die Klassenvorständ*innen viel Zeit in das Entstehen eines sozialen Miteinanders. Im laufenden Schuljahr waren die Schüler*innen bisher maximal 30 Tage in der Schule (einige aufgrund von Krankheit oder Quarantäne deutlich weniger), weil der Schulbetrieb danach auf Distance Learning umgestellt wurde. Das stellt vor allem für die Schüler*innen der ersten Klassen eine große Herausforderung dar.

Seither ist die Schulsozialarbeiterin ganztägig telefonisch, via MS Teams und via Sozialer Netzwerke erreichbar. Auch dieses Angebot wird rege genutzt. In den vertraulichen Gesprächen geht es einerseits um schulische Belange, vorrangig aber um persönliche Themen der Jugendlichen. Denn abgesehen von den Herausforderungen des Distance Learning, zuhause in teils engen Räumlichkeiten und vor allem fernab von persönlichen Kontakten zu anderen Jugendlichen (was in diesem Alter von immenser Bedeutung wäre), gibt es weit schwerwiegendere Themen als das Erledigen von schulischen Arbeitsaufträgen.

Schulsozialarbeit ist nicht nur für alle Schüler*innen da – Schulsozialarbeit ist auch für alle Themen offen.

Können die Jugendlichen über ihre persönlichen Anliegen sprechen, öffnet das meist auch die Tür zu schulischen Themen. Es braucht oft viele intensive Gespräch, um Schüler*innen motivieren zu können, an ihre Zukunft zu glauben und – trotz aller aktuellen, coronabedingten Hürden – wieder am Unterricht teilzunehmen. Gerade in Zeiten der Krise wird der Bedarf an Unterstützungsangeboten offensichtlich. Wenn „Normalität“ in der Ferne liegt, braucht es Stabilität durch vertraute Bezugspersonen.

Ein großer Dank gilt dem hochengagierten Team der Medien HAK Graz für das entgegengebrachte Vertrauen und die gute Zusammenarbeit!

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