23
Februar
2021

#ausgesprochen unaufgeregt

In der täglichen Arbeit von Schulsozialarbeit mit Kindern und vor allem Jugendlichen sind Sexualität und Beziehungen brennende Themen. Der Informationsbedarf dazu ist groß und die Zeit immer zu knapp, weshalb wir froh sind, auch auf Angebote externer Einrichtungen zurückgreifen bzw. verweisen zu können. Besonders positiv aufgefallen ist uns dabei die Arbeit von “lil* – Zentrum für Sexuelle Bildung, Kommunikations- & Gesundheitsförderung”. Gern geben wir daher dem Lil*-Team die Gelegenheit, sich und ihre digitalen Angebote hier selbst vorzustellen.

Unaufgeregt über Sexualität, Beziehungen, Intimität und Identität sprechen und dabei wichtige Informationen vermitteln – das ist das Ziel unserer neuen Webseite ausgesprochen.jetzt. Denn über das Normale zu sprechen kann manchmal ganz schön kompliziert sein.

Ganz digital normal

Besonders Jugendliche nutzen das Internet heute häufig zur Informationssuche. Genauer gesagt: jede zehnte Minute ihrer Zeit online verbringen Jugendliche zwischen 12 und 19 Jahren im Schnitt damit, gezielt nach Informationen zu suchen. Dabei ist vor allem die Videoplattform YouTube sehr beliebt und wird von 90% der Jugendlichen regelmäßig besucht.1 Was Jugendliche allerdings finden, wenn sie im Internet nach Informationen suchen, ist oftmals weder altersadäquat noch faktisch richtig.

Nicht immer lassen sich komplexe Zusammenhänge in Bildern einfacher ausdrücken als durch Worte, aber Worte alleine sind manchmal eben auch nicht genug. In der wahrscheinlich #unaufgeregtesten deutschsprachigen Web- und Video-Enzyklopädie www.ausgesprochen.jetzt verbinden wir deshalb beides miteinander und wollen dadurch eine Möglichkeit schaffen, sich auf #ausgesprochen unverkrampfte Art und Weise mit dem Thema Sexualität beschäftigen zu können.

Hochwertige Sexuelle Bildung für Zuhause

In Pandemie-Zeiten, in denen digitale Medien und der digitale Austausch noch wichtiger geworden sind, bieten wir mit unserer neuen Website #ausgesprochen also nun auch online qualitätsvolle Sexuelle Bildung an.

Hier werden Themen wie erste Male, Menstruation, Pornografie, Konsens, gesunde Beziehungen und noch viele andere aufgegriffen und konkret behandelt.

Diese Videos haben den Vorteil, dass Jugendliche sie anonym und kostenlos anschauen können. Außerdem können sie sich Videos zu genau den Themen aussuchen, die sie gerade interessieren oder beschäftigen. Und wenn eine Passage für sie besonders spannend ist, können sie diese gleich nochmal anschauen. Das geht im echten Leben nicht so einfach. #ausgesprochen schließt damit eine Lücke in deutschsprachigen Bildungsangeboten zu Themen der Sexualität.

… und natürlich auch für uns alle!

Die Webseite #ausgesprochen eignet sich aber nicht nur für Jugendliche. Besonders für Lehrer*innen, Schulsozialarbeiter*innen, Pädagog*innen oder Eltern können die Kurzvideos eine Art Fortbildungs- und Anleitungscharakter haben. Denn zum einen können sich Erwachsene, wenn sie sich die Videos in Ruhe anschauen, selbst ganz persönlich mit den Themen auseinandersetzen, zum anderen können sie am Inhalt der Videos erkennen, welche Fragen Kinder und Jugendlich zu diesem Thema haben und wie diese beantwortet werden könnten.

#ausgesprochen unaufgeregt in der Schulsozialarbeit?!

Unter den Videos finden Besucher*innen der Webseite außerdem verschiedene Zusatzmaterialien, wie etwa eine Infobox, verschiede Reflexionsfragen oder FAQ’s. Diese können gemeinsam mit den Videos in die Praxis mitgenommen werden. Für Schulsozialarbeiter*innen bietet es sich beispielsweise in Einzel- und Beratungssettings an, sich eines der Videos gemeinsam mit dem*der Jugendlichen anzuschauen und dann darüber zu sprechen. Das gleiche funktioniert auch in Gruppensettings gut. Die auf der Webseite bereitgestellten Reflexionsfragen können anschließend dabei helfen, einen Austausch in der Gruppe anzuregen.

In den FAQ’s können Jugendliche Antworten auf häufig gestellte Fragen finden. Schulsozialarbeiter*innen und Lehrer*innen können hier hingegen neue Formulierungen sammeln, die sie vielleicht übernehmen möchten, um selbst Fragen von Schüler*innen leichter beantworten zu können. Auf ausgesprochen.jetzt findet sich außerdem ein Download-Bereich. Hier werden einige Fakten zu einem bestimmten Thema kurz und prägnant zusammengefasst. Diese können heruntergeladen und ebenfalls in der Praxis genutzt werden. Es lohnt sich, von Zeit zu Zeit einen Blick auf die Webseite zu werfen, da immer wieder neue Factsheets verfügbar sein werden.

Und jetzt?

Ihr seid Schulsozialarbeiter*innen oder Lehrer*innen, die gerne mal mit den Videos von #ausgesprochen in der Praxis arbeiten wollen? Super – dann nichts wie los! Und weil wir gerne von Praktiker*innen lernen und unsere Arbeit weiterentwickeln wollen, schreibt uns, wenn ihr Lust habt, gerne eure Erfahrungen per Mail an hallo@liebenslust.at. Wie habt ihr die Videos verwenden können? Was hat für euch gut funktioniert und was weniger gut?

Und falls euer Interesse an Sexueller Bildung jetzt erst so richtig geweckt ist, dann schaut euch doch auf www.zentrumfuersexuellebildung.at unsere anderen Angebote an. Wir bieten Online-Sessions für Multiplikator*innen, unterstützen pädagogische Teams mit sexualpädagogischen Gesprächen (auch digital), kommen (sobald es die Situation um Covid19 wieder erlaubt) mit sexualpädagogischen Workshops an Schulen und bieten verschiedene Aus- und Fortbildungen an. Denn egal ob jugendlich oder erwachsen – Fragen rund um Sexualität, Intimität und Identität begleiten jede*n von uns, und zwar vom Anfang bis zum Ende unseres Lebens.

Wir freuen uns auf Euch!

Euer Lil*-Team

 

Quelle:

1 Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest (2019): JIM-Studie 2019. Jugend, Information, Medien. Basisuntersuchung zum Medienumgang 12- bis 19-Jähriger. Online in: https://www.mpfs.de/fileadmin/files/Studien/JIM/2019/JIM_2019.pdf [19.01.2021].

 

 

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