10
März
2020

Workshop zum Thema „Neue Medien“ an der NMS Kapfenberg-Stadt

Die Frage der Thematisierung von „Neuen Medien“ und des Umgangs damit in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen seitens Schulsozialarbeit stellen eine sehr aktuelle Materie dar. „Neue Medien“ stehen in vieler Hinsicht für eine Erleichterung des Alltags und einen raschen Kommunikationsaustausch sowie einfache Informationsbeschaffung. Ihnen kann ein hoher Stellenwert unter Kindern und Jugendlichen zugeschrieben werden, da sich viele zwischenmenschliche Interaktionen unter den „Heranwachsenden“ vermehrt in der Onlinewelt abspielen. Aus diesem Grund führte Schulsozialarbeit einen Workshop in einer dritten Klasse an der NMS Kapfenberg-Stadt durch.

Zu Beginn des Workshops wurde in der Großgruppe gemeinsam die Frage diskutiert, was denn „Neue Medien“ überhaupt seien, um ein gemeinsame Begriffsebene zu schaffen. In diesem Zusammenhang konnte ein Austausch über die  Unterschiede und Gemeinsamkeiten zu „traditionellen Medien“ erfolgen. Wichtige Merkmale „Neuer Medien“ sind, dass durch Geräte wie Computer, Smartphones oder Tablet der Zugang zum Internet ermöglicht wird, wobei eine orts- und zeitungebundene Vernetzung möglich ist. Sie können zudem selbst aktiv, durch z.B. Suchvorschläge, und interaktiv, was das Senden und Empfangen von Daten betrifft, sein. Die Schüler*innen brachten dazu ihr Expert*innenwissen über die neuesten Apps, Spiele und Internetseiten ein. Im Gegensatz dazu können „traditionelle Medien“ wie zum Beispiel Radio, Printmedien oder Satellitenfernsehen nur einen Weg der Informationsvermittlung bereitstellen.

Auf die Frage, wer von ihnen welche Medien wann, wo und wie nutzt, wurde von sehr unterschiedlichen Gewohnheiten berichtet. Einige Jugendliche nutzen „Neue Medien“ als eine sehr „exzessive“ Freizeitgestaltung, andere wiederum sehr eingeschränkt oder auch nur am Wochenende. Wie Schüler*innen erzählten, hat das auch mit den Erziehungsberechtigten zu tun, nämlich ob und welche Regeln ihnen diese vorgeben. Schulsozialarbeit kann hier präventiv ansetzen, indem Kindern und Jugendlichen eine Plattform für den Austausch geboten wird.

Bei der nächsten Übung wurde das Thema „Privatsphäre“ bearbeitet. Die Schüler*innen der dritten Klasse ordneten Informationen wie Schuhgröße, Namen der Geschwister, Emailadresse, Herkunftsland, etc. verschiedenen Bereichen zu, je nachdem wer diese Informationen über sie sehen „darf“, also „nur ich“, „öffentlich“, „nur Freunde“ und „privat“. Danach wude gemeinsam ein Definition erarbeitet, was denn „Privatsphäre“ eigentlich genau bedeutet. Hier konnten sehr unterschiedliche Einstellungen bezüglich der Offenheit mit dem Umgang über persönlichen Informationen beobachtet werden. Damit Kinder und Jugendliche ihre Identität in der Onlinewelt schützen können, wurde in  dieser Übung darüber gesprochen, welche Informationen problemlos nach außen getragen werden können und welche besser privat bleiben sollen, wie zum Beispiel das eigene Geburtsdatum, die persönliche Wohnadresse, die Religionsangehörigkeit und die Adresse der Schule, welche unter anderem als sensible Daten gelten.

Ein weiterer und bedeutender Diskussionspunkt des Workshops war die Thematisierung des Umgangs miteinander in der Onlinewelt, wobei hier ein wichtiger Output der Gesprächsrunde war, dass dieselben „Regeln“ gelten würden wie im „echten“ Leben. Das Achten auf ein wertschätzendes Miteinander und auf die eigene Wortwahl bei Kommentaren unter Fotos und Videos ist essenziell. Die Jugendlichen erzählten von vielfältigen Erfahrungen, insbesondere was sie diesbezüglich schon erlebt haben. Negative Vorkommnisse, wie zum Beispiel „Hasskommentare“ oder Bloßstellung von Personen im Internet, konnten besprochen werden und wie man in bestimmten Situationen am besten reagiert. Dabei erzählten die Schüler*innen, dass der Großteil von ihnen mit den Eltern oder Bezugspersonen darüber sprechen, besagte Personen blockieren und melden sowie sich mit Freund*innen darüber austauschen. Die Verantwortung für das persönliche Handeln zu übernehmen, konnte in der Klasse reflektiert werden.

Bei der Übung eines Gedankenexperimentes konnten die Jugendlichen ihrer Kreativität freien Lauf lassen und dachten darüber nach, wie ein Wochenende ohne jeglichen Zugang zu WLAN und Geräte wie PlayStation, Laptop, Tablet und Smartphone bei ihnen aussehen würde. Neben spazieren zu gehen, sich mit Freund*innen zu verabreden, Zeit mit der Familie zu verbringen, Ausflüge „draußen“ zu machen, sich mit den eigenen Haustieren zu beschäftigen oder „einfach nur zu schlafen“ kamen zudem auch Einfälle wie ein Gedicht zu schreiben, zu malen oder zu lesen.

Insgesamt gab es einen hohen Gesprächsbedarf über das Thema „Neue Medien“. Die Schulklasse war interessiert, wodurch der Workshop sehr interaktiv stattfinden konnte. Schulsozialarbeit kann Kinder und Jugendliche daher auf dem Weg der Auseinandersetzung mit „Neuen Medien“ begleiten und unterstützend wirken.

 

 

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